Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Coronakrise (Seite 1 von 2)

Warum noch aufstehen?

Systemkonflikte (II)
Einen Lockdown hatten wir im FrĂŒhjahr schon geĂŒbt. Allerdings: Jahreszeit und Wetter boten weit bessere UmstĂ€nde. Jetzt werden die Tage kĂŒrzer, grauer, dunkler und kĂ€lter. Welche GrĂŒnde soll es also geben, um das Bett zu verlassen? Ich habe kurz kopfgerechnet: rund 23.000 mal ist es mir gelungen, diese Frage zu beantworten. Manchmal war es nur knapp. Hier also noch ein Versuch.
Die Stimmung im FrĂŒhjahrs-Lockdown war stark durch wochenlanges Sonnenwetter begĂŒnstigt. Trotz, nein wegen des Lockdowns, bewegten sich Menschenmassen nach draussen, bemĂŒhten sich ums AbstandhaltenWeiterlesen…

Die Kanzlerin

Von GĂŒnter Bannas
Angela Merkel hĂ€tte sich 2016 besser anders entschieden. Zur fraglichen Zeit war die sogenannte FlĂŒchtlingskrise bewĂ€ltigt, wie derlei Herausforderungen eben zu bewĂ€ltigen sind. Griechenland war „gerettet“ und die Euro-Krise war behoben, wie solche Krisen nun mal zu beheben sind. Merkel hĂ€tte mit Fug und Recht sagen können, ihrem Nachfolger das Land in einem geordneten Zustand hinterlassen zu haben. Offenkundig hat sie das auch lange erwogen – so lange wie noch nie ein Kanzler zuvor.Weiterlesen…

Nicht vorĂŒbergehend

Misstrauen Sie allen, die Ihnen weiszumachen versuchen, in absehbarer Zeit sei “es” vorbei. Wird es nicht. Stefan Willich, der Direktor des Instituts fĂŒr Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie an der Berliner CharitĂ©, sprach mit der Berliner Zeitung. Die Darstellung der Zeitung ist kein Interviewtext, sondern eine redaktionelle GesprĂ€chszusammenfassung mit vielen wörtlichen Zitaten. HinzugefĂŒgt diese Darstellung zu “Fallsterblichkeit” und “Infektionssterblichkeit”, und wie diese sich unterscheiden.Weiterlesen…

Weihnachten fÀllt aus

Das Problem ist nicht vorĂŒbergehend
Karneval fĂ€llt aus. Er hĂ€tte am 11.11. begonnen. Seien wir ehrlich: Weihnachten und Silvester fallen ebenfalls aus. Und die Verheissungen, dass irgendwann im neuen Jahr ein Impfstoff kommt, sind auch nicht viel seriöser als das, was Mr. Trump erzĂ€hlt. Sie sind ein verzweifelter Versuch die genervte und ermĂŒdende Bevölkerung bei der Disziplinstange zu halten. Die Infektionszahlen beweisen aber, dass das nicht funktioniert. Die Schwerpunkte sind so unterschiedliche Regionen wie Berlin-Neukölln (Wohnen und Leben eng an eng), Westniedersachsen (Massentierhaltung und -schlachterei) und seit einiger Zeit die NRW-Rhein-Ruhr-Region, die Pendler*innen-Region.
Jeder Appell im Stile von “Wir alle …” oder “Jede*r Einzelne …” sind verrĂ€terisch,Weiterlesen…

Befreit Körper und Territorien!

von VerĂłnica Gago (Zusammenfassung: Laura Held)
Feministische Strategien wÀhrend der Corona-Pandemie

Hunderttausende gehen seit 2015 in vielen lateinamerikanischen LĂ€ndern unter dem Motto „NiUnaMenos“ auf die Straße, um gegen Gewalt gegen Frauen zu mobilisieren. Im Jahr 2016 wurde in Argentinien innerhalb einer Woche der erste landesweite feministische Streik organisiert, der am 19. Oktober einen großen Erfolg feiern konnte. Die internationalen Streiks am 8. MĂ€rz jedes Jahr mobilisieren vor allem in Lateinamerika sehr viele Menschen, genauso wie die Marea Verde (grĂŒne Welle) fĂŒr die Entkriminalisierung von SchwangerschaftsabbrĂŒchen in Argentinien. Und an dem letzten „Plurinationalen Treffen von Frauen und Queers“ (ehemals: „Nationales Frauentreffen in Argentinien“) im Oktober 2019 beteiligten sich rund 250000 Menschen.Weiterlesen…

Coronakrise – schafft sie Failed States?

