All der Reichtum – wo soll er nur hin?
Als ich noch jünger war, und Wahlkampf machte, habe ich Informationen meiner Partei auch in “keine Werbung”-Briefkästen gesteckt. Es war unvermeidlich, dass mich ein renitenter Anwohner hier an der Grenze von Combahnviertel und Schwarzrheindorf (über 40% für Grüne) dabei “erwischte”. Ich antwortete mit dem Grundgesetz, und wenn ihm das nicht passe, könne er ja in eine Diktatur auswandern – die Auswahl sei reichlich.
Die Kommerzmedien dieser Welt melden nach der guten Nachricht für die Demokratie gestern, dass heute “die Börse” Brasiliens abstürze (auch selbstverständlich die FAZ in ihrer Paywall). Also “Sic!”? Die mächtigen Hosenscheisser können sich beruhigen. Der brasilianische Wahlsieger ist nur ein Sozialdemokrat – und hat ein Parlament mit rechter Mehrheit gegen sich. Ist etwa das Grosskapital aus Deutschland ausgewandert, als der hier Bundespräsident wurde?
Sicher, manche Dinge spitzen sich zu. Das wurde aber auch Zeit. Es ist doch eher überraschend, wie lange es gedauert hat. So sieht Thomas Piketty für den französischen Präsidenten und seine Strategie eine “Abenddämmerung”, eine nicht sehr riskante Prognose.
Und in den USA wollen die erhofften Wahlsieger der nächsten Woche angeblich die Epstein-Untersuchungen intensivieren. Hmm, das könnte auch den einen oder anderen Parteigenossen treffen. Soll es das? Das wäre ein Fortschritt.
Grundsätzlich wäre es gut, wenn die Reichen und Mächtigen erfahren, dass sie nicht mehr unverwundbar sind. Sollen sie doch in Diktaturen fliehen. Wir kriegen sie trotzdem. Vielleicht bin ich dann nicht mehr dabei. Aber die Zeit wird kommen. Sie müssen allerdings daran gehindert werden, uns alle vorher in die Luft zu jagen. So wie dieser Russe es getan hat. Oder diese KI-Expert*inn*en es tun wollen.

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