BVB, sei nett zu Lucien Favre!

Von , am Mittwoch, 23. Mai 2018, in Fußball.

Gefühlt seit 1965 blickt die andere Borussia, der BVB 09 Dortmund in das Kaff Mönchengladbach. Mit einem Bruchteil des Dortmunder Geldes werden dort beständig Talente entdeckt und entwickelt, mit hohem und beständigem Gewinn an “grössere” Arbeitgeber weitervermittelt – aktuelles Beispiel Denis Zakaria – fussballerische Innovationen kreiert, ein neues Stadion gebaut, ohne daran (beinahe) pleitezugehen. Jetzt wachsen dort sogar – gelegentlich – Trainerpersönlichkeiten heran, nach denen sich andere Konkurrenten die Finger lecken. Andererseits lehrt die Geschichte, dass – vom Gott Hennes Weisweiler und “Gottsohn” Jupp Heynckes mal abgesehen – leistungsstarke Kräfte, die das unbeachtete Kaff Mönchengladbach verlassen, woanders nur selten glücklich werden.
Die BVBler werden jetzt auf Marco Reus verweisen, der in der Tat aktuell wieder stärker wird. Er muss seine letzte WM-Chance nutzen, und es bleibt anzuwarten, ob das sportich gelingt. Er wurde nie wieder so stark und effizient, wei er bei unserer Borussia war. Das Verletzungspech wollte ihn nicht verlassen, sondern suchte ihn in Dortmund – wo Gladbach ihn einst im Schatten des Westfalenstadions entdeckt hatte – regelrecht heim. Und diese Führerscheingeschichte – sie sprach nicht nur gegen ihn, sondern noch mehr gegen seine scheinprofessionellen Betreuer und Berater.
Frank Hellmann/FR + taz und Richard Leipold/FAZ heissen nun Lucien Favre in Dortmund journalistisch willkommen. Sie deuten jedoch auch bereits zart an, was und wie alles schiefgehen kann. Watzke und Zorc sind nicht Eberl. Sie stehen einen börsennotierten Verein vor. Favre arbeitet geduldig und nachhaltig. Misserfolge und Rückschläge sind Teil seines Systems. Wer sie erträgt, wird am Ende umso reicher belohnt. Meine These: diese Geduld fehlt Euch beim BVB. Und den genannten Managerherren sowieso. Favre hat hoffentlich genau studiert, wie sie an und mit Tuchel gescheitert sind. Sammer und Kehl, die er nicht ausgesucht hat, erwarten ihn.
Er ist als Trainer aufgestiegen, der BVB nahm die Gegenrichtung.

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