Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: MDR-Altpapier (Seite 2 von 7)

Groko-Hormone

“Grosse Koalition” ist eine sachlich falsche Beschreibung. “GroKo” dagegen hat einen Klang, der sich irgendwie weiter treffend anfühlt. Der Hessische Rundfunk ist der derzeit führende ARD-Sender, der sich mit solchen Ausdrucksproblemen rumschlagen muss. Darüber berichtete gestern René Martens/MDR-Altpapier.. Die komplizierte Beziehung zwischen Sex und Politik – wer wüsste besser darüber Bescheid als Journalist*inn*en? Und laut Martens hat die HR-Studioleiterin in der Landeshauptstadt die auf den Punkt gebracht. Weiterlesen

Apokalypse-Karussell

Und am Steuer ein schlechter alter Bekannter

Zu den nationalen Brettern vorm Kopp nationaler Diskurse empfehle ich die Betrachtung von Christian Bartels/MDR-Altpapier. Hierzulande sind die Karussell-Piloten mit ihrer Selbstbesoffenheit beschäftigt: die Ministerpräsident*inn*en-Konferenz mit dem Bundeskanzler wurde nicht gesprengt – nicht von der CDU und nicht vom Bundesfinanzminister. Sie hat sich über die Betrachtung eines Popanzes (angebliche “Überlastung” durch Migration, die sowieso nicht aufzuhalten ist) geeinigt und Materielles (49-€-Ticket) vertagt. So hat es Olaf Scholz schon in den Vereinigten Deutschen Studentenschaften (VDS) gelernt. Da macht ihm keine*r was vor. Weiterlesen

Faktenbieger

“Der ‘Spiegel’ ist erneut mit einem polarisierenden Heft-Cover zum Thema Migration aufgefallen. Darauf zu sehen ist Scholz und ein Zitat von ihm: ‘Wir müssen endlich im großen Stil abschieben.’ Was nicht auf dem Titel steht: Das eigentliche Zitat Scholz’, das der ‘Spiegel’ für sein Cover stark (und meiner Meinung nach Sinn entstellend) verkürzt hat: ‘Wir müssen endlich im großen Stil diejenigen abschieben, die kein Recht haben, in Deutschland zu bleiben.'”

Zitat Johanna Bernklau/MDR-Altpapier. Weiterlesen

Bescheidwissen und Rechthaben

mit Update 23.10.

Weltmeister im Fussball sind “wir” nun schon neun Jahre nicht mehr. Aber im Bescheidwissen und Rechthaben können “wir uns” immer noch jeder Weltmarktkonkurrenz stellen. Jedes Jahr wird das z.B. beim Frankfurter Buchspektakel immer wieder aufs Neue dokumentiert. Wenn schon zunehmend die grossen Kapitalströme an “uns” vorbeifliessen, dann werden “wir” und “unsere” letzten überlebenden Medien radikal humorlos. Weiterlesen

Strukturelle Hysterie

mit Update nachmittags

Die real existierende Medienökonomie und die rechten Hetzer*innen haben materialistisch betrachtet ein gemeinsames Interesse. Paula Diehl, Professorin in Kiel, soll es so formuliert haben: “im ‘Drang zur Komplexitätsreduktion’, in der Neigung zur Zuspitzung, Emotionalisierung und Personalisierung etwa. Populisten bieten, so Diehl, durch ihre Logik der Gegensätze ‘ein konfliktträchtiges Narrativ’ für Medien. Es ist der Populismus der AfD, der Journalisten vor so große Probleme stellt, weil er sich so ähnlicher Mechanismen bedient wie sie.” Ich habe diese digital eingemauerte Wiedergabe aus der SZ-Paywall hier geklaut. Weiterlesen

Das Böse und der Wolf

Der Kollege Florian Schwinn/overton hat seine wolfskritische Recherche fortgesetzt: Wolf und Weidetiere / Teil 2 – 50 tote Schafe im Landkreis Stade, 22 gerissene Schafe im Landkreis Harburg, dann zwei Kühe wieder bei Stade. Die Wölfe in Niedersachsen sind sehr aktiv und ihre Angriffe auf Nutztiere kommen den Dörfern immer näher.” Ich lerne daraus: der Wolf lernt, und zwar schnell. Ich stelle mir vor, er begegnet mir abends am Bhf. Ehrenfeld auf der Strasse, wie es dort die Füchse schon ständig tun. Weiterlesen

Die Teppichausroller

René Martens/MDR-Altpapier beklagt “Das Problem heißt Anti-Intellektualismus” und er hat Recht. Es spricht nichts gegen Interviews mit relevanten AfD-Faschist*inn*en. Das Dumme ist nur: es würde viel Vorbereitungsarbeit machen: für Fakten- und rhetorische Sicherheit. Das kann offensichtlich nicht jede*r. In der Mediengegenwart weiss ich Keine*n. Slomka vielleicht? Anne Will, als sie noch Tagesthemen moderierte? Es würde nicht um folgenlose Witzigkeit gehen, wie in der heute-show. Es gab mal Leute, die das konnten. Weiterlesen

Was lehrt der Fall Aiwanger?

Allzu viel Hilf- und Folgenlosigkeit

Der Aiwangerhubsi interessiert mich nicht. Noch nicht einmal Bayern. Wer so wählt, wie die, hat nichts Anderes verdient. Nur um München tuts mir leid (und Nürnberg). Die Münchner*innen hatten immerhin immer einen fetten Flughafen, von dem aus sie bei Bedarf jederzeit abhauen konnten. Wenn die dann allerdings bei Bundestagswahlen teilnehmen, dann hat der Spass noch jedes Mal aufgehört. Darum haben wir uns schon hier mit diesem Kretin beschäftigt, und nun sogar ich. Weiterlesen

Korsett-Körper

Ist der Anlass nun “Barbie”? Nee, wahrscheinlich ein neues Buch, das beworben werden soll. Aber der Interviewhappen lässt hoffen, dass es ein wichtiges, lesbares und angemessen politisches Buch ist. Linn Vertein (Interview)/Jungle World: Ada Borkenhagen, Psychoanalytikerin, im Gespräch über Schönheitsideale und den »Barbie«-Film: »Der Körper ist zum Kleid geworden« – Der Film »Barbie« wird als feministischer Kinohit gefeiert, dabei haftet Barbie seit jeher der Ruf an, unrealistische Schönheitsideale und Weiblichkeitsklischees zu reproduzieren. Ein Gespräch mit Ada Borkenhagen über kulturelle und gesellschaftliche Dimensionen und den Wandel von Schönheitsidealen.” Weiterlesen

Faeser ist erledigt

Eine Bundesinnenministerin im Wahlkampf ist eine ganz schlechte Idee

mit Update 16.8.

Die Sozialdemokraten lieben es schematisch. Ihre dänischen Genossen hatten eine Wahl “gewonnen”. +1,6%, das ist für deutsche Sozis umwerfend. Wie haben die dänischen Sozis das gemacht? Sozial hart sozialdemokratisch, kulturell so rassistisch wie die Rechten (Flüchtlinge raus, und fernhalten von Dänemark). So tragen die Sozis zur Rechtsverschiebung der veröffentlichten Diskurse aktiv bei. Und weil das so spektakulär “erfolgreich” war, macht die Spitzenkandidatin der SPD in Hessen das auch so. Dumm nur für die Demokratie, dass sie das als Bundesinnenministerin macht. Weiterlesen

Wiedersehen mit Kottan

Und: Anneke bei Ina

mit Update 10.8.

Es war für mich in den 70er Jahren ein TV-kulturelles Erweckungserlebnis. Meine WG wäre imstande gewesen, einen Fanclub zu gründen. “Kottan ermittelt” nahm diesen “Das ist doch die Härte: Oberlippenbärte!” jeden Überrest an Autorität und gab sie vor den damaligen TV-Glotzermassen der realistischen Lächerlichkeit preis. Und den österreichischen Politdschungel, dessen Gipfel der Verkommenheit erst noch bevorstand. Es war also prophetisch. Schade für Österreich, aber lustig für uns Piefkes. Weiterlesen

Freibad

An einem Tag, den ein Wetterfrosch gestern als “nasse Angelegenheit” beschrieben hat und in Beuel nur mühevoll 20 Grad erreicht werden, will ich mal über das Freibad schreiben, eine Einrichtung, die ich schon seit Jahrzehnten nicht mehr betreten habe. Schon als Schüler wurde ich ärztlich vom Schwimmunterricht befreit, weil ich immer Mittelohrentzündung bekam. So lernte ich in der freien Doppelstunde Kickern, Flippern und Pilstrinken. Das in Schwimmbädern verbreitete Chlor schmeckte mir so wenig, wie die ständige Überfüllung, wenn das Wetter es mal hätte angenehm machen können. Dennoch: viele Menschen mögen es. Jede*r, wie sie*er will. Weiterlesen

