Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Lutz Hachmeister

Detonation – immanenter Systemzusammenbruch

Journalismus stirbt durch politisches Desinteresse
Das Gerede von der “Vierten Gewalt” ist eine missratene Autosuggestion und durch die Verfassung nicht gedeckt. Wenn eine Milliardärsfamilie “die Lust verliert”, wie z.B. in Köln, dann verschwindet der (lokale) Journalismus eben eines Tages. Wer würde ihn in Köln vermissen, ausser Lutz Hachmeister? Entsprechend verbittert und realistisch ist der Mann.
Die Bestandsaufnahme des “Medienquartetts” im Deutschlandfunk gestern AbendWeiterlesen…

Medienpolitik, deutsche – dreivierteltot

Er ist jetzt schon über ein halbes Jahr alt. Ich habe mir damals einen Wolf gesucht, um Unterlagen der entsprechenden Böll-Stiftungs-Tagung, die in der Nähe von Polen angesiedelt war, im Internet zu finden. Nun hat die Medienkorrespondenz den dort gehaltenen Vortrag von Lutz Hachmeister “Die Dämmerung des dualen Systems – Über einen notwendigen Entwicklungssprung in der Medienpolitik”, dokumentiert. Das Werk ist also gut abgehangen, und leider, leider, wie es klassisch für die gegenwärtige deutsche Medienpolitik ist, ist es akut geblieben.
Ich kenne den Hachmeister seit 40 Jahren. Von etlichen menschlichen Schwächen habe ich gehört, manches hat sich rausgewachsen, anderes nicht. Blitzgescheit ist er geblieben,Weiterlesen…

Härteste Medienkritik

Nele Günther liest Anstalten und Verlagen die Leviten
Frau Günther ist Studentin an der Hochschule der Medien in Stuttgart. In einer DLF-Diskussion “Wie dem Journalismus das Personal ausgeht” setzte sie gestern Abend die Höhepunkte: mit ihrem unbarmherzig realistischen Bericht aus der Praxis einer nichtangestellten “freien” Mitarbeiterin, die sich in der Hierarchie von Lokalredaktionen immer ganz hinten anstellen musste. Dieser Bericht stellte den aktuellen Ruin deutscher Medien sachgerecht aus.Weiterlesen…

Risikoaversion – ARD-Tatort unter Druck

Denkarbeit an “Drittem” Mediensystem – endlich! (s. Update unten)
Matthias Dell war Nachfolger von Barbara Schweizerhof als Medienredakteur beim Freitag. Aber lange hat er anscheinend das Augstein-Regime dort auch nicht ausgehalten. Heute ist er ein inhaltlich auffälliger und – notgedrungen? – fleissiger “freier” Medienjournalist (DLF, Zeit-online, weiterhin Freitag usw.). Erstmals fand ich ihn gestern im FAZ-Feuilleton, mit einer wichtigen Angelegenheit, die ich an anderen Stellen leider bisher nicht gefunden habe: die ARD, ihr “Tatort” und die Frage, welche Rolle dort Frauen spielen.Weiterlesen…

Guck’ mal Bonn: Hannover!

weiter unten: Terror / FBI / Politikjournalismus
Sozialdemokraten mögen jetzt entgegnen: guck’ mal Mainz. 22% für eine Grünen-Kandidatin. Das hatten wir in Bonn schon 2015 für Tom Schmidt; und Jürgen Nimptsch ist mit seinem Amtsbonus schon damals in den Karneval abgewandert.. In Hannover sind der CDU- und der Grünen-Kandidat in die Stichwahl gekommen. So wird es auch nächstes Jahr in Bonn kommen. Es sei dennWeiterlesen…

Lieber WDR-Rundfunkrat: Agendasetting ist das Problem!

mit Update 4.7.
Erneut wird viel Aufregung um die AfD produziert, exakt nach deren Drehbuch. Ist es nun richtig oder falsch sie in Talkshows einzuladen? Ist es nun richtig oder falsch, wie die “Talkmaster” mit ihnen umgehen? Ist es gerecht oder ungerecht, wie die Redezeit verteilt wird? Nein- das ist alles egal.
Entscheidend ist: welches Thema wird gesetzt? Welche Denke, welches Framing und welche Strategie steckt dahinter? Weiterlesen…

Twitter oder FAZ?

