Sebastian Weiermann berichtet in der Jungle World von GroKo-Diskussionen in der NRW-SPD. Anja KrĂŒger nimmt im Freitag die Koalitionsvereinbarung inhaltlich auseinander. Ich gebe zu, die ist kein guter Grund fĂŒr diese Koalition; meine Kriterien sind Hilfskonstruktionen fĂŒr die kurzfristige Praxis, nicht minder wichtig.
Felix Klopotek beschreibt und kritisiert in der Jungle World das Verschwinden des Linken Internationalismus. In dieser Kritik kann ich ihm weitgehend folgen. Wenn er jedoch am Schluss die Übernahme von “Verantwortung” im Machtzentrum Deutschland ablehnt, nachdem er es zuvor der Melenchon-Linken in Frankreich in ihrem Vorgehen gegen Syriza angekreidet hat – dann stolpert er ĂŒber sein eigenes Argument.

Markus Kaim (SWP) wurde gestern im DLF zu Syrien interviewt. Auf dĂŒnner Faktenbasis ĂŒberschreitet er die Grenze vom Analysieren zum Spekulieren, ganz wie es das Medium von ihm verlangt. Genau das kritisiert Thomas Pany, ein fleissiger Auswerter von PrimĂ€rquellen, auf telepolis zu Recht.
Stefan Laurin interviewte fĂŒr die Jungle World Dogan Akhanli. Der erkennt richtig, wofĂŒr Erdogans Kriegslust “gut” ist: er braucht sie als Mobilisierung fĂŒr die nĂ€chsten ihn gefĂ€hrdenden WahlgĂ€nge in der TĂŒrkei. Die tĂŒrkische Community und die deutsche Politik brĂ€uchte mehr MĂ€nner vom Typus Akhanli. Er strahlt eine charmante, sich selbst hinterfragende Nachdenklichkeit aus. Ein besseres Rollenvorbild fĂŒr MĂ€nner, als der hilflose kommunikationsunfĂ€hige Machismus, der die Politik beherrscht, hier und in der TĂŒrkei. In diese Richtung geht der Starappeal des Herrn Habeck. Aber gut: ich kenne beide Jungs nicht in echt und persönlich – es ist nur die öffentliche Anmutung. Oft tĂ€uscht die.

Malte Daniljuk macht bei telepolis auf eine wichtige energiestrategische Entscheidung der EU aufmerksam. Sie kann Gerhard Schröder und Wladimir Putin nicht gefallen, uns allerdings auch nicht. Konkurrierende Lobbyzangen haben zugeschnappt.