Berichte und Kommentare zu USA, Schweden, Frankreich, Russland, Spanien, Deutschland
Es gibt keinen politischen oder wissenschaftlichen Handwerkskasten, mit dem die aktuelle Krise in einen gedanklichen Rahmen eingepasst werden kann. Das hat auch Vorteile. Das Denken, Analysieren, SchlĂŒsse ziehen kann sich – potenziell! – freier bewegen. Es kann mehr KreativitĂ€t freisetzen. Materielle Bedingung dafĂŒr ist freilich, dass die eigene Existenz nicht bedroht ist. Diese Bedingung wird leider in den meisten FĂ€llen nicht mehr erfĂŒllt. Das illustrieren auch die folgenden Leseempfehlungen:Weiterlesen…

Derangierte Rechte

Die Rechte war noch nie eine faire Verliererin. Es gibt untrĂŒgliche Anzeichen, dass es fĂŒr sie wieder abwĂ€rts geht. Das ist eine gute Nachricht. Nur wenige Medien finden es attraktiv, sie zu verbreiten. Ihr oberster Befehlshaber scheint nur noch mit verabreichten Drogen selbststĂ€ndig gehen und sprechen zu können. Das macht Mobilisierung schwierig, vielleicht unmöglich. Die FAZ vermauert einen entsprechenden Bericht ihrer Korrespondentin hinter ihrer Bezahlwand, die taz lĂ€sst ihre Korrespondentin Dorothea Hahn zu uns durch, hat sie allerdings von ihrer Startseite schnell wieder verschwinden lassen.Weiterlesen…

Die Rache der gequÀlten Tiere

bringt eine niedersÀchsische Ministerin zum Weinen
KĂŒrzlich wurde berichtet, dass Orca-Wale menschliche Boote angriffen und ihre Besatzung in Lebensgefahr brachten. Realistisch und klug, wie diese Tiere offensichtlich sind, haben sie nicht die Gegner gewĂ€hlt, die sie am meisten quĂ€len, gegen die sie aber nicht gewinnen können, die grossen Containerfrachter z.B., sondern besiegbare Elemente der menschlichen Schifffahrt. Nun haben die schlauen Schweine, mit menschlicher Intelligenz weit nĂ€her verwandt,Weiterlesen…

Zentrum der SubalternitÀt

Der Westdeutsche Rundfunk
Kennen Sie dwdl.de? Nee? Nur was-mit-Medien-Leute kennen das. Deswegen könnte es vielleicht auch nur eine warnende Leuchtrakete sein. Die Frage ist nur, ob die aus den ChefbĂŒros im WDR in Köln ĂŒberhaupt gesehen werden kann. Hoch genug sind sie in den HochhĂ€usern platziert. Aber ich weiss aus eigener Erfahrung: mit Atemschutzmaske und Gleitsichtbrille ist die Sicht begrenzt. Immerhin gibt es lĂ€ngst Software, die sehbehinderten Menschen Texte auch vorlesen kann. Der Schreck mĂŒsste Intendant und Programmdirektor in Haupt und Glieder fahren.Weiterlesen…

