Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: International (Seite 1 von 257)

Eingemauerte Wahrnehmungslücken

Gestern haben mir meine Paywallbohrer wieder gute Dienste geleistet. In der FAZ erschien ein Interview mit dem Arabien-Spezialisten Sebastian Sons, der für sich eine harte Realo-Rolle entwickelt hat, mit der er Medien bedient. Er sitzt in einer Strasse, in der auch Roland Appel mal die Geschäfte einer NRW-Stiftung geführt hat, gleich neben dem ehemaligen Auswärtigen Amt in Bonn. Sons gab dem FAZ-Volontär Majd El-Safadi ein Interview, das die Redaktion so betitelte: Weiterlesen

Nicht regierungsamtlich

Seit einigen Jahren stehen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) zunehmend unter Beobachtung und Kritik politischer Kreise. Themen sind die Finanzierung durch staatliche Mittel und der Vorwurf politischer Einflussnahme und Einseitigkeit. Die Debatten drehen sich um Demokratieförderprojekte und internationale Streitpunkte wie in Israel. Auch in Europa verschärfen sich Maßnahmen gegen NGOs. Die Debatte über die Gemeinnützigkeit und Transparenz solcher Organisationen, vor allem mit politischer Reputation, bleibt daher aktuell. Weiterlesen

(Öko-)Journalismus ist möglich IV

Die besten Kerzen auf der Deutschlandfunk-Torte werden immer am Wochenende gesendet. Heute z.B.:

Christoph Richter: Das Wochenendjournal – Die Oder – Wie ein Grenzfluss verbindet – Gemächlich mäandernd bildet die Oder die Grenze zu Polen. Mit ihren Flussauen bietet sie Lebensraum für viele Tiere. Ein massenhaftes Fischsterben vor einigen Jahren hat aber gezeigt, wie fragil dieses Ökosystem ist. Weiterlesen

Krieg als Agendasetting

Funktioniert es erneut? “Flood the zone wirh shit”? Könnte sein, aber es ist nicht sicher. Die Verzweiflung ist so gross, dass sie zu grossen strategischen Risiken bereit sind. Risiken zumindest, so lange in den USA noch demokratische Wahlen möglich sind. An denen wird herummanipuliert, seit die USA existieren. Warum sollte ausgerechnet das Trump-Regime da eine Ausnahme machen? Offenbar braucht es den Krieg. Ob es ihn gewinnt, ist eine offene Frage. Insbesondere, ob es dafür noch genug Wähler*innen mobilisieren kann. Weiterlesen

Wie USA den Revolutionsgarden helfen

Die Geschichte hat bisher kein Beispiel dafür geliefert, dass ein Regime mittels Luftkrieg besiegt oder gar beseitigt werden kann. Hätten die Alliierten sich darauf beschränkt, ab 1942 Hitlerdeutschland nur zu bombardieren, – vielleicht wären die Nazis heute noch an der Macht? Wir wissen es nicht, aber es ist nicht auszuschließen, weil Bomben nicht entnazifizieren. Die aktuelle Entwicklung im Iran deutet darauf hin, dass das Regime noch einen Zahn zulegt. Die Revolutionsgarden, 200.000 Mann stark und hochgerüstet, Wirtschaftsprofiteure und ideologische Elitetruppe der Mullah-Diktatur, haben den Sohn Ali Chameneis zum neuen Religionsführer vorgeschlagen und offensichtlich damit ihren Einfluss ausgeübt. Weiterlesen

Spieglein, Spieglein

Der schweizerisch-italienisch-libanesisch-stämmige Fussballfunktionär Giovanni Vincenzo Infantino, CEO des grössten multinationalen Konzerns namens Fifa, mit Offshore-Konten in allen Steueroasen dieser Welt, versteht selbige nicht mehr. (Hier durchatmen oder meinetwegen wie ein Fallbeil ein basisdemokratisches Kommata hacken.) Dass Balltreter sich auf dem Platz beim Sprechen die Hand vor den Mund halten, sollte seiner angeblichen Fastmeinung (die Gedanken sind frei, manchmal high) nach verboten werden. Weiterlesen

Geboren, um zu stören

Der antiautoritäre Humor von Mafalda und unser Zeitalter

Quino ist ein Genie des Humors und Mafalda, seine Schöpfung, der unwiderlegbare Beweis dafür. Ganz Lateinamerika weiß das. Europa ebenso. Dieses Mädchen aus dem Argentinien der 60er-Jahre wurde geboren, um zu stören. Mit seinen klugen, ironischen Fragen war es für die ganze Gesellschaft unbequem, und vor allem für ihre Diktatoren. In diesem Artikel erläutert die Historikerin Isabella Cosse, wie sich Quino mit seinem Humor auf geschickte Weise gegen Repression und Autoritarismus stellte. Und warum dieser Humor bis heute dermaßen aktuell ist. Weiterlesen

Verbote stoppen

Forschende schlagen Alarm: Staaten sollen Social-Media-Verbote stoppen

Regierungen und Parlamente weltweit sollen ihre Pläne für Social-Media-Verbote nicht weiter verfolgen. Das fordern mehr als 400 Forscher*innen aus 29 Ländern in einem offenen Brief. Sie wollen zuerst prüfen, ob Alterskontrollen überhaupt wirksam und sicher sind. Weiterlesen

Kann ein Meme über Wahlen entscheiden?

