(Daten-)Oligarchen im Krieg miteinander

Von , am Dienstag, 20. März 2018, in Medien, Politik.

Spektakulärer ist heute Nicolas Sarkozy. Der hat seine Käuflichkeit so wenig verborgen wie Gerhard Schröder. Kürzlich sass er noch in der Champions League neben dem katarischen Prinzen und Europas oberstem Baumafioso Fiorentino Perez. Und heute im Knast. Von solch einer Nachricht geweckt zu werden, versüsst einem den Tag.

Seit einigen Tagen werden wir bereits darüber unterrichtet, dass die Konzerne Facebook und Cambridge Analytica sich öffentlich um ihre Daten streiten. Da war doch was? Richtig. Vor über einem Jahr haben wir schon darüber berichtet (z.b. hier und hier; der damalige Text der Schweizer Zeitschrift “Magazin” ist jetzt leider hinter einer Paywall verborgen).

Peter Schaar machte heute im DLF auf die im Mai inkrafttretende Europäische Datenschutzverordnung aufmerksam. Wir können daraus kombinieren und spekulieren, dass Facebook um den ökonomisch sehr bedeutsamen europäischen Markt besorgt sein darf, und prophylaktisch ein PR-Feuerwerk veranstaltet, um für sich das Lobbyklima in Brüssel zu verbessern. Und Schaars Analyse bestätigt den hier schon gegebenen Hinweis, dass es eine Marktlücke für ein europäisches Digitalisierungsmodell, das Datenschutz ein- statt ausschliesst, gibt.
Heise-online berichtet heute über einen Whistleblower im britischen Guardian. Er habe bis vor einigen Jahren in der “Sicherheitsabteilung” von Facebook gearbeitet. Wenn wir ihm glauben dürfen, geht es in einem der kapitalstärksten Konzerne der Welt auch nicht verantwortungsvoller zu, als ….. sagen wir mal: der Bonner Kommunalpolitik ;-)

Bekannt ist, dass Jugendliche vermehrt Facebook-abstinent agieren, weil sie sich nicht von ihren Eltern überwachen lassen wollen, und lieber Netzwerke nutzen, für die die Älteren zu blöd sind. Bei den Älteren dagegen gibts nicht wenige, die ihre Daten lieber unter Familienkontrolle halten, statt sie auf dem Datenmarkt zu verschenken. Die kriegen jetzt Gebrauchsanweisungen für den Facebook-Ausstieg. Das ist nicht gut für das kalifornische Geschäftsmodell und seinen Aktienkurs. Darum arbeitet Facebook dran.

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