Derzeit findet Norwegen Eingang in deutsche Nachrichtensendungen. Ein Tuppes aus dem dortigen Königshaus soll versucht haben, Jeffrey Epstein nachzumachen. Da hat er sich offenbar verhoben und steht nun vor Gericht. Gut so. Hat er als vorgeblicher Erwachsener vielleicht zu viel “Exit” geglotzt? Möglich ist das. Dort ist zu sehen, wie norwegische TV-Produzent*inn*en sich das Leben junger Männer aus der herrschenden Klasse vorstellen. Hier und hier von mir nach der deutschen Erstausstrahlung rezensiert. In meiner Rezension vor knapp zwei Jahren meinte ich: “Jungs, die die zum Rollenvorbild nehmen, haben ein grundsätzliches Problem ganz ohne Streamingserie: im Elternhaus und in der Schule, mindestens dort.” Das gilt besonders, wenn das Elternhaus ein Königshaus ist.
Wenn Sie das nun aus aktuellem Anlass gucken wollen – entweder auf die Nacht warten, oder mit persönlichen Daten an das ZDF bezahlen. Aber Vorsicht an alle Erwachsenen: das ist nichts für schwache Nerven. Normalsensiblen Gemütern könnte übel werden. Es können Gewalt- und Selbstjustizfantasien entstehen. Suchen Sie dafür geregelte Bahnen und Chancen der Abfuhr – und nicht an Ihren Familienangehörigen und Freund*inn*en.
Für den Herrn Prinzen gilt selbstverständlich, wie gestern in der Tagesschau erwähnt, die Unschuldsvermutung. Und die Männer in “Exit” sind Schauspieler.

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