Russlands Fußabdruck in Afrika

Von , am Dienstag, 19. Juni 2018, in Politik.

In größerem Maße ist bisher nur das Engagements Chinas in Afrika bekannt. Die ehemalige Weltmacht Russland hinterlässt auf dem afrikanischen Kontinent allerdings seit einiger Zeit einen sichtbaren Fußabdruck, dessen Intention mit dem Chinas weitgehend identisch ist. Darüber berichtete die TAZ in ihrer Ausgabe vom 11.06.2018.

Russlands Motivation ist der Zugriff auf Ressourcen. Öl, Gold, Diamanten und Uran stehen hoch im Kurs. Russlands Außenminister Sergei Lawrow spricht von einer “neuen Weltordnung, in der Afrika ein wichtiger Eckstein ist.” Neben den Ressourcen spielen die marode oder nicht vorhandene Infrastruktur, die Telekommunikation, die Atomenergie und Gesundheitsprojekte eine bedeutende Rolle. Russland hat einen großen Nachholbedarf und nutzt geschickt die Lücken, die Europa und die USA gerissen haben. Denn die Migrationspolitik in Europa und die nationalistische Politik der USA unter Donald Trump stehen einem wirtschafts- und entwicklungspolitischen Engagement in Afrika im Wege.

Darüber hinaus sucht Russland auch die militärische Kooperation. Dies zeigt sich beim Verkauf russischer Waffen an fragile afrikanische Regime, sowie bei einer russischen Marinebasis am Roten Meer im Sudan. Und einige afrikanische Diktatoren statten ihre Leibwächter mit Handfeuerwaffen aus russischer Produktion aus. Russland negiert dabei ähnlich wie China alle Fragen rund um die Menschenrechte, den Rechtsstaat und die Demokratie. Da, wo der Rubel rollt, sind solche Fragestellungen irrelevant.

Deutschland und die EU drohen unterdessen in die passive Zuschauerrolle der Weltpolitik abzurutschen. Durch Weltoffenheit und die nachhaltige Bekämpfung der Fluchtursachen könnte das demokratische Europa im Wettstreit mit China und Russland im wahrsten Sinn des Wortes “viel Land gewinnen”.

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