Big Data im Rheinland und der Welt

Von , am Donnerstag, 17. Mai 2018, in Beuel & Umland, Medien, Politik.

Kartellamts-Realsatire zum General-Anzeiger – Trump-Fans im Springer-Verlag – “The Cleaners”, bisher nicht in Bonn

Ist es zum Lachen? Zwischen dem Bonner General-Anzeiger und der Rheinischen Post gibt es, wie der Chef des Bundeskartellamts persönlich ausführt, “praktisch keinen Wettbewerb”. Wo es den nicht gibt, kann er auch nicht geschützt werden. Hier bewährt sich das erfahrene Lobbying des Bundesverbandes der Zeitungsverleger, der sich engagiert um die Meinungs- und Pressefreiheit von wenigen Dutzend, partiell milliardenschwerden, Bundesbürger*inne*n kümmert.
Chef des Verbandes ist Matthias Döpfner. Dessen Chefin ist Friede Springer, eine der guten Freundinnen von Angela Merkel. Wir dürfen annehmen, dass sie und ihre Partei- und Koalitionsfreund*inn*e*n noch nicht einmal gekauft werden mussten, um solche Kartellgesetze zu beschliessen; die meisten von denen machen das freiwillig. Kartellamtschef Mundt weist übrigens in seinem Schlusssatz darauf hin, dass es nicht zu seinen Aufgaben gehört, die Meinungsvielfalt zu verteidigen. Nein, bei uns rangieren Meinungen und Informationen unter dem freien Waren- und Kapitalverkehr, und der Freiheit sich daran individuell zu bereichern. Dem entspricht die aktuelle Entwicklung unserer Demokratie.
Der erwähnte Döpfner, ein intelligenter Kerl, hat die ganze Tragweite dieser Entwicklung fixer als die meisten erkannt. Und darum schnell das Bündnis mit dem Datensatan gesucht und gefunden. Ein enger Geschäftspartner des vermutlich reichsten deutschen Trump-Fans Peter Thiel, Alexander Karp ist bei ihm in den Konzernvorstand eingerückt. Gemeinsam wollen sie sich an die Spitze der europäischen Datenoligarchen setzen, wenn es in den globalen Konkurrenzkampf gegen China geht.
Der aus deutscher Produktion stammende Dokumentarfilm “The Cleaner” wird auf diesem Hintergrund mit euphorischen Vorbesprechungen bedacht. Oliver Jungen in der FAZ meint, er müsse in Schulen gezeigt werden. Einfacher wäre, die Produzent*inn*en fänden ein Geschäftsmodell, mit dem er frei verfügbar ins Netz gestellt werden könnte. In Bonn ist er noch nicht mal im Kino zu sehen. Nur in Köln in der Filmpalette.

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