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Aufbaugegner & Worte zum Sonntag

Gestern waren im TV zwei Krisenriesen zu sehen: BVB gegen den Konzern aus dem süddeutschen Raum. Beide benötigten sich als Aufbaugegner. Der BVB hatt sogar beim Viertligisten RW Essen eine 2:3-Niederlage bezogen. Seine Sturmstars Aubameyang und Demebele haben den Status “auf Abruf” (Barca, Real, China oder was auch immer, hauptsache weg und mehr Geld). Der Konzern aus dem Süden hat wie immer Bürgerkrieg in der Führungsetage, verbunden mit einer stimmungskillenden Niederlagenserie bei seiner Kapitalsammelwelttournee. Da war das Zusammentreffen schon lebensnotwendig, mit einem Spielausgang nach Elfmeterschiessen, aus dem sich beide eine Besserung ihrer Lage herbeiintepretieren können. Der einzige, der gute Laune versprühte, war der alte Herr Ribery in der 1. Halbzeit, der BVB verschonte ihn vor dem ehrgeizigen Passlack, gegen den er sich nur mit Faustschlägen zu wehren wüsste, und gab ihm den bedauernswerten Piszczek als Spielkamerad.
Ob sie nachdenklich über die ZDF-Einschaltquote ihres Kirmesspiels werden? Ich glaube nicht. Sie werden sich auch 6,75 Mio. schönreden, knapp weniger, als die Frauennationalmannschaft vor die Glotze lockte.

Interessant werden die Zuschauer*innen*zahlen bei der WDR-Sendereihe “Mein Verein” werden, mit der, beginnend heute mit S04, die fünf westdeutschen Bundesligisten porträtiert werden sollen; Borussia Mönchengladbach ist am 27.8., nach den Sonntagsspielen, um 22.15 h dran. An diesem Sendeplatz war zuletzt “Sport inside” platziert, das einzige Programm im ganzen deutschen Fernsehen, das statt Produktpräsentation Sportjournalismus praktizierte. Will der WDR es jetzt endgültig killen? Ich habe heute – Sonntag gibts natürlich keine Antwort – schriftlich nachgefragt, und werde über eine Antwort berichten.

Sibylle Berg schreibt heute, wie wir früher über das Wetter geredet haben, und wie es uns gutgetan hat. In Kindheit und Jugend war das Wetter immer irgendwie anders als heute. Bei Ihnen auch?
Gut täte uns auch langsames tiefes Atmen, in vielerlei Hinsicht, wie Konrad Lehmann bei telepolis erklärt.

Ein Kommentar

  1. Gert Samuel

    Zum Spiel in Dortmund:

    Ich war Augenzeuge, damit auch erstmals eines Elfmeterschießens. Beide Teams konnten nicht in Bestbesetzung antreten. Somit und mit deren Testspiel-Ergebnissen im Rücken war ich schon gespannt, wie damit umgegangen wurde. Es wurde ein kurzweiliges Spiel, in dem zahlreiche Mängel auf beiden Seiten deutlich wurden, garniert mit wenigen Highlights. Aber – soll ich mich darüber beklagen?
    Zwei Fehler führten zu Toren: Martinez beim 1:0 für den BVB und Passlack vor dem 2:2. Das Highlight des Spiels brachte das 2:1 für den BVB durch Aubameyang. Dem 1:1 durch Lewandowski ging eine deutliche Abseitsstellung durch den Vorlagengeber Kimmich (zudem auch Lewandowski und Ribery) voraus. Die Frage bleibt, auch bei ausgefallener “Panne des Video-Assistenten”, wie es ein bekanntes Sportmagazin formuliert, weshalb das nicht gesehen wurde.
    Meine persönlichen Eindrücke: Ich mag die Art des Tretens und Schauspielens von Vidal überhaupt nicht; er sollte sich eine andere Sportart suchen – vielleicht sollte er Tim Wiese mal herausfordern. Sehr gefreut habe ich mich über das super Spiel von Pulisic, nicht nur wegen seines Tors, sondern vor allem wegen der Art wie er den vom Ehrgeiz zerfressenen und in meinen Augen überschätztes Kimmich ein ums andere Mal schwindelig spielte. Angenehm fand ich es auch, dass Bürki den Elfer von Kimmich gehalten hat.
    Die Dramatisierung der Lage – vor allem der Bayern – vor dem Spiel in vielen Medien war natürlich überzogen. Trainer Bosz wird gewiss Recht behalten, dass weder der BVB als Vorletzter noch Bayern als Letzter die kommende Saison abschließen werden.

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