Ellwangen, Togo und wir

Von , am Freitag, 11. Mai 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Ein deutsch-französischer Kontrast: Opfer jagen – oder Täter festsetzen?

Eine Woche sind wir mit angeblichem Geschehen in Ellwangen beballert worden, um den CSU-Wahlkampf in Bayern zu befeuern. Flüchtlinge in Ellwangen wurden in Angst und Schrecken versetzt, von deutscher Polizeibürokratie und sensationsgeilen deutschen Medienbrigaden. Viel Substanz blieb nicht übrig. Ein Mann aus Togo soll nach Italien abgeschoben werden.
Togo. Da war doch was. Ehemalige deutsche Kolonie. Bizarre Regierung. Mehr wissen wir nicht. In Frankreich sieht das besser aus. Dort wissen sie ziemlich genau, was aus dem Land herauszuholen ist. Oligarchen aus Frankreich und Afrika sind dicke Geschäftsfreunde, finanzieren gegenseitig ihre Korruption. Der Cashflow dafür kommt aus Rohstoff- und Menschenausbeutung. Einer der Weltmeister dieser Geschäfte ist Vincent Bollorè, der sich zeitweise aufwendig aber lohnend einen Staatspräsidenten gehalten hat. Und während die deutschen “Sicherheits-“Behörden ein schwarzes Opfer dieser Politik durch Ellwanger Flüchtlingslager jagten, wagt sich – mann reibt sich die Augen – die französische Justiz an die Täter, und zwar nicht nur Handlanger, sondern die Bosse. Bernhard Schmid berichtet in der Jungle World. Merkwürdig, wie laut Andere darüber schweigen.

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