Beueler-Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Kapitalismus (Seite 1 von 7)

Scheitert der Westen an seiner Hybris?

von Ludger Volmer
Es ist Zeit für eine politische Relativitätstheorie

Dies sei das „Ende der Geschichte“, behauptete der amerikanische Philosoph Fukuyama nach dem Sieg des Westens im Kalten Krieg. Etwas Besseres habe die Menschheit nicht mehr zu erwarten, der Geschichts-Telos habe sich erfüllt. Kritiker hielten lakonisch dagegen: Der Kapitalismus hat die Systemkonkurrenz gewonnen, aber er ist nicht die Lösung für die Menschheit. Wer hat Recht?
Der Westen habe keinen Plan, stellt Antje Vollmer fest und bedauert, dass mit dem Scheitern des „realen Sozialismus“ die Diskussion über nötige Systemalternativen im Westen versandet ist. Weiterlesen

Freiheit in Zeiten der Pandemie

von Dr. Hanspeter Knirsch
Die Pandemie macht die Armen ärmer, die Reichen reicher, offenbart und potenziert Stärken und Schwächen. Das gilt sowohl national wie auch global. Sie verschärft ohnehin vorhandene Konflikte und lässt vorhandene Ungleichheiten deutlicher hervortreten. Geschäftsmodelle, die schon vorher nicht oder nur mit hohen Verlusten funktioniert haben, wie etwa das Konzept der Regionalflughäfen, stehen vor dem Aus. Innenstädte veröden mehr denn je, während der Versandhandel 2-stellige Zuwachsraten verzeichnet. Die viel beschworene Disruption, findet in einer Weise und einem Tempo statt, wie es noch vor einem Jahr niemand für möglich gehalten hat. Diese Folgen von Covid 19 sind offensichtlich. Was die Pandemie aber mit unserer Freiheit macht, scheint höchst unklar zu sein. Auf jeden Fall ist Freiheit plötzlich ein Thema. Weiterlesen

Gnadenlose Profitgier unter Corona

Das, was Kritiker*innen des Fußball-Konzeptes im Frühsommer befürchtet haben, ist eingetroffen. Die Corona-Zahlen steigen exorbitant, die Intensivbetten und Testkapazitäten sind am Limit. Es ist klar, dass mögliche Impfstoffe, sollten sie denn wirklich zugelassen sein, für zwei Jahre knapp sind und erst Pflegepersonal, Hochgefährdete und Alte geimpft werden sollten – möglichst überall, nicht nur in reichen Ländern. Da stellt sich Thomas Bach, IOC-Präsident in Japan vor die Presse und verkündet die Olympischen Spiele in Japan für 2021. Weiterlesen

Eine Art Erdbeben

Feminismus ist Pop – oder frisst der Pop ihn auf?
Ja, es ist ein Distinktionsklischee, Sachen von Arte zu loben. Aber bitte, sehen Sie doch selbst. Was Élise Baudouin und ihr Team schon vor zwei Jahren als Dokumentation zusammengezaubert haben, unter dem Titel “Der neue Feminismus – Zwischen Pop und Marketing” schien mir Up To Date, und stellte die Herren Welke und Böhmermann am gleichen Abend in den Schatten. Der Film diskutiert mit zahllosen wahnsinnig schönen kämpfenden Frauen die in der Unterüberschrift formulierte Frage. Weiterlesen

Die Machtfrage

“Du hast ein kritisches kapitalistisches Ich. Dabei bist du eine durchschnittlich verbrauchende solidarische Person. Du bist leistungsbereit und dir dabei stets deiner Verantwortung bewusst. Du bist immer ganz vorne mit dabei. Dein Anspruch ist Teil deiner DNA. Du bekommst, was du willst und konsumierst stil- und qualitätsbewusst. Exklusivität ist für dich kein Luxus. Du wirst jedoch ausgebeutet, Im Großen und Ganzen bist du zufrieden.” Weiterlesen

