Beueler-Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Bonn (Seite 2 von 37)

Bürger*innen vernünftiger

… als “ihre” Medien

War denn wieder alles umsonst? Milliarden und Abermilliarden wurden ausgegeben und investiert, um den deutschen Wähler*inne*n klarzumachen, wie wichtig es sei, dass Deutschland eine Grossmacht, gerne “Weltmeister”, wie alle anderen auch wird (“Normalisierung”, “entkrampfter Patriotismus” etc.). Wie wichtig es ist, freien Handel gegen alles Böse zu verteidigen. Und dass dafür selbstverständlich auch freier Rüstungshandel notwendig ist, so wie das Ausprobieren entsprechender Qualitätsprodukte deutscher Ingenieurskunst – weil es nicht anders geht, am lebenden Objekt von Jemen bis Somalia. Und dann das. Weiterlesen

Wahldrohungen

Ich bin mit manchen der Wahlkampfsprüchen intellektuell deutlich überfordert. Als Journalist bin ich es aber gewohnt, mich mit Sachen zu beschäftigen, von denen ich keine Ahnung habe. Was ich nicht weiß, versuche ich ergründen, meistens, indem ich die Autoren einfach frage. Da wäre zum Beispiel das Versprechen der SPD NRW – oder die Androhung – weiß ich ja nicht. Also habe ich am 23. März 2022 die Pressestelle der NRW-SPD per Email gefragt: Was bitte meinen Sie damit: “Für euch gewinnen wir das Morgen”? Weiterlesen

Um-Lei-Tung

Kirmes für Denkfaule, bitte einmal hier entlang …
Die Republik lachte kürzlich darüber, dass der Verkehrsminister der FDP, der damit sogar eine ganze Bundesregierung überzeugen konnte, seine Ablehnung eines Tempolimits damit begründete, dafür gäbe es nicht genug Schilder. Deutschland ist international berüchtigt für seinen Schilderwald. Aber da, wo sie gebraucht werden, hat es keine. Auch in Beuel nicht. Und nicht nur nicht für Autos. Weiterlesen

#KillTwitter #DeleteFacebook

Mit Update am Nachmittag

Vor ziemlich genau vier Jahren habe ich unter dem Titel “#DeleteFacebook – Warum soziale Netzwerke dezentralisiert werden müssen” eine Diskussion aufgenommen, die Roland Appel unter der starken Überschrift “Asoziale Netzwerke sind asoziale Netzwerke” begonnen hat. Am Ende meines Beitrags habe ich dem zu diesem Zeitpunkt gerade erst neu designierten Bundesbeauftragten für den Datenschutz Ulrich Kelber ein Stöckchen hingehalten. Was er inzwischen daraus gemacht hat, ist beachtlich. Weiterlesen

Wundersame (Fahrradauto-)Bahn LXXXV

Nein, mit der billigen Lokalpolemik befasse ich mich hier nicht. Die CDU hat erkannt, was alle sehen konnten: sowohl bei Grünen als auch im ADFC gibt es verschiedene Meinungen zu den Radschnellwegplanungen an beiden Rheinufern. Also feste druff, den Spaltpilz schön feuchthalten und vor keiner persönlichen Diffamierung zurückschrecken. Das bringt Klicks und zieht weitere Erregung von Aufmerksamkeit nach sich. “Radschnellwege” sind genormt. Der*die Deutsche braucht das zum festhalten. Das ist das Problem. Weiterlesen

Wer überlebt?

Zum deutschen Medien-Darwinismus im digitalisierten Turbokapitalismus
Omikron ist überall und kommt näher, in meinem Fall jedenfalls. Ein halbes Dutzend guter Bekannter hatte oder hat es. Es ist kein Vergnügen, aber zum Glück in allen mir persönlich bekannten Fällen nicht tödlich. In Bonn ist bemerkenswert, dass die 7-Tage-Inzidenz den Bundestrends entsprechend langsam sinkt, die Krankenhauseinweisungen (über 160) aber nicht mehr weit vom Höchstwert des vorigen Winters (über 200) entfernt sind. Weiterlesen

Neues aus dem Bonner Bahnhof

Voraussichtlich am 11. April 2022 soll das Maximilian Center, also die derzeit noch geschlossene Fressmeile unter dem Bonner Hauptbahnhof wieder geöffnet werden. Das geht aus einer Antwort des Eigentümers, der Bayerischen Versorgungskammer an den “Beueler Extradienst” hervor.
In den nächsten Wochen ständen noch “aufwändige Arbeiten an den defekten Lüftungs- und Heizregistern an”, so der Pressesprecher Alexander Süß. Weiterlesen

„…einen gewissen verbliebenen Kredit“ V.

Kontinuitäten und Brüche in der fotografischen Selbstdarstellung der Bundesrepublik V

Bilder und Identitätsstiftung

Am Donnerstag, den 13. September 1979 fand im Kölner Gürzenich eine Pressekonferenz für eine Ausstellung statt, die am selben Ort einen Tag später eröffnet werden sollte. Es war die knapp zwei Jahre zuvor in Halle an der Saale gezeigte Ausstellung zum „Medium Fotografie“, die einen ersten Überblick zu dem gab, was von staatlicher Seite als Fotografie der DDR zu gelten habe – auch und gerade in einer nationalen Definition. Obwohl man den Zeitpunkt von Pressekonferenz und Eröffnung professionell und günstig gewählt hatte, waren die Pressekonferenz sehr schlecht – der Autor dieser Zeilen war der einzige westdeutsche Pressevertreter – und die Eröffnung nur mäßig besucht. Weiterlesen

„…einen gewissen verbliebenen Kredit“ IV.

Kontinuitäten und Brüche in der fotografischen Selbstdarstellung der Bundesrepublik IV

Zwei etablierte Systeme von Kontinuität und Erneuerung

Die in den vorherigen Texten beschriebenen Kontinuitäts-Aspekte betrafen in erster Linie Vorgänge am Ende der 1940er und am Anfang bis zur Mitte der 1950er Jahre. Viele Entwicklungen der späteren 1950er bis in die 1960er Jahre hinein sind anderen Dynamiken gefolgt. Erst danach gab es – gerade aus dem Journalismus heraus – entscheidende Impulse zur theoretischen Reflexion eines eigenständigen, deutschen Bildjournalismus. Kaum waren diese Reflexionen – etwa durch die Arbeit von Karl Pawek oder Bertold Beiler – in der ästhetischen Theorie beider Länder anerkannt, setzten Prozesse der Internationalisierung und Mediatisierung der Fotografie ein. Weiterlesen

„…einen gewissen verbliebenen Kredit“ III.

Kontinuitäten und Brüche in der fotografischen Selbstdarstellung der Bundesrepublik III

Fotografische Weltbilder in Ost und West

Wer die große Sammlung visueller Ikonen des 20. Jahrhunderts in Deutschland betrachtet, die Gerhard Paul seit 2008 herausgegeben hat, wird eine Leerstelle entdecken können: Auch wenn die erste Bildstrecke zur frisch gegründeten Bundesrepublik mit Fotografien aus Bonn aufwartet, so gibt es dort kein Bild, das den Gründungsakt symbolisiert – wie beispielsweise den Händedruck von Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl als Grundlage der DDR. Was zu sehen ist, passt zu Bonn und dem Bild dieser frühen Bundesrepublik, das sich durch die gesamte historische Darstellung aller Medien seit der deutschen Wiedervereinigung gefestigt hat: Weiterlesen

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