Thema: FAZ

Kinderfussball / Bierhoff&Klopp&Springer / Jüdisches / Nachtzüge / Scholz gegen Steuerehrlichkeit

Von , am Donnerstag, 19. Juli 2018, in Beuel & Umland, Fußball, Genuss, Lesebefehle, Medien, Politik.

Hier hatte ich bereits auf die politischen Umstände des Globalereignisses der Rettung thailändischer Kinderfussballer im Dienste der dortigen Militärdiktatur hingewiesen. Jetzt erinnerte sich die FAZ daran, dass sie mit Christoph Hein einen sachkundigen Ostasienkorrespondenten hat, hat ihn seine Arbeit machen lassen und es hinten auf ihren bunten Seiten vergraben.

Klopp von Bierhoffs Firma vermarktet

Elend soll ja Kreativität und Qualität hervorrufen. Der FR ging es in ihrer Geschichtre sicher nie schlechter als heute; sie gehört jetzt der FAZ, deren Gerschäftsleitung noch nicht richtig weiss, was sie damit machen soll. Im Sportressort sitzt mit Jan Christian Müller einer, der sogar vor dem Schreiben recherchiert, und schon seit längerem über den DFB mehr weiss als andere. Nun hat er rausgefunden, Weiterlesen

#metoo-Nachhilfeminuten / Trump-Gegner*innen / Chinafrica

Von , am Dienstag, 17. Juli 2018, in Lesebefehle, Politik.

Viele Männer sollen ja angeblich klagen, sie wüssten gar nicht mehr, “was noch erlaubt ist”. Ihnen wird heute wieder geholfen von Margarete Stokowski.
Svenja Flasspöhler hat im #metoo-Diskurs intelligent eine Marktlücke besetzt. Da besteht natürlich längerer Erklärungsbedarf, der praktischerweise gut als Promotion ihres Buches funktioniert. Ich meine das nicht lästerlich; das ist legitim. Der Inhalt ihrer Ausführungen dient der Debatte, und das ist gut.
Bettina Gaus hat einerseits zum Trump-Putin-Gipfel die Essenz schon geschrieben. Andererseits gehört zur Wirklichkeit auch das Treiben einiger Trump-Gegner*innen in den USA, Weiterlesen

Fussball-Liebe erkaltet nicht

Von , am Samstag, 14. Juli 2018, in Fußball.

Überragend war diese WM nicht, aber informativ. Zum Abschrecken und Abwenden hat sie nicht gereicht. Bekanntlich ist ein Mensch mit “seinem Verein” länger zusammen, als mit irgendeinem anderen Menschen. Alina Schwermer/taz, eine integre Linke mit Ahnung vom Fussball – sie hats verstanden, und weitet unseren Blick von unserem kleinen Land auf die Welt.
Nils Petersen in der WAZ und Christian Eichler/FAZ versuchen uns sogar den kroatischen Fussball sympathisch zu machen. Während Petersen als aktiver Fussballer gerade jetzt mit politischen Statements lieber vorsichtig ist, muss ich bei Eichler als normalerweise kritischem Fussballjournalisten Enttäuschung melden. Weiterlesen

Was ist das Merkel?

Von , am Donnerstag, 12. Juli 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Schon Helmut Kohl soll darüber gerätselt haben. Kein Macho dieser Welt bekommt eine entschlüsselnde Antwort auf diese Frage hin. Angela Merkel wird so zu einer riesigen Projektionsfläche für Männer und Frauen. Und weil die Frauen die Mehrheit sind, kann sie damit sogar Wahlen gewinnen.
Frauke Steffens/FAZ berichtet heute von den Diskussionen in den USA zum Nato-Gipfel, zum sinkenden Stellenwert Deutschlands, und dem stabilen Merkels. Subtil bringt sie darin Kritik am Kurs ihres eigenen Blattes unter, wie es wohl nur Auslandskorrespondentinnen vergönnt ist.
Einen Leuchtturm in der publizistischen Dunkelheit hat jedoch Constantin Seibt in der Schweizer “Republik” gesetzt. Weiterlesen

Sportifizierung des Politjournalismus

Von , am Mittwoch, 11. Juli 2018, in Medien.

