Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Venezuela

Harte Machtformationen

Sie konnten in Lateinamerika nicht aufgeknackt werden – Interview mit der Soziologin Karin Fischer ĂŒber die Lehren aus den Pink-Tide-Regierungen
Unter dem Titel „Von Engels gelernt? Linke Utopien und emanzipatorische Praxis in Lateinamerika“ begaben sich im September 2020 etwa 50 Neugierige an die Wuppertaler Uni, um an zwei Tagen den Vortragenden, ĂŒberwiegend aus dem linken, akademischen Spektrum, zu lauschen und Fragen zu stellen. Auch die ila war vor Ort und hat bei Karin Fischer, Expertin fĂŒr Globale Soziologie und Entwicklungsforschung an der Uni Linz, nachgefragt. In ihrem Vortrag auf der Konferenz befasste sich Fischer mit „Klassenherrschaft und Weltmarktintegration“ in Lateinamerika.Weiterlesen…


und dann kam Corona

von Adam Isacson
Zum VerhÀltnis von MilitÀr und Zivilgesellschaft in Lateinamerika

Die Beziehung von MilitĂ€r und Zivilgesellschaft ist in Lateinamerika schon immer kompliziert gewesen. Fast ĂŒberall hat das ernsthafte Auswirkungen auf die Menschenrechtslage. Nach den MilitĂ€rdiktaturen der 1960er- bis 1980er-Jahre gab es in der Region entscheidende Fortschritte in Richtung Demokratie und Freiheit. Dieser Prozess hat sich in den letzten Jahren jedoch schon zunehmend verlangsamt, besonders im Jahr 2019 gab es RĂŒckschlĂ€ge – und dann kam Corona.Weiterlesen…

Die soziale und rÀumliche Dimension der Pandemie

von Robertha Barros und Paulo Victor Melo
In Brasilien erkranken und sterben deutlich mehr Bewohner*innen armer Viertel als wohlhabender Bezirke an COVID-19

Der Theologe und Philosoph Leonardo Boff schrieb jĂŒngst, dass die Coronapandemie eine „einmalige Möglichkeit darstellt, unsere Lebensweise im gemeinsamen Haus (Motto einer 2016 entstandenen Initiative des nationalen Rats christlicher Kirchen Brasiliens) zu ĂŒberdenken“. Die Autor*innen des nachfolgenden Beitrags zeigen, wie weit Brasiliens StĂ€dte heute davon entfernt sind, ein „Gemeinsames Haus“ zu sein, in dem alle Bewohner*innen menschenwĂŒrdig leben und ihre Gesundheit schĂŒtzen können. Aber sie teilen die Hoffnung Leonardo Boffs, dass ein Umdenken möglich und vor allem dringend notwendig ist.Weiterlesen…

Corona in schwachen, bedĂŒrftigen LĂ€ndern

Globaler UNO-Plan – 38 LĂ€nder im Fokus – Zur Finanzierung 2,2 Milliarden US-Dollar “frisches Geld” benötigt – Unklar, ob UNO Forderung der Hochkommissarin fĂŒr Menschenrechte nach Aufhebung von Wirtschaftssanktionen gegen Iran, Kuba, Venezuela und Simbabwe unterstĂŒtzt
Mit einem am Mittwochnachmittag in Genf und New York vorgestellten „Globalen humanitĂ€ren Plan“ zur Reaktion auf die COVID-19 Pandemie will die UNO besonders gefĂ€hrdete LĂ€nder und Bevölkerungen bei der BekĂ€mpfung des Corona-Virus unterstĂŒtzen. Der Plan identifiziert insgesamt 38 Staaten, fĂŒr die jeweils mindestens zwei von vier nachfolgenden Kriterien gelten:Weiterlesen…

Venezuelas Bevölkerung muss ĂŒber die Erneuerung entscheiden

Interview von Britt Weyde mit dem venezolanischen Soziologen Edgardo Lander

Edgardo Landers Urteil auf der Pressekonferenz in Berlin ist niederschmetternd: „Die tiefe soziale Krise zeigt sich in allen wirtschaftlichen Indikatoren, die heute schlechter als vor Beginn des bolivarischen Prozesses sind. Aktuell betrĂ€gt das Bruttosozialprodukt etwa die HĂ€lfte dessen, was es noch vor vier, fĂŒnf Jahren betrug. Eine derartige Rezession findet normalerweise in Folge eines schweren Krieges statt. Diese Regierung kann nicht als ‚linke Regierung‘ bezeichnet werden.“ Der renommierte Intellektuelle, der in den Anfangsjahren der Regierung von Hugo ChĂĄvez zu dessen Beraterstab gehörte,Weiterlesen…

