Bad Godesberg und die Nordstadt ohne Hallenschwimmbad?

Von , am Sonntag, 5. August 2018, in Beuel & Umland, Politik.

von Karin Robinet

Der Souverän hat gesprochen. Für Bad Godesberg wird es vorläufig keine Möglichkeit geben im Winter schwimmen zu gehen. Die Bürgerinitiativen träumen davon, dass das Kurfürstenbad saniert wiedereröffnet wird und/oder ein Neubau in Bad Godesberg entsteht. Der OB und Jamaica schmollen.
Alle, die behaupten der Souverän habe sich widersprüchlich verhalten, bedenken nicht die knappe Entscheidung in beiden Fällen. Die Stadtgesellschaft ist in dieser Frage gespalten. Da kann man sich nicht beleidigt zurückziehen. Man hätte schon nach dem ersten Bürgerentscheid, auf die Initiativen – Frankenbad und Kurfürstenbad – zugehen sollen. Sie haben sich konstruktiv verhalten. Sie haben Pläne vorgelegt. So heisst es im Bericht des Generalanzeigers zum Bau der Traglufthalle in Friesdorf: „Einigen Zuschauern stieß der Beschluss übel auf. Sie hatten für den Erhalt des Kurfürstenbades gekämpft. Nachdem die Initiative beim Bürgerentscheid nur knapp unterlag, hatte sie an die Bad Godesberger Bezirksverordneten appelliert, das Kurfürstenbad für die Übergangszeit, bis das neue Bad steht, dessen Architektenpläne am Donnerstag vorgestellt wurden (siehe Bericht auf der Bonner Lokalseite) notdürftig zu sanieren. Das sei kostengünstiger als die Traglufthalle. Doch auch dieser Vorschlag fand kein Gehör.“ (GA vom 28.04.2017) Auch Architekturpläne für ein grundsaniertes Kurfürstenbad hat die Initiative vorgestellt.
Mich hat die Diskursunfähigkeit in dieser Frage erschrocken. Auch die meiner eigenen Fraktion. Wie kann man wider besseres Wissen behaupten, dass es keine Alternative gibt. „There is no Alternative“ – wir wissen alle, das es eine gibt.
Wieso soll es nicht möglich unter dem Dach der SWB Bad GmbH alle Bäder zu betreiben? Hamburg macht das seit 30 Jahren so. Wieso kann die Stadt Bonn nicht einen Kredit aufnehmen, den sie wie geplant an die Stadtwerke weiterreicht? Dann könnte die SWB Bad GmbH diesen Kredit für die Sanierung/und oder Neubau der Hallenbäder erhalten. Und wieso muss man die Bäderfrage mit Blick auf Beueler Bütt und Hardtbergbad wieder aufmachen? Wieso glauben wir, dass das Integrierte Freiraumkonzept hier vernachlässigt werden kann und auch in Zukunft vernachlässigt werden kann, wenn, wie es Rolf Beu und die Geschäftsführung der SWB Bad GmbH schreiben, das Gelände nun vermarktet wird? Zitat aus den FAQ zum Wasserland-Projekt:

„Das fürs Wasserland vorgesehen Plangebiet ist Teil eines Grünzuges im Integrierten Freiraumsystem (IFS) der Stadt Bonn. Diesen Grünzug beschreibt das IFS als eine stadtstrukturell bedeutsame Freiraumachse in nordsüdlicher Richtung. Da das IFS eine gutachterliche Empfehlung und Stellungnahme darstellt, stimmen die Aussagen nicht in allen Fällen mit den Planungszielen zur zukünftigen Nutzung konkreter Flächen überein. In Einzelfällen widerspricht sie auch der Beschlusslage der politischen Gremien. Das betrifft insbesondere die mit der Maßgabe zum Verzicht auf bauliche Nutzung belegten Flächen. Diese Konfliktfelder sind im weiteren Planungsprozess im Rahmen der Abwägung zu betrachten und letztendlich in den politischen Gremien zu entscheiden.“

Es gäbe noch so viele Fragen. Zeit, dass eine unabhängige von allen Seiten anerkannte Persönlichkeit, die in dieser Frage gespaltene Stadtgesellschaft wieder zusammenführt. Und die Grünen sich auf das besinnen, was sie unverwechselbar macht. In der Abwägung wenigstens zu versuchen, die Naturschutzbelange hochzuhalten. Das IFS ist kein Selbstzweck, es erfüllt wichtige Funktionen für das Stadtklima und wie sich das Kleinklima in dieser Stadt darstellt, kann jede/r im wahrsten Sinne des Wortes in Bonn auf dem Fahrrad erfahren.

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