Meine Hypothese ist schon lĂ€nger, dass beim “BAMF-Skandal” Symptome aufgeblasen werden, um die tatsĂ€chlichen Probleme und Ursachen zu verdecken. Nur langsam dringen erste Zeichen dafĂŒr öffentlich durch, wie jĂŒngst der Anwalt der beschuldigten BAMF-Leiterin aus Bremen. Auch bei der Jungle World sind erste Indizien schon angekommen und publiziert. Das kommt nur in winzigen Nischen an. Die breite Öffentlichkeit soll und wird das meiste erst nach der bayrischen Landtagswahl spitzkriegen. Problemerschwerend kommt hinzu, dass die Bundeskanzlerin persönlich auf einen der Hauptverursacher der Malaise, ihren Parteifreund Frank-JĂŒrgen Weise, nichts kommen lassen will; macht er doch brav und solidarisch einen Haufen Drecksarbeit fĂŒr sie, und zieht auch immer wieder Kritik auf sich – und von ihr weg.
Etwas anders gestalten sich die FrontverlĂ€ufe im Fall Skripal. Die Mehrheit der Öffentlichkeit glaubt die regierungsoffiziellen Fake-News dazu sowieso schon lange nicht mehr. Hier ist eher das Problem, wie die Bundesregierung und die sie eskortierenden Hauptstadtmedien sich aus dem Schwitzkasten rauswinden können, ohne aussenpolitisches Porzellan bei ihren letzten Freund*inn*en zu zerdeppern. Eine Lösung dafĂŒr haben sie offensichtlch noch nicht gefunden. Aber es kommt langsam raus, vielleicht auch von einzelnen Regierungsteilen oder -fraktionen durchgestochen.
Bleibender Eindruck fĂŒr uns als Öffentlichkeit: nicht nur die USA und Russland, auch wir werden von einer wachsenden Bande von Hasardeur*inn*en und mutwilligen LĂŒgner*inne*n (mit-)regiert. Wenn uns das Leben in Abwesenheit von Krieg lieb ist, mĂŒssen wir ihnen entweder Einhalt gebieten. Oder sie abwĂ€hlen. Am besten beides.