Michael Jäger war mal Freitag-Redakteur und wird dort im Impressum noch als “Freier Mitarbeiter” geführt. Während sein Arbeitgeber Augstein irrlichternd zur Regierungsbeteiligung der AfD aufruft, ein Grund sich noch mal gründlicher mit verfassungsgemässen Möglichkeiten der Enteignung zu beschäftigen, gelingt Jäger eine stringente Analyse der Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Bündnisbewegungen #unteilbar und #aufstehen. Auf die aufgeladene Personalisierung mit der Figur Wagenknecht hätte er verzichten können. Seine Argumentationsführung hätte auch ohne getragen, sachlich sogar von solchem Polemikverzicht profitiert.
Im gleichen Blatt führt uns Barbara Schweