Vor einigen Tagen wollte ich hier gerne einen Aufsatz von Ulrike Heider zweitveröffentlichen, der sich sehr gründlich und kritisch mit der bisherigen Verarbeitung von sexuellem Missbrauch in der gesellschaftlichen Diskussion, mit einem größeren Seitenblick zu den Grünen, beschäftigte. Die Autorin, mit der ich bisher nicht persönlich bekannt war, hätte mir das sogar erlaubt, allein: ihr Autorinnenvertrag mit dem Verlag erlaubt es nicht. Er steht dort aber online, bitte, bitte lesen, es lohnt sich.

Politisch komplizierend muss man allerdings feststellen, dass, was Missbrauch und Ekelhaftigkeit betrifft, eigentlich kein politisches Spektrum und kaum ein gesellschaftlicher Sektor unter Mangel leidet.

So sei das Fußballbusiness erneut darauf hingewiesen, im Fußball wird ja jetzt auch gerne und viel über “Philosophie” diskutiert, was die Philosophie der Medienkonzerne von Rupert Murdoch ist. Boris Rosenkranz beschreibt sie bei uebermedien.de am Beispiel eines heute für Murdoch arbeitenden Spitzen-Reporters, wie er über den in Italien gerichtlich ausverhandelten Fall von Amanda Knox und seine widerliche journalistische Verarbeitung davon erzählt.

Tomasz Konicz nimmt sich die Missbrauchsfälle im rechtsradikalen Spektrum vor. Leider sind ihre Taten sehr repräsentativ für die gesamtgesellschaftliche Wirklichkeit, ihr gedanklicher und psychologischer Werdegang, das arbeitet Konicz heraus, ist allerdings besonders. Misstrauen ist immer dann angebracht, wenn “Volkszorn”-Anführer zum Schwänze- und Köpfeabschneiden (wahlweise: Aufhängen) mobilisieren. Denn sie wissen oft allzu gut Bescheid. So ähnlich wie die vielen schwulenhassenden schwulen Bischöfe. Niemand kennt einen besser, als mann selbst.