Gewöhnlich eröffnet die ARD-Tagesschau mit dem, was sie für die wichtigste Nachricht hält
mit Update 22.9.
Das war für sie der rechte Wahlsieg in Mecklenburg-Vorpommern. Dieses Bundesland zählt laut Statistischem Bundesamt 1.573.685 Menschen (2025). Berlin zählt hingegen 3.933.644 Einwohner*innen (ebenfalls 2025). Der AfD-Wahlsieg und seine Folgen im weniger als halb so grossen Bundesland füllte die ersten 8 Minuten der auf insgesamt 20 Minuten ausgedehnten 20-Uhr-Tagesschau. Erst danach wurde der Linken-Wahlsieg in der Bundeshauptstadt gewürdigt.
Diese Prioritätenentscheidung der Redaktion von ARD-aktuell (mit Sitz in Hamburg), was will sie uns sagen?
Mein Vorschlag: die Führung des “Ersten” teilt der Öffentlichkeit bei Gelegenheit mal mit, von wem genau sie gegen die Abschaffungsabsichten der AfD eigentlich verteidigt werden will.
Einer hats verstanden
Lutz Heuken (Ex-Ressortchef der WAZ, heute sich digital zumauernde “Funke-Mediengruppe”)/”Blog der Republik”: “Nach den Wahlen: CDU mit Merz als Mühlstein und SPD mit Schwesig als Schatten-Chefin”.
Update 22.9.
Einer, der sich die Nachwahlberichterstattung anders als ich zugemutet hat, ist René Martens/MDR-Altpapier. Dafür hatte ich heute die besseren Kardiologen-Werte. Er beschreibt die ersten Reaktionen, welche pawlowschen Medienreflexe passieren, wenn das Volk falsch wählt:
“‘Die Faschisten vor hundert Jahren hatten stärkere Gegner als die heutigen’ – Die Berichterstattung nach den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern ist geprägt von sehr alten Denkmustern – und einer gefährlichen Allianz.”

Schreibe einen Kommentar