Die Nomenklatura kanns auch nicht

Von , am Sonntag, 1. Oktober 2017, in Fußball.

Die deutsche Fussballmeisterschaft scheint so langweilig zu laufen wie jedes Jahr. Nur dass der Meister dieses Mal wechselt. Es läuft auf den BVB hinaus, der auch schlechte Spiele, sogar solche seines nächsten Verkaufskandidaten Aubameyang, gewinnt.
Der Fussballkonzern aus dem süddeutschen Raum wird dagegen weiter für gute Unterhaltung sorgen. Nach dem 0:3-Untergang in Paris und dem erfolgreichen Trainersturz machte es die heute auf dem Platz stehende Kabinennomenklatura auch nicht besser. Wie zuvor gegen Wolfsburg wurde ein 2:0-Vorsprung noch vergeigt. Ribery verletzte sich, Robben war auch nach einer Stunde müde. Die Abwehr aus Boateng, Hummels, Kimmich und Alaba sprach immer wieder Einladungen an die Berliner “Männerfussball“-Ideologen aus. Der beste Fussballer in ihren Reihen Kalou nahm eine dieser Einladungen an.
In der Tabelle der börsen- und konzernunabhängigen Vereine, zu denen Hannover 96 ja bald nicht mehr zu zählen ist, führt jetzt also der FC Augsburg, gefolgt von Borussia Mönchengladbach. Wir können sie auch Seriositätstabelle nennen: Geld ist wichtig, aber nicht alles.
Beim Konzern im süddeutschen Raum, derzeit geführt von einer wirtschaftskriminellen Vereinigung, stinkt, wie immer, der Fisch vom Kopf her. Die Streithanseln Hoeness und Rummenigge sind von gestern, und das eigentliche Problem. Thomas Tuchel hat eigentlich einen guten Berater. Der hat es geschafft, ihn gegen die geballte westdeutsche Medienmacht des BVB in den bundesweiten Medien als Opfer darstellen zu lassen. Ob der ihm guten Gewissens empfehlen kann, dort zu arbeiten, wo Lahm und Eberl dankend verzichtet haben? Die Entscheidung wird sich vermutlich an der Höhe der potenziellen Entschädigung orientieren. Wenn Tuchel noch richtig was vorhat mit einer Weltkarriere, sollte er lieber noch Pause machen. Schliesslich wird die vom BVB sicher auch nicht schlecht bezahlt.
Dem Konzern in Süddeutschland, mit einem Aufsichtsrat, der in seiner Zusammensetzung irgendwie an Dobrindts Dieselgipfel erinnert, droht mittelfristig ein organisationspolitisches Desaster. Das wird so gross, dass selbst Lahm und Eberl zusammen es später kaum aufgeräumt kriegen. Was soll aus diesem Bundesland nur werden?

PS: Das Stadion in Berlin war übrigens heute nicht ausverkauft. Wann gab es das das letzte Mal in der DFL bei dieser Gastmannschaft?

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