Die Legende vom Verschwinden von Links und Rechts

Von , am Sonntag, 28. Januar 2018, in Lesebefehle, Politik.

Wars das jetzt mit den Grünen? Die Wahl der Parteispitze symbolisiert, egal ob so “gemeint” oder nicht, dass Linke an wichtigen Stellen der Partei nicht mehr repräsentiert werden sollen. Nicht wenige Parteirechte wünschen sich nichts sehnlicher, als dass Linke jetzt gehen. Realistische Realos lassen dagegen jetzt die Linken Trttin, Ströbele und Giegold die besänftigende Interviewarbeit machen. Das kann mich nicht beruhigen, zumal wenn ich sehe, wie eine angeblich “linke” Mehrheit in der Bonner Ratsfraktion damit umgeht, wenn sie mal Mehrheit ist. Das kann auch keine*r wollen.
Tröstlicher ist es, eine cool-down-Analyse des verabschiedeten ND-Chefredakteurs im Oxiblog zu lesen.

Die Huffington Post ist scheinbar – selten genug – zu Recherchejournalismus in der Lage.
Wie es, die #metoo-Problematik betreffend, in den deutschen Parteien zugeht, hat sie – bravo! – tatsächlich interessiert und sie hat es gut dokumentiert. Ich kann bestätigen: ja, so ist es.

Das sind die Krisensymptome. Die Tiefenströmungen im bisherigen Links und Rechts hat sich Tomasz Konicz vorgenommen. Mit seinem apokalyptischen Grundton komme ich weiterhin nicht zurecht. Die harte kritische Schärfe seines Blicks, und sein weder Freund noch Feind kennen, schätze ich dagegen sehr. Gleichzeitig nehme ich wahr, dass solche Veröffentlichungen im Strategiediskurs linker Parteien praktisch keine Rolle spielen. Ein Quell meiner galoppierenden Entfremdung.

Thomas Moser hat in Berlin wieder in einem Untersuchungsausschuss rumgesessen, zu Amri. Wie gut, dass es solche Journalisten noch gibt. Der Fall Amri wird immer mehr zur Affäre deutscher Sicherheitsdienste und laut dröhnend beschwiegen. Die Schlinge der Öffentlichkeit um “VP 01” wird dennoch enger. Und der NRW-Landesinnenminister (Reul, CDU) wird, ganz gegen seine Art, still und stiller.

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