Wahrnehmungsstörung

Unser Körper und das blamable Gedächtnis unserer Stadt
Selbstbewusste Menschen, die mit sich selbst im Reinen sind, sind schwieriger über den Tisch zu ziehen, auszubeuten, und zu unterdrücken. Da trifft es sich für den Kapitalismus gut, dass so viele sich an Fältchen und Speckpölsterchen an sich selbst so dermassen stören, dass sie bereit sind, Stunden über Stunden, in der Summe viele Wochen, damit zu verbringen, diese Probleme an sich selbst zu bearbeiten. Der Kapitalismus, schlau wie er ist, macht auch das zu einem blähenden Geschäfts- und Profitzweig.
Anja Schrum/DLF-Kultur hat sich das mal näher angesehen. Weiterlesen

Wer will berührt werden?

Gutes und böses Zweifeln
Wie verändert die Corona-Krise das menschliche Zusammenleben? Unbemerkt verändern sich “Frames”. Jahrzehntelang galt Zweifel und Skepsis als links, oder mindestens linksliberal. Jetzt soll es rechts sein. Wissenschaftsgläubigkeit galt – auch und vor allem für Grüne – als konservative Gleichschaltung zugunsten industriellen “Fortschritts”. Mühevoll wurden dagegen wortungeheuerliche Dämme wie Technikfolgenabschätzung gebaut. Jetzt gibt es scheinbar wieder “die” Wissenschaft. Und wer dem widerspricht, was die meisten dafür halten, gilt zwar wie immer als Ketzer, aber jetzt als Rechter. Weiterlesen

Kein New Age, please

Die Lehre aus der Coronakrise ist für Slavoj Žižek nur eine neue Form von Kommunismus
Zeit zum Nachdenken, Chance für die Entschleunigung, bewusster leben. Während der Coronakrise verging kaum ein Tag, an dem nicht die Chancen für einen anderen Lebensstil beschworen wurden, den das Coronavirus – neben den Schrecklichkeiten – doch biete.

Für derlei Ideen hat Slavoj Žižek wenig übrig. Am Schluss seiner jüngsten, gerade in den USA erschienenen Streitschrift verfällt der slowenische Philosoph in den Duktus eines Achtziger-Jahre-Altlinken, der die aufkommende Seuche der „Selbsterfahrung“ als Ablenkung von der harten Pflicht des Klassenkampfs geißelt. Weiterlesen

Entsozialisierung, unsexy

Zieht ein neuer Generationenkonflikt herauf? Es gibt die These, dass die Coronaviruskrise bereits angelegte gesellschaftliche Entwicklungen beschleunigt, und wie durch ein Brennglas sichtbarer macht. Sie ist nicht Grund oder Ursache, sondern “nur” Beschleuniger. Da ist wohl was dran. Ein Brennglas ist erneut das Fußballbusiness. Das testet, ob es auch ohne richtige Menschen (= Fans) funktioniert. Sie wünschen es sich so sehr, es könnte Kosten senken und Profite steigern. In allen anderen gesellschaftlichen Bereichen ebenso: Handel ohne Kaufhäuser, Parteien ohne Parteitage, Wahlen ohne Wahlkämpfe, Schule ohne Schule … Weiterlesen

Krankheit, Tod, die Leistungsgesellschaft

… oder ein lebenswertes Leben?
von Katika Kühnreich

In einer Zeit, in der die meisten von uns durch die Ereignisse und die Berichterstattung der Corona-Epidemie entwurzelt und durch immer neue Nachrichten ständig hin und her geweht werden, wie ein Blättersturm im Herbst, fehlen oft die Zeiträume, in denen überlegt werden kann.

Denn was der Sturm gerade freilegt, sind die ideologischen Knochen unserer Gesellschaft und derjenigen, die Politik und Wirtschaft bestimmen. Aber der Sturm bietet auch die Möglichkeit, Fragen nach einer anderen Gesellschaft aufzuwerfen. Weiterlesen

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