Über Donald Trump haben wir schon viel gehört und gelesen. Kein US-Präsident vor ihm hat die Welt so verunsichert. Seine Wahl ist eine historische Zäsur. Michael Wolff hatte Gelegenheit, über Monate im Weißen Haus das Szenario zu analysieren. Niemand aus der Trump-Administration schöpfte einen Verdacht, denn ein Schriftsteller, der an einem Buch feilt, erregte kaum Aufsehen. Zumal das Buch erst irgendwann monatelang später erscheinen sollte. “Trump lebt nur im Hier und Jetzt und denkt maximal 10 Minuten in die Zukunft. Er liest nicht und Erläuterungen zu politischen Problemfeldern langweilen ihn,” urteilte Michael Wolff bei der LitCologne in Köln.

Die geistige Kurzatmigkeit Trumps ist nicht nur fatal, sondern global betrachtet gefährlich. Wenn ein Mann, der nach Ansicht Wolfs auf dem geistigen Niveau eines Sechsjährigen lebt, die letzte Weltmacht regiert, kann man nur darauf hoffen, dass wenigstens seine Administration funktioniert. Michael Wolff konstatiert, diese sei allerdings seltsam lethargisch und verabschiede sich durch innere Kündigung langsam aber sicher von ihrem Präsidenten. Die fast wöchentlichen Entlassungen von leitenden Mitarbeiter*innen legen von dieser Entfremdung Zeugnis ab.

Donald Trump hat im Wahlkampf fest damit gerechnet, die Wahl gegen Hillary Clinton zu verlieren. Sein Ziel war, als nationalistischer Märtyrer in die Geschichte einzugehen. Leider ging das bekanntlich schief. Die Welt war und ist schockiert und wir hoffen inständig darauf, die Regentschaft dieses US-Präsidenten möge eine kurze Episode bleiben.