SpektakulĂ€rer ist heute Nicolas Sarkozy. Der hat seine KĂ€uflichkeit so wenig verborgen wie Gerhard Schröder. KĂŒrzlich sass er noch in der Champions League neben dem katarischen Prinzen und Europas oberstem Baumafioso Fiorentino Perez. Und heute im Knast. Von solch einer Nachricht geweckt zu werden, versĂŒsst einem den Tag.

Seit einigen Tagen werden wir bereits darĂŒber unterrichtet, dass die Konzerne Facebook und Cambridge Analytica sich öffentlich um ihre Daten streiten. Da war doch was? Richtig. Vor ĂŒber einem Jahr haben wir schon darĂŒber berichtet (z.b. hier und hier; der damalige Text der Schweizer Zeitschrift “Magazin” ist jetzt leider hinter einer Paywall verborgen).

Peter Schaar machte heute im DLF auf die im Mai inkrafttretende EuropĂ€ische Datenschutzverordnung aufmerksam. Wir können daraus kombinieren und spekulieren, dass Facebook um den ökonomisch sehr bedeutsamen europĂ€ischen Markt besorgt sein darf, und prophylaktisch ein PR-Feuerwerk veranstaltet, um fĂŒr sich das Lobbyklima in BrĂŒssel zu verbessern. Und Schaars Analyse bestĂ€tigt den hier schon gegebenen Hinweis, dass es eine MarktlĂŒcke fĂŒr ein europĂ€isches Digitalisierungsmodell, das Datenschutz ein- statt ausschliesst, gibt.
Heise-online berichtet heute ĂŒber einen Whistleblower im britischen Guardian. Er habe bis vor einigen Jahren in der “Sicherheitsabteilung” von Facebook gearbeitet. Wenn wir ihm glauben dĂŒrfen, geht es in einem der kapitalstĂ€rksten Konzerne der Welt auch nicht verantwortungsvoller zu, als ….. sagen wir mal: der Bonner Kommunalpolitik ;-)

Bekannt ist, dass Jugendliche vermehrt Facebook-abstinent agieren, weil sie sich nicht von ihren Eltern ĂŒberwachen lassen wollen, und lieber Netzwerke nutzen, fĂŒr die die Älteren zu blöd sind. Bei den Älteren dagegen gibts nicht wenige, die ihre Daten lieber unter Familienkontrolle halten, statt sie auf dem Datenmarkt zu verschenken. Die kriegen jetzt Gebrauchsanweisungen fĂŒr den Facebook-Ausstieg. Das ist nicht gut fĂŒr das kalifornische GeschĂ€ftsmodell und seinen Aktienkurs. Darum arbeitet Facebook dran.