Linke Wagenknecht-Abrechnung / Frauenfussball

Die Junge Welt hat lange Zeit, Ă€hnlich wie die nachdenkseiten, den ParteiflĂŒgel der sich “Die Linke” nennenden Partei publizistisch unterstĂŒtzt, dem auch Sahra Wagenknecht angehörte. Dann ist es der durchtriebenen Angela Merkel mit ihrer “Grenzöffnung” gelungen, diese machtvolle politische Kraft zu spalten und “die Menschen” ersuchten stattdessen die AfD fĂŒr sie zu sprechen. Wichtig ist ja vor allem, sich die Welt irgendwie erklĂ€ren zu können …Weiterlesen…

Northstream2 / Nigeria / Venezuela / Tatort

Zum ersten Mal las ich heute substanzielle Argumente gegen das Northstream2-Projekt. Sie betreffen jedoch nicht deutsche Interessen, sondern russische. Was Ute Weinmann/Jungle World schreibt, wird als öffentliches Thema die Putin-Administration nicht amĂŒsieren. Im Kern ist ihre These, dass unter ihrem Deckmantel die AusplĂŒnderung des Staates, in diesem Fall des Staatskonzerns Gazprom, durch (regimetreue) Oligarchen fortgesetzt wird, wie zu “besten” Jelzin-Zeiten.
Von hiesiger Öffentlichkeit unbemerkt ist im bevölkerungsreichsten Land Afrikas, Nigeria,Weiterlesen…

Venezuela – verschiedene Meinungen

Der Caudillismo ist leider ein Problem, das die politische Rechte nicht exklusiv hat. Darum gab es schon zu Venezuelas verstorbenem PrĂ€sidenten Hugo Chavez unterschiedliche Meinungen, auch innerhalb der lateinamerikasolidarischen Linken. Chavez profitierte nicht nur von einer guten Rohstoffkonjunktur, sondern auch von seiner hohen strategischen und PR-Intelligenz. An alldem scheint es seinem Nachfolger Maduro zu mangeln. Ich schreibe “scheint”,Weiterlesen…

UNO und Menschenrechte – tiefe Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit

von Andreas Zumach

Stellen wir uns vor, der UNO-Menschenrechtsrat tagt, und niemand geht hin. WĂŒrde das irgendetwas Ă€ndern an der realen Menschenrechtslage in vielen LĂ€ndern und Regionen dieser Welt? Was wĂ€re, wenn zumindest einige der 47 Mitgliedsstaaten des 2006 gegrĂŒndeten Human Rights Council (HRC), der gestern in Genf zu seiner 37. Routinesitzung zusammenkam, keine Regierungsvertreter und Diplomaten entsenden wĂŒrden. Oder wenn Amnesty International, Human Rights Watch und all die anderen Menschenrechtsorganisationen, die anlĂ€ĂŸlich der HRC-Sitzungen engagierte Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit betreiben, um MenschenrechtsverstĂ¶ĂŸe anzuprangern und zu stoppen, diesmal aus Protest ganz fernbleiben wĂŒrden? Es gĂ€be wahrlich genug GrĂŒnde, die Sitzung dieses UNO-Gremiums unter Teilnahme einiger der schlimmsten Menschenrechtsverletzer unter den 193 UNO-Mitgliedsstaaten als verlogene AlibiĂŒbung wahrzunehmen.Weiterlesen…

Ende des linken Zyklus?

von Gert EisenbĂŒrger

Lateinamerikas progressive Regierungen in der Defensive

Noch vor wenigen Jahren schienen linksreformistische Parteien in Lateinamerika in der Offensive. In den meisten sĂŒdamerikanischen und einigen zentralamerikanischen LĂ€ndern hatten Mitte-Links-Koalitionen Wahlen gewonnen. Dank hoher Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt florierten die Volkswirtschaften. Dadurch konnten die progressiven Regierungen soziale Reformen umsetzen, die fast ĂŒberall zu einem RĂŒckgang der Armut fĂŒhrten. Doch dann fielen die Preise vieler Rohstoffe. Die wirtschaftliche Entwicklung stagnierte, in einigen LĂ€ndern kam es zu Rezessionen, in Venezuela gar zu einer tiefen Wirtschafts- und Versorgungskrise. Als Folge der ökonomischen Probleme verloren die linken Regierungen an UnterstĂŒtzung. Im Jahr 2016 gelangte die Rechte in den beiden grĂ¶ĂŸten LĂ€ndern SĂŒdamerikas wieder an die Regierung. In Argentinien gewann sie die Wahlen, in Brasilien wurde PrĂ€sidentin Dilma Rousseff in einem fragwĂŒrdigen Verfahren ihres Amtes enthoben und durch ihren konservativen VizeprĂ€sidenten ersetzt. Sind die linken Regierungsprojekte am Ende? Der folgende Beitrag gibt einen Überblick ĂŒber die aktuelle Lage.Weiterlesen…

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