Der geschätzte Kollege Harald Staun, Verantwortlicher der FAS-Medienseite, veröffentlichte einige kluge Reflexionen zum deutschen Politikjournalismus der letzten Wochen. Wird er auch in seiner Redaktion gelesen? Immerhin hat die sonst eifrig mauernde FAZ-Onlineredaktion seinen Text zugänglich gestellt.
Sie sollten es aus eigenem Interesse lesen. Denn Journalismus, der sich der 1:0-Berichterstattung nähert, ist der erste, der heute schon durch Algorithmen ersetzbar ist. Weiterlesen

Rettungstauchen für Militärdiktatur / BND

Von , am Dienstag, 10. Juli 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Ist es nicht rührend, wie während der WM kindliche Fussballspieler aus einer dunklen Höhle gerettet werden? Einer dunklen Höhle, in der sie von Wasser umschlossen gefangen gehalten werden. Die komplette Weltpresse, Meldungen sprachen von rund 1.000 Journalist*inn*en, drängelt sich im thailändischewn Urwaldgrün, um die Inszenierung ordentlich auszuleuchten – erst 4 Jungs, am nächsten Tag wieder 4 Jungs, und weil es so schön funktioniert einen weiteren Tag nur 3 Jungs, damit noch einer plus der Trainer übrigbleiben und die Spannung zugespitzt wird. Immer schön im Schweinwerferlicht, und weil es sonst so wenig zu zeigen gibt: einige ältere Herren in Uniform, Weiterlesen

Die österreichische Gefahr / Erfolg für US-Linke

Von , am Sonntag, 1. Juli 2018, in Lesebefehle, Politik.

Heute ist Sonntag, da gibt es beim Deutschlandfunk nicht nur schlechte Stimmung, sondern auch Personalnot. Darum ist sein heutiges Interview mit dem österreichischen Schriftsteller Robert Menasse (“Die Hauptstadt“) über die österreichische Gefahr für Europa auf der DLF-Homepage nicht im Wortlaut dokumentiert, sondern nur zusammengefasst (sie können es dort aber in voller Länge hören).
Täuscht es, oder ist die Strategiediskussion der US-Linken niveauvoller und entschieden weiter fortgeschritten, als hierzulande? Jedenfalls können die dort Wahlen gewinnen. Weiterlesen

Münsterplatz-Kaufhäuser – Benko will sie alle

Von , am Mittwoch, 27. Juni 2018, in Beuel & Umland, Politik.

Beim taumelnden kanadischen Kaufhof-Besitzer HBC hat die Führung gewechselt. Sie scheint nun doch bereit, vor dem verurteilten österreichischen Straftäter Rene Benko in die Knie zu gehen – übereinstimmende Berichte in WAZ und FAZ. Benko weiss nicht, wohin mit dem vielen Geld, das ihm zur Wäsche gegeben wird. Sein weiterer Vorteil: ihm gehts nicht ums “Warenhaus”, sondern um die Immobilie und ihren wertvollen Standort.
Während Benko als weitsichtiger, und in den Augen Vieler widerlicher, kühler Stratege handelt, steht ihm eine im vielfachen Sinne des Wortes amateurhafte Kommunalpolitik gegenüber. Weiterlesen

Habeck ist ein Liberaler

Von , am Dienstag, 26. Juni 2018, in Lesebefehle, Politik.

Ich weiss, wovon ich spreche. Ich war und bin schliesslisch selber einer, und habe die ganze Ambivalenz dieses Begriffes er- und durchlebt. Die generell lesenswerte FAZ-Rubrik “Quarterly” führte mit ihm ein Interview, das für alle, die das bisher bezweifelten, der letzte Beweis sein müsste. Bei den gegenwärtigen tektonischen Verschiebungen der deutschen Parteien ist das für die Rolle, die die Mehrheit der heutigen Grünen anstrebt, die richtige Besetzung.

Argentinien / Italien

Von , am Sonntag, 24. Juni 2018, in Lesebefehle, Politik.

Was mit Argentinien und Messi bei der WM los ist, wüsste ich so gerne, wie alle Freund*inn*e*n des schönen Fussballs. Dieses Rätsel bleibt uns erhalten. Der argentinische Fussball gehört im Lande selbst zum Problemkomplex OK, organisierte Kriminalität. Das hat Ähnlichkeiten mit der Branche der Agroindustrie, die in Argentinien eine Schlüsselrolle spielt. Und die wird jetzt von hier, aus dem Rheinland, aus dem schönen Leverkusen gesteuert. Der lateinamerikakundige Peter B. Schumann hat für den DLF dieses Interview mit dem Filmemacher und Parlamentsabgeordneten Fernando Solanas geführt.
Roberto Saviano hat, ähnlich wie wir, grosse Probleme mit einem ausrastenden Innenminister. Seine Probleme sind leider entschieden lebensbedrohlicher als für uns. Es ist für mich erstaunlich, wie politisch klarsichtig der Mann hier in der FAZ mit seiner aussergewöhnlichen, schwer erträglichen Lebenslage umgeht.

insa bestätigt Forsas Erdbeben nicht – eigene Agenda

Von , am Dienstag, 19. Juni 2018, in Fußball, Medien, Politik.