Es gibt zum Glück noch mehr Möglichkeiten
Wolfgang Michal hat sich zu einer launigen FAZ-Kritik hinreissen lassen. Ja, das lässt schon tief blicken und ist auch nicht unlustig. Und seine selbstformulierten Skrupel weisen ihn als reflektierten Autor und Menschen aus. Den ernsten Kern habe ich bei ihm bereits als Kommentar hinterlassen: wer sich auf eins oder wenige Medien fixiert, ist selber schuld und wird mit Selbstreferentialität, in schweren Fällen lebenslänglich, bestraft.Weiterlesen…

Dünnbrettbohrer gegen Grimme-Chefin

Mit Update
Frederik Schindler gibt den bracheninternen Kritikern von Grimme-Instituts-Chefin Frauke Gerlach heute Raum in der taz. Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Darum hier einige subjektive Ergänzungen.
Bei Gerlachs Wahl haben männliche Konkurrenten den Kürzeren gezogen. Qualifizierte Konkurrenten; darüber würde ich am Beispiel Dieter Anschlag nicht zweifeln. Die Community der Medienpublizistik ist recht übersichtlich. Alle kennen sich untereinander. Die Einen mag mann, die Anderen weniger. Das ist menschlich und nicht verwerflich, sollte nur beim Betrachten so einer Szenerie nicht vergessen werden.Weiterlesen…

Klassenkampf an unserer Haustür

Mit Update
Weil die Linkspartei gerade mal wieder keine Zeit für Politik hat, muss Jan Böhmermann jetzt ihren Job machen. Seine Schreibtischnummer war gestern mal wieder – Kompliment! – ein Höhepunkt politischer Aufklärung. Heftiger Dank an die Rechercheur*inn*en der bildundtonfabrik in Köln-Ehrenfeld, die ihm das aufgeschrieben haben. Die gewerkschaftlich hochorganisierten Müllwerker sind geradezu eine Arbeiteraristrokratie gegenüber dem Proletariat, dem er sich gestern widmete:Weiterlesen…

FAZ wütend wie Rummenigge

Immerhin beschäftigt sie in ihrer Sportredaktion noch Journalist*inn*en, die recherchieren dürfen. Aber bei der aktuellen Welle der Football-Leaks sind sie nicht dabei. Dafür aber die verhassten Öffentlich-Rechtlichen vom NDR, FAZ-Möchtegern-Herausgeber Michael Hanfeld muss wieder in verfügbare Tischkanten beissen. Es ist, als wenn die Andern ihm eine lange Nase drehen. Das führt zu einem abgedrehten Kommentar von Michael Ashelm, der besorgniserregende Ähnlichkeiten mit der Verfassung von CDU/CSU und SPD aufweist;Weiterlesen…

Aussterbende Journalismus-Typen

Andreas Rossmann und Horst Tomayer
Vieles wird heute besser als früher. Journalismus scheint nicht dazu zu gehören. Letzte Woche prophezeite Lutz Hachmeister im DLF (in seinem Schlusswort am Ende dieser Sendung), er werde als “Journalismus der Reichen und ihrer Stiftungen” überleben. Ein grosser Unterschied zum auf Papier gedruckten Journalismus der Vergangenheit wäre das nicht. Was aber tatsächlich auszusterben scheint sind Journalist*inn*en, die sich ein Berufsleben lang mit einem Thema oder einer Sache verbinden.
Zum Beispiel Andreas Rossmann/FAZ, der Ruheständler. In der FAZ lieferte er eine kenntnisreiche Buchbesprechung zum Nachkriegsstädtebau im Ruhrgebiet ab.Weiterlesen…

Strategieverwahrlosung

Lutz Hachmeister hat, fast unbemerkt, inhaltlich wieder zugeschlagen. Bei der Bundeszentrale für politische Bildung hat er zusammen mit seiner Kollegin Justine Kenzler eine treffende Bestandsaufnahme deutscher und europäischer Medienpolitik abgeliefert. Sie kennzeichnet die ganze Provinzialität deutscher Politik, die Weltabgeschiedenheit in Berliner und Landeshauptstadts-Blasen, die banale Unkenntnis, hervorgerufen durch gerade-keine-Zeit-haben und was Wichtigeres tun müssen und im Kopf haben.
Das führt dazu, das sogar ein Sputniknews-Autor wie Andreas Peter besser Bescheid weiss,Weiterlesen…

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