Postcorona: vieles zerbricht jetzt

EU-Europa, USA, eingesperrte Familien, Sport, wie wir ihn kannten …
“Merkel wĂ€scht ihre HĂ€nde am Ufer des Flusses, in dem ihre Gegner und so weiter.” meinte KĂŒppi heute in seiner taz-Kolumne. Zwar werden die meisten, die sie heute zum Teufel jagen, sich noch nach ihr zurĂŒcksehnen. Aber ein politisches Denkmal sich selbst zu setzen wird ihr in ihrer langen RegierungsĂ€ra nicht gelingen. Sie bewĂ€hrt sich zwar als “TrĂŒmmerfrau”, aber der Vermehrung der TrĂŒmmer ist sie nicht gewachsen.
Die Coronakrise wird in die Geschichte eingehen, als erste, auf die die 2009 erneuerte Pandemiedefinition der WHO global radikal angewandt wurde, mit Folgen weit ĂŒber das Virus selbst hinaus.Weiterlesen…

Pearl Jams »Gigaton«

von Gert Samuel
Es hĂ€tte alles so schön werden können: Endlich, nach fast sieben Jahren des Wartens kam Anfang Januar 2020 die Nachricht zum Erscheinen des neuen Albums der Gruppe aus Seattle. FĂŒr den 27. MĂ€rz 2020 wurde der Verkauf von „Gigaton“, das elfte Studioalbum von Pearl Jam, angekĂŒndigt. Zudem gab die Band die Tourdaten fĂŒr die Konzerte in Nordamerika bekannt – vom 18. MĂ€rz in Toronto bis zum 19. April in Oakland. Die Termine fĂŒr die Europatournee standen schon seit Dezember 2019 fest:Weiterlesen…

Corona-Indien / Zuckerberg / Wirecard&Merkel / Fifa-Lunte

Eine Sammlung von VorgÀngen, die fette Schlagzeilen-Aufregung verdienen, aber nicht bekommen. Kleine Meldungen, also keine Geheimnisse. Es wÀre also ein eigenes Besinnungsaufsatzthema, warum dem nicht so ist. Darauf verzichte ich hier. Besinnen Sie sich selbst.
Indien
Christoph Hein/FAZ berichtet ĂŒber die Corona-Infektionszahlen in Indien, die nun offiziell eine Million erreicht haben.Weiterlesen…

P1 oder P2?

Überwachungskapitalismus oder Autonomie und selbstbestimmtes Leben?
FĂŒr meinen Schock des Wochenendes ist Georg Meggle/telepolis verantwortlich. Er macht auf einen Vorgang aufmerksam, der nicht geheim oder auch nur klandestin war, sondern öffentlich und jederzeit zugĂ€nglich. Ich habs aber nicht gekannt. Ich lese sehr viel, im Netz und darĂŒber hinaus. TĂ€glich mehr als 20 verschiedene Quellen. Was stimmt nicht an meiner Lese-Agenda, dass ich in all den Corona-Monaten nie etwas von der Änderung der Pandemie-Definition im Jahre 2009Weiterlesen…

Insel der Vernunft: die Ultras

FĂŒr das westfĂ€lische RotbĂ€ckchen aus Lippstadt sind sie Abschaum, “das hĂ€ssliche Gesicht” des Fussballs. Sein GlĂŒck, dass in Deutschland Meinungsfreiheit herrscht, in der jede*r das Recht hat, Unsinn zu verbreiten. In Wahrheit ist es umgekehrt. Schon bei den Geziprotesten 2013 in der TĂŒrkei waren es die Ultras der Istanbuler Vereine BeƟiktaƟ, Fenerbahçe und Galatasaray, die gemeinsam die tĂŒrkische Demokratie gegen das Erdogan-Regime verteidigten. Danach intensivierte das RegimeWeiterlesen…

Gastronomen sind irre

Je teurer, umso unrentabler?
Der DLF wiederholte gestern ein WDR-Feature von Maike von Galen (geb. Jansen in Bonn): “Die Rechnung bitte! – Ein Blick in die deutschen SternekĂŒchen”. Produziert 2019, also PrĂ€corona. Schon ohne Coronakrise mussten Gastronom*inn*en, Köch*inn*e*n, Sommeliers, ServicekrĂ€fte (positiv) bekloppt sein, wenn sie in dieser Branche ihren Lebensunterhalt bestreiten wollten. Die Coronakrise wird die ökonomische Auslese der betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter beschleunigen und brutalisieren.Weiterlesen…

“Unvereinbar mit einer Demokratie”