Selbstdemontagen

Revolutionär*inn*e*n müssen deutsche Medien nicht bekämpfen – das können die selbst viel besser

Ohne Paywall erinnert FAZ-Redakteur Hanno Mußler an eine fette alte Konkurs-Geschichte, die im Rückblick das Ende der Ära Kohl beendete: Bankenaufsicht: René Benko – Einzelfall mit einigen Parallelen – Charismatische Gründer, verschachtelte Firmen und der Fokus auf nur einen Schuldner: Die Sonderprüfung der Signa-Kredite durch die Bankenaufsicht der EZB erinnert an den Fall Kirch.” Einerseits ist das ein nachtretendes “Siehste!”, weil sich die FAZ seinerzeit im Konkurrenzkampf rechter Medien nicht ausreichend gewürdigt fühlte. Weiterlesen

Keine Gewinner

– ausser der Rüstungsindustrie

Die sozialdemokratischen Kolleg*inn*en vom ipg-journal veröffentlichen eine zuerst in El Pais erschienene Analyse von Monica Hirst und Juan Gabriel Tokatlian: Globale Spaltung – Mit einer Friedensinitiative plant Brasilien den Krieg in der Ukraine zu stoppen. Diese wird vom Westen verurteilt und vom Süden gefeiert.” Autorin und Autor referieren ausführlich die Position der brasilianischen Lula-Regierung, deren Wahlsieg gegen den Faschisten Bolsonaro alle Demokrat*inn*en dieser Welt herbeigesehnt hatten. Die Rationalität der Argumentation ist für Leidtragende deutscher Mediendiskurse erholsam wie ein Traumurlaub in Ipanema. Weiterlesen

Nachhilfeminuten Realpolitik

Most important of 23. Juni 2023

Roland Bathon/telepolis: ‘Präventiver Vergeltungsschlag’: Russlands gefährliche Atombomben-Diskussion – Namhafte russische Experten schocken nicht nur die Fachwelt mit der Forderung nach einem Erstschlag. Dagegen gibt es auch in Russland Widerspruch. Wurde die Debatte von oben lanciert?” Kennen Sie Leute mit Regierungseinfluss? Dann geben Sie ihnen das bitte zu lesen. Wichtigeres kann ich heute nicht entdecken. Weiterlesen

Klimafrage = Klassenfrage

Warum beschäftigen sich inländische Medien so wenig mit dieser Tatsache? Das ist noch am leichtesten zu erklären. Hier tut es z.B. Johanna Bernklau/MDR-Altpapier, vielleicht unbewusst mit einer reifen materialistischen Erklärung. Es ist keine unüberwindliche Aufgabe, die Rechten sozial und politisch zu bekämpfen. Aber warum sollen ausgerechnet die Herrschenden daran ein Interesse haben? Ist es nicht besser für die Herrschaft, wenn die Untertanen doof bleiben? Ja sicher ist es das. Weiterlesen

Renitente Rentner*innen

“Medienprofis” sollten nicht unsichtbar bleiben

Hätte René Martens/MDR-Altpapier es nicht erwähnt, ich hätte es nicht bemerkt. Eine Rentnerin und ein Rentner (letzterer ab 1.6.) aus der was-mit-Medien-Branche haben was Substanzielles zu sagen: Sabine Rollberg und Jürgen Döschner, beide WDR-Gewächse. Über Rollberg berichtete der Fachdienst epd-Medien, aber nur in der Druckversion, online nicht auffindbar (ausser bei Martens), Rollberg hatte im Februar (!) auf einer Veranstaltung des Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik gesprochen, von der es ein YouTube-Video gibt: 432 Abrufe, 7 Abonnenten. Boah ey, gehts noch? Weiterlesen

Nachrichten-Politik

Deutsche Nachrichten nehmen die Angaben staatlicher Behörden plus Nachrichtenagenturen zu den Wahlergebnissen dieses Sonntags als Fakt. Kann mann als Super-Realo so machen. Wer die Macht hat, kann “Fakten” setzen. Und mit diesem Realismus zeigt mann sein Interesse an einer zukünftigen Zusammenarbeit gegen das Böse (Putin, Flüchtlinge usw.). Welche Werte dieses Interesse leiten, das entscheiden Sie als Leser*in am besten selbst. Wenn Ihre persönlichen Werte zu Interesse an Manipulationsvorwürfen führen, die finden Sie hier: Weiterlesen

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