Hypermedialer Humor: Schlüsselfigur der politischen Kommunikation

In der Ära des hypermedialen Humors ist das Lachen nicht mehr nur reine Unterhaltung, sondern hat sich in ein mächtiges informatives, identitätsstiftendes und politisches Instrument verwandelt. Dieser Artikel untersucht, wie Memes Agenden verdichten, Zugehörigkeiten erschaffen, in Echtzeit parallel zu Ereignissen Bedeutung hinterfragen und damit Einfluss nehmen auf junge Menschen, politische Debatten und parteipolitische Strategien, insbesondere im heutigen Argentinien und in der digitalen Kultur. Weiterlesen

Geostrategisches Versagen

Merz und der Iran

Lost in Transformation: Während Merz in Reden europäische Souveränität fordert, sucht er im Zweifel den Schulterschluss mit den USA. Das Negieren des Völkerrechts untergräbt ein Bündnis der Mittelmächte gegen aggressive Großmachtpolitik. Es gefährdet Deutschlands Sicherheit. In Wadephuls und Pistorius Beifall für Marco Rubios Absage an europäische Souveränität offenbart sich das geostrategische Versagen der schwarz-roten Regierung. Weiterlesen

Journalismus ist möglich II

Sogar im Frühprogramm des Deutschlandfunks – meine Vorschläge zum Nachhören

Ich weiss ja nicht, ob Sies schon wussten, aber es gibt mehr als einen Krieg, in dem massenhaft Unschuldige bombardiert werden. Als Extradienst-Leser*in wissen Sie: hier wird Ihnen jeder Ausweg des Vergessens und des habbichnichgewusst verstellt. Das vorausgeschickt, hier die Klicktipps zum Krieg, über den sich hierzulande alle Medien verbreiten. Nicht alles ist Trash. Weiterlesen

Frankensteins Monster schlägt zurück

Krieg zwischen den afghanischen und pakistanischen Taliban und Pakistan

In den 80-er Jahren besuchte der US-amerikanische Botschafter in Islamabad Arnold Raphel mit seiner Gattin mal wieder eine Party von Pakistans damaligem Armee-Diktator Mohammed Zia-ul-Haq. Der hatte ein paar Jahre vorher die demokratische gewählte Führung des Landes gestürzt, deren gewählten Premierminister Zulfikar Ali Buttho hängen lassen und die Sharia eingeführt. Während des heiteren Empfangs soll sich dann Frau Raphel überschwänglich beim Diktator für das zarteste Kalbfleisch bedankt haben, dass sie jemals gegessen habe. Weiterlesen

Donner über dem Brocken

Pistorius läßt tieffliegen

Spätestens bei der  “Zeitenwende” setzt bei den Regierenden und denen, die sie eigentlich kontrollieren sollten, möglicherweise  dauernd oder auch nur zeitweise der Verstand  aus. Anders kann ich mir so etwas wie die Unterstützung des israelischen Völkermords im Gaza nicht erklären. Auch diese irrsinige Aufrüstung gegenüber Russland ist für mich  nicht erklärbar. Faktengestützt ist da gar nichts. Es fällt mir schwer, mich mit  Leuten wie Friedich Merz  und  Boris Pistorius.   (oder wie der heißt)  sachlich zu befassen. Doch manchmal gehts nicht anders. Weiterlesen

Journalismus ist möglich

Sogar bei taz und faz – drei Perlen aus zehn Tagen – und bei der letzten die Frage, warum sich niemand aufregt

Majid Sattar war 2010-18 Korrespondent der FAZ im Berliner Parlamentsbüro, das damals noch vom konkurrenzlos fabelhaften Günter Bannas geleitet wurde. Obwohl selbst am Niederrhein geboren, kann er mit Bannas’ rheinisch temperierter Ironie nicht ganz mithalten. Das kompensiert er mit umso ausgeprägterer trockener Sachlichkeit. Und politischer Umsicht. Seit 2018 korrespondiert er nun bereits für die FAZ aus Washington, und diese Woche ist ihm ein – für dieses Blatt – sensationell gutes Werk gelungen. Weiterlesen

Gebildet

Die Agenda 2030, die 2015 von der Weltgemeinschaft verabschiedet wurde, ist ein globaler Fahrplan für nachhaltige Entwicklung, der wirtschaftlichen Fortschritt, soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz verbindet. Kernstück sind die siebzehn Ziele, die bis 2030 Armut beenden, Ungleichheiten verringern und den Klimawandel bekämpfen sollen. Eines dieser Kernziele ist eine chancengerechte und hochwertige Bildung für alle Menschen. Weiterlesen

Die große Heuchelei

Deutsche Erinnerungspolitik: Die Erinnerungskultur in diesem Land wird genau durch jene zerstört, die vorgeben, sie zu verteidigen: die politische Kaste der Scheinheiligen.

Weil ich der Erinnerungskultur seit jeher eng verbunden bin, neige ich dazu, sie trotz mancher Verunstaltungen zu verteidigen. Zuletzt hat sich in mir indes ein wachsender Widerwille aufgebaut, ein Widerwille gegen die flagrante Heuchelei, die sich vor allem in der politischen Klasse ausbreitet und das Gedenken von innen her moralisch zersetzt.

Nehmen wir Julia Klöckner, immerhin mit dem zweithöchsten Rang im Staate ausgestattet. Als Präsidentin des Bundestags gab sie zum Holocaust-Gedenktag zunächst einen Erinnerungsbefehl für Migranten aus, um dann mit einer Spritztour in den Gazastreifen ihre Empathielosigkeit zur Schau zu stellen. Weiterlesen

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