Die nĂ€chsten Lockdowns, das Medienversagen und die Überreichen
Klaus Weinert/telepolis legt nahe, dass wir, die Logik der Covid-19-BekĂ€mpfung hochrechnend, in KĂŒrze die nĂ€chsten, und grundsĂ€tzlich regelmĂ€ssig “Lockdowns” erleben mĂŒssen. Ich gebe zu, selbst den Verdacht nicht loszuwerden, dass es starke gesellschaftliche KrĂ€fte gibt, die es auf diese Kollateralwirkung abgesehen haben. Ökonomische SchĂ€den werden einkalkuliert, sind als Disziplinierungsmittel sogar willkommen,Weiterlesen…

Überladene ProjektionsflĂ€che

Soll Fridays For Future jetzt auch noch einen Kanzler Söder verhindern?
Mir wird es langsam Ă€rgerlich. Der gute Beobachter und scharfe Analytiker Albrecht von Lucke/BlĂ€tter schreibt ein weiteres Mal die bereits gegenwĂ€rtige Unmöglichkeit von GrĂŒn-Rot-Rot herbei, wĂŒnscht nebenbei einen weiteren Sieg der SPD-Rechten innerhalb ihrer Partei, weil nur das die “Mitte” ĂŒberzeugen könne. Und weil er selbst keine eigene strategische Idee mehr hat, fantasiert er der Fridays For Future-Bewegung die Aufgabe zu,Weiterlesen…

Enten

Von GĂŒnter Bannas
Seit Wochen steht Angela Merkel in den Umfragen besser da denn je – weit vor der Konkurrenz von SPD und GrĂŒnen sowie jenen Politikern aus CDU und CSU, denen Ambitionen nachzusagen sind, sie im Amt der Bundeskanzlerin beerben zu wollen. Trotz einiger Zwischenhochs – wie in den vergangenen Tagen bei Sitzungen des Koalitionsausschusses – aber erlebt Merkel in der deutschen Innenpolitik derzeit, was amerikanischen PrĂ€sidenten in ihrer zweiten (und letzten) Amtszeit widerfĂ€hrt: Das Schicksal einer „lame duck“.Weiterlesen…

Wer will berĂŒhrt werden?

Gutes und böses Zweifeln
Wie verĂ€ndert die Corona-Krise das menschliche Zusammenleben? Unbemerkt verĂ€ndern sich “Frames”. Jahrzehntelang galt Zweifel und Skepsis als links, oder mindestens linksliberal. Jetzt soll es rechts sein. WissenschaftsglĂ€ubigkeit galt – auch und vor allem fĂŒr GrĂŒne – als konservative Gleichschaltung zugunsten industriellen “Fortschritts”. MĂŒhevoll wurden dagegen wortungeheuerliche DĂ€mme wie TechnikfolgenabschĂ€tzung gebaut. Jetzt gibt es scheinbar wieder “die” Wissenschaft. Und wer dem widerspricht, was die meisten dafĂŒr halten, gilt zwar wie immer als Ketzer, aber jetzt als Rechter.Weiterlesen…

Der Kerl will nicht still sein

Ein kleines Hoffnungszeichen fĂŒr die Bonner GrĂŒnen
Meine Ferndiagnose: ADHS fĂŒr Erwachsene plus die MĂ€nnerkrankheit nicht-rechtzeitig-aufhören-oder-wenigstens-einfach-mal-die-Klappe-halten-können. Die Bonner CDU habe ich in ihrer HeterogenitĂ€t in mehreren Jahren Ratskoalition nĂ€her kennen gelernt – anstĂ€ndige, ehrliche Leute und lernunfĂ€hige rechte Knallköpfe in einer Partei vereint. Gemeinsam ist ihnen der Konkurrenzneid auf die eigenen Parteifeinde – warum soll es ihnen besser gehen als mir bei den GrĂŒnen? – und, das ist das Besondere: seit der Europawahl im Vorjahr unter Schock. Und jetzt die Coronakrise: sie können ihr GlĂŒck der letzten Chance kaum fassen.Weiterlesen…

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