Zuvor: wer es noch nicht geschafft hat, mindestens seinen Browser zu aktualisieren, der sollte es genau jetzt tun, ich warte… ! (die künstliche Intelligenz hat da ein paar Lücken gefunden, die gerne auf Windows-Systemen eifrig genutzt werden. Welche? Mein Gott, is doch wurscht, mach es einfach.)

Bei der Gelegenheit ist es angeraten Google Chrome oder Edge gleich von der Platte zu putzen und durch Firefox sowie Brave zu ersetzen. Noch ein Tipp, für die, die vor einem eleganten Mac sitzen oder ein geschmeidiges iPhone zur Hand haben: sie können schon Orion nehmen. (damit ist nicht der deutsche Orion-Sexualwarenversand gemeint, sondern der Browser Orion). Der vereint alle Browserwelten auf vorzügliche Weise, einfach ausprobieren …

Anmerkung: Spricht sich bei uns so: oɐ̯ˈi̯oːn – die korrekte Aussprache können wir im Zweifel bei easypronunciation erkunden, die Nordamerikaner haben das auf der letzten Weltraummission für uns verstümmelt.

Mittlerweile entdecken bundesdeutsche Politiker (nicht in Bayern, die haben Dobrinth), dass es ein gewisses Ungleichgewicht im transatlantischen Digitalhandel gibt. Ausgenommen Katherina Reiche, Wirtschaftsministerin, sie sieht in den US-Amerikanern immer noch Partner, bei der Körpergröße wundert das nicht, auf Augenhöhe kommt sie sowieso nicht (wenn die eine KI gemacht hätte, würde ich die Entwickler allesamt rauswerfen.)

Diese, unsere Partner stören sich an Handelshemmnissen, wie zum Beispiel der Altersverifikation. Einzelne nationale Initiativen, die eine Altersverifikation verlangen, um Minderjährige zu schützen, haben selbstverständlich die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Ob Freund oder Freundin gehobenen Alters mit Interesse an Sexspielzeugen oder Glücksspiel:  Anonymität im Netz hat Vorteile – auch für Minderjährige, die wollen schließlich mitreden und sich nicht vom Staat bevormunden lassen.

Die Lösung ist ganz einfach, ich muss mir nur ein Land suchen, in dem die Alterverifikation nicht verlangt wird. Erkennbar bin ich über meine IP-Adresse, das ist wie eine Telefonnummer für meinen Internetanschluss. Weil es eher umständlich ist nach Aserbaidschan auszureisen, um meinen Gewohnheiten zu frönen, verschleiere ich meine Internettelefonnummer über VPN (steht für Virtual Private Network). Mit einem solchen VPN rufe ich die Seiten auf, dann wirkt es für den Dienstanbieter so, als würde ich beispielsweise an der Elfenbeinküste sitzen und nicht Bonn. Und wo bekomme ich ein VPN her, ganz einfach, zum Beispiel in Firefox , die damit werben: „Verbirg deinen Standort und deine IP-Adresse mit nur einem Klick. Für noch mehr Schutz – kostenlos und mit 10-mal mehr Datenvolumen pro Monat als andere große Browser.” Es gibt viel mehr VPN-Anbieter, die gegen Geld noch mehr Leistung bieten. Was lernen wir daraus? Es gibt immer Lösungen, um im Internet zum Ziel zu kommen.

Das hat auch die EU entdeckt und… denkt nicht über Lösungen nach, sondern sieht eine „Regelungslücke, die geschlossen werden muss“.  Glückwunsch von meiner Seite!

Viel Vergnügen, VPN ist nicht für Verbrecher gedacht, sondern jede und jeder, der zum Beispiel im HomeOffice sitzt, ist darauf angewiesen. Und das alles, um Kinder- und Jugendliche vor den schädlichen Inhalten aus Nordamerika zu schützen? Das soll durch Massendatenspeicherung von Daten und einer Totalüberwachung aus der Welt geschafft werden?

Um Kinder und Jugendliche zu erziehen und zu schützen, sind die Eltern verantwortlich, im Artikel 6 unseres Grundgesetzes steht unter (2) „… Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über die Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.

Was können denn die nordamerikanischen Tech-Konzerne dafür, wenn unsere Eltern ihre Kinder nicht erziehen und schützen können? Bevor wir neue Regelungen brauchen, eine Massenüberwachung und Verbote müssen wir unsere Eltern befähigen.

Scheint aber nur mit Ladehemmung möglich, beginnt in der Schule, wo Lehrer sich der digitalen Zukunft stellen sollen. Künstliche Begrenzungen, so notwendig sie teilweise auch sind, lösen auf Dauer keine Probleme. Zukunftsfester sind Investitionen in Bildung, angefangen im schulischen Umfeld bis zu Weiter- und Fortbildungen in der Arbeitswelt.

Klüger ist es insgesamt eigene Strukturen aufzubauen, so wie es beispielsweise Frankreich oder Schleswig-Holstein schafft – eine Abkehr von Windows ist möglich. Das heißt nicht, dass wir vollständig auf die Produkte aus Redmond verzichten müssen, aber um auf Augenhöhe mit Partnern zu verhandeln, sollten wir stark genug sein. Derzeit sind wir nur als Geldquelle interessant, nicht als Partner.

Sicherlich spielen staatliche Förderungen – wie übrigens auch in Nordamerika – eine Rolle, dennoch dürfen wir die Kraft der freien Wirtschaft nicht unterschätzen, denn es ist keinesfalls so, dass wir mit unseren digitalen Angeboten kein Geld verdienen können, ganz im Gegenteil.

An die wahren Goldkugeln, die im Werbegeschäft vor allem Google sich konkurrenzlos herausnimmt, müssen wir uns nicht orientieren. Es bleibt genug übrig und Google wird es noch nicht mal merken.

Ein Beispiel? Ja: digi-Tipp: W-social

… demnächst auf diesem Bildschirm.

Über Christian Wolf:

Avatar-FotoChristian Wolf (M.A.) ist Autor, Filmschaffender, Medienberater, ext. Datenschutzbeauftragter. Geisteswissenschaftliches Studium (Publizistik, Kulturanthropologie, Geografie), freie Tätigkeiten Fernsehen (RTL, WDR etc.) mit Abstechern in Krisengebiete, Bundestag Bonn und Berlin, Dozent DW Berlin (FS), Industriefilme (Würth, Aral u.v.m), wissenschaftliche und künstlerische Filmprojekte, Projekte zur Netzwerksicherheit, Cloudlösungen. Keine Internetpräsenz, ein Bug? Nein, Feature. (Digitalpurist/IT-Blasphemiker)