Pistorius läßt tieffliegen
Spätestens bei der “Zeitenwende” setzt bei den Regierenden und denen, die sie eigentlich kontrollieren sollten, möglicherweise dauernd oder auch nur zeitweise der Verstand aus. Anders kann ich mir so etwas wie die Unterstützung des israelischen Völkermords im Gaza nicht erklären. Auch diese irrsinige Aufrüstung gegenüber Russland ist für mich nicht erklärbar. Faktengestützt ist da gar nichts. Es fällt mir schwer, mich mit Leuten wie Friedich Merz und Boris Pistorius. (oder wie der heißt) sachlich zu befassen. Doch manchmal gehts nicht anders.
Zum Beispiel wenn dieser freidrehende Verteidigungsminister sein Kriegsspielen in höchst belästigender Weise ausdehnt. Wenn er nichtfunktionierende Drohen anschafft, oder in veraltete Waffensysteme investiert. Alles wunderbar – kostet zwar viel Geld, was anders benötigt wird, aber stört nicht weiter.
Aber jetzt jetzt soll es auch wieder laut werden, so wie im Krieg halt. Die Bundeswehr probt den Luftkrieg und Tiefflieger mochte ich schon als Kind nicht besonders gut leiden. Die haben mich beim spielen gestört. Wenn wir auf der Wiese hinter unserem Haus ganz friedlich unsere Kämpfe zwischen Cowboy und Indianer ausfochten. Da kamen die Tiefflieger. Sie flogen damals teilweise deutlich unter 50 Meter Höhe über St. Katharinen und andere Dörfer im Westerwald gegenüber des Rheins, über der Eifel. Ein ohrenbetäubender Lärm, den ich jetzt wieder “höre” wo ich darüber schreibe.
Es ordentlich krachen lassen
Konkret plant die Bundeswehr im Mai 2026 ein Militärcamp im Naturschutzgebiet des Harzes. Tiefflieger werden, noch öfter als bisher schon, über das Gebiet des Brocken düsen, Militärhubschrauber werden dort landen, Panzer das Naturschutzgebiet befahren, zwei Wochen lang. Die dort lebenden Menschen finden das gar nicht gut und haben eine Petition dagegen gestartet.
Die aus Nordhausen im Harz stammende, in Berlin lebende Malerin Andrea Streit schrieb mir dazu: “Ich bin in Nordhausen/Südharz aufgewachsen. So lange ich denken kann, ist der Harz mit positiven Erinnerungen besetzt. Bei Sonnenschein ging ich wandern, im Winter rodeln und Ski fahren. Erst im November 2025 war ich wieder im Harzer Städtchen Wernigerode, wo die Brockenbahn Station macht und tägich Gäste auf den höchsten Berg Mitteldeutschlands transportiert. Wer mal im Harz war, weiß, dass die Natur des Harzes wegen der Trockenheit und den warmen Wintern und weil … auch ohne Militärcamp um sein Überleben ringt.Ich rufe dazu auf, die Petition zu unterschreiben. Es geht nicht nur um den Schutz dieses Naturschutzgebietes, sondern um alle Biotope, die schützendwert sind. Wir müssen dagegen stimmen, das unsere Naturschutzräume zugunsten einzelner Interessen auf den Müllberg kommen. Unterschreibt die Petition! Leitet die Petition an eure sozialen Kontakte! Zeigt euch solidarisch mit der Natur, die euch umgibt!” Soweit Andrea Streit.
Auch als Künstlerin muß sie kämpfen, konkret sogar für den Erhalt ihrer Arbeitsstelle. Wie so viele,wird auch ihr Atelierhaus vom Berliner Senat in seiner Existenz bedroht. Zu Andrea Streit habe ich seit Jahren eine besondere Beziehung – sie war die erste Malerin, die eine Gemälde-Serie mit mir als Modell geschaffen hat.
Um die politsche Wirkung zu erhöhen sollten einzelne Personen oder Gruppen zusätzlich auch eine Petition direkt an den Bundestag richten. Denn diese US-amerikanische Adress-Sammeleinrichtung namens “change org” gibt die Peition nicht an die eigentlichen Adressen, also die zuständigen Petitionsausschüsse der Parlamente. Petitioen bei Change.org führen politisch ins Nichts. In diesem Fall wären Adressate des Protestes die Behörden und Parlamente von der Kreisebene bis hin zur Bundesregierung und dem Verteidigungsauschuß im Bundestag. Wer genügend Zeit hat, kann ja alle Ebenen mit seinem ganz persönlichen Protest gegen den Wahnsinn der laufenden Kriegsvorbereitungen im allgemeinen und im speziellen in Sachen Manöver am Brocken erfreuen.
Erfreuliche Personalnot
Was mir aber große Freude bereitet ist die Tatsache, dass die Bundeswehr so große personelle Probleme hat. Kaum jemand will – zumal wo doch Pistorius so gerne kriegsfähig werden möchte – zu seiner Truppe. Unsere jungen Landsleute sind einfach zu friedlich. Da war unsere Erziehung all die Jahre doch nicht umsonst.
Das führt u.a. dazu, dass er seine Zusagen an Litauen nicht einhalten kann. Obwohl mit richtig viel Geld gelockt wird, will da kaum jemand hin. Zwar erzählen Sprecher des Verteidigungsministeriums von einem Aufwärtstrend, den es 2026 gebe und davon, dass das aktive Personal zum 31. Januar auf rund 186.400 Soldaten gestiegen sei, was einen „einem neuen Höchststand” darstelle, darunter mehr als 13.500 freiwillig Wehrdienstleistende.
Tatsächlich, so rechnet sogar Springers “Welt” dem Ministerium vor, hätten es bereits Ende Dezember 15.000 Wehrdienstleistende sein sollen, In diesem Jahr sollten es laut Plan 20.000 werden. Selbst das wären noch zu wenig. Angesichts der ausscheidenden Soldaten müssten pro Jahr 30.000 neue gewonnen werden – nur, um den Status quo zu halten. Ist das nicht wunderbar? Pistorius wird wohl mit Anton Hofreiter und Marie Agnes Strack-Zimmermann alleine gen Osten reiten müssen. Denn bis der Russe an den Rhein kommt, müssen sie sicher ewig warten. Da war der noch nie, während unsere Ur-Großväter und Großväter es schon zweimal mit Moskau versucht haben.

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