Heute wurden von der sogenannten Zeitung Bild Sonntagsfragen-Daten des AfD-nahen insa-Instituts veröffentlicht. Sie bestätigen das von Forsa diagnostizierte Erdbeben nicht, weil hier – Überraschung! – die CDU-Verluste von der SPD, man glaubt es kaum, ausgeglichen werden. Aber eine andere rechte Agenda wird sichtbar.
Der Chef des Insa-Instituts ist ein Netzwerker im Zwischenraum von CDU/CSU und AfD. So, wie Manfred Güllner Strategien des rechten SPD-Flügels unterstützt, machen in diesem Fall seine Freunde bei der FAZ durchsichtig, auf was sie hinaus wollen. Weiterlesen

Bannas

Von , am Sonntag, 17. Juni 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Günter Bannas ist in Rente. Wenn er das hier selbst lesen sollte, oder gute Freunde von ihm: bitte, bitte die E-Mail-Adresse schicken. Viele Ihrer alten Bekannten im Rheinland würden sich darüber freuen. Bannas war ein schwerer Verlust für das Rheinland und ist ein schwerer Verlust für Berlin. Für das Hauptstadt-Berlin, das wir von hier aus sehen können, für den Hauptstadtjournalismus, über den Friedrich Nowottny mal witzelte: man spreche wohl auch bald von “Hauptstadttoiletten”. Was den H-Journalismus betrifft war Bannas mit weitem Abstand der Beste. Weiterlesen

Nigeria? – Pfannenstiel!

Von , am Donnerstag, 14. Juni 2018, in Fußball.

Nigeria war schon zu oft mein “Geheimfavorit”. Aber jetzt bin ich verunsichert. Der Weltenbummler Lutz Pfannenstiel weist auf Verjüngung und exzellente athletische Ausbildung dieser Mannschaft in einer “Todesgruppe” – andere Gruppen hatte Nigeria noch nie – hin.
Pfannenstiel muss einerseits ein Irrer sein, wo und wie der schon überall gelebt hat. Dümmer hat ihn das nicht gemacht. Bei der letzten Kontinentalmeisterschaft Südamerikas, die von Kabel 1 in den Nachtstunden übertragen wurde, war er Co-Kommentator, einer der fachkundigsten, die ich in der Glotze bis dahin gehört hatte. Seine Mikrofonstimme ist nicht optimal, aber das macht seine Expertise wieder wett. Darum dürfte er ein guter Fang für die WM-Berichterstattung der FAZ sein.
Noch kein Fieber – aber erhöhte Temperatur.

Katar und die deutsche Fussball-Nomenklatura

Von , am Mittwoch, 6. Juni 2018, in Fußball, Lesebefehle, Politik.

Vor einigen Tagen meldeten deutsche Wirtschaftsteile besorgt, der als jähzornig bekannte saudische Kronprinz Mohammed Bin Salman habe angekündigt, deutsche Konzerne von saudischen Milliarden-Ausschreibungen und -Aufträgen auszuschliessen, weil wir hier alle zu saudikritisch und zu iranfreundlich sind. Liegt es vielleicht an den Lebens- und Machtverhältnissen in diesen Ländern? Die in beiden Fällen nicht mit Demokratie zu tun haben, aber im Iran mehr Widerspruchsgeist öffentlich werden lassen?
Ein weiterer Grund könnte die Liebe unseres Grosskapitals und unserer Regierung zu Katar sein. Weiterlesen

Rassismus-Debatte / WM-Kritik

Von , am Montag, 4. Juni 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Mark Siemons, einer der klügeren FAZ-Köpfe erklärt uns noch mal die Sache mit Lindners Bäckereischlange. Nach Siemons hilft uns die Kenntnisnahme des Fremdwortes “Ambiguität“. Bescheidwissen ist oft gar nicht die Lösung, sondern meistens ein Brett vor dem eigenen Kopf.
Ferda Ataman hat eins dieser Bretter bei Radio Bremen entdeckt und ist beim Entfernen behilflich.
In den Niederlanden gibt es eine ähnlich hitzige Rassismusdebatte, von der wir aber nichts mitkriegen, weil es ja noch nie ein*e Deutsche*r für nötig gehalten hat, diese Sprache zu lernen – wie es umgekehrt fast alle Niederländer*innen tun. Und wie gesagt: bei der B-Jugend (14-16-jährige) sind sie schon wieder Fussball-Europameister.
Womit wir wieder bei der WM wären. Während unsere “Qualitäts-TV-Medien” uns mit billigem Talkshowtrash vollkübeln, hat die kleine Wochenzeitung Jungle World ein recht anspruchsvolles WM-kritisches Titelthema geliefert – die vier Texte am Anfang dieses Inhaltsverzeichnisses sind alle lesenswert gelungen, selten genug.

Kleine Gewitterpause – EU / Verkehrswende

Von , am Freitag, 1. Juni 2018, in Lesebefehle, Politik.

Durch gewitterbedingten Schlafraub in den Morgenstunden – die Vögel waren schon wach, aber es war noch hinreichend dunkel für die optimale Wirkung der Blitze – verschieben sich meine Tagesrituale (ausser: das Mittagessen im Pastis). Der Regionalpresse zufolge blieben die Schäden im Bonner Tal gering, die Berge des Rhein-Sieg-Kreises (Hausbrände, Stellwerk in Rheinbach, Baumentwurzelungen) hat es schlimmer erwischt.
Lesen Sie zur Überbrückung: Weiterlesen

Wohnungspolitik / Libyen / Nowitschok / #metoo/WDR / Facebook

Von , am Dienstag, 29. Mai 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Die Plasberg-Kirmes hatte gestern im ARD-Progremm – ich habs nicht gesehen – ausnahmsweise mal ein wichtiges politisches Thema: die Wohnungspolitik. Hans Hütt/FAZ und Christoph Twickel/Sp-on haben es rezensiert.
Monsieur Macron versucht sich im Regieren fremder Länder, aktuell am Beispiel Libyen. Gelingen will es nicht.
Nowitschok – die Bundesregierung mag uns nicht alles erzählen, was sie weiss.
Der WDR hat dem Anwalt von Gebhard Henke, Peter Raue, Weiterlesen

DuMont macht dicht – Demokratieabbau live

Von , am Donnerstag, 24. Mai 2018, in Beuel & Umland, Medien, Politik.

Nachdem sich die Bonner Verlegerfamilie Neusser durch Verkauf an die Rheinische Post Cash gemacht und in die Büsche geschlagen hat, tut nun auch die Erbengemeinschaft DuMont in Köln einen grossen Schritt in diese Richtung. Das Nachsehen haben wie immer die Beschäftigten.
DuMont stellt zunächst die Hauptstadtberichterstattung für alle seine Blätter ein, und kauft die demnächst beim Haus Madsack in Hannover. Ex-DuMont-Chefredakteur Uwe Vorkötter beschreibt hier im Branchendienst Horizont diesen Vorgang. Medien sind den Lokalpatrioten ja meistens egal, aber trotzdem Köln, tiefer sinken geht kaum: Weiterlesen

BVB, sei nett zu Lucien Favre!

Von , am Mittwoch, 23. Mai 2018, in Fußball.

Gefühlt seit 1965 blickt die andere Borussia, der BVB 09 Dortmund in das Kaff Mönchengladbach. Mit einem Bruchteil des Dortmunder Geldes werden dort beständig Talente entdeckt und entwickelt, mit hohem und beständigem Gewinn an “grössere” Arbeitgeber weitervermittelt – aktuelles Beispiel Denis Zakaria – fussballerische Innovationen kreiert, ein neues Stadion gebaut, ohne daran (beinahe) pleitezugehen. Jetzt wachsen dort sogar – gelegentlich – Trainerpersönlichkeiten heran, nach denen sich andere Konkurrenten die Finger lecken. Andererseits lehrt die Geschichte, dass – vom Gott Hennes Weisweiler und “Gottsohn” Jupp Heynckes mal abgesehen – leistungsstarke Kräfte, die das unbeachtete Kaff Mönchengladbach verlassen, woanders nur selten glücklich werden. Weiterlesen

Krieg am Golf und Frieden in Korea?

Von , am Mittwoch, 23. Mai 2018, in Politik.

„Die USA hatten einst die Fähigkeit, in verdeckter Weise einen Sturz von Regierungen einzufädeln. Ich wünschte, wir könnten dies wieder haben.“

John Bolton heißt der Mann, der diesen frommen Wunsch 2007 in einer Rede auf dem Parteitag der britischen Konservativen äußerte. 2002/3 hatte er wie kaum ein anderer in Washington für den völkerrechtwidrigen Krieg der Bush-Administration gegen Irak getrommelt, einen schnellen Sieg und die Errichtung einer blühenden Demokratie in Bagdad vorausgesagt. Seine Fehleinschätzung bereut oder auch nur eingeräumt hat Bolton bis heute nicht.
Seit dem 9. April ist der 69-jährige der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump und betreibt den nächsten Regimesturz ganz offen. Gestürzt werden soll die Regierung in Teheran. Wenn das mit massiven wirtschaftlichen Sanktionen nicht gelingen sollte, mit militärischen Mitteln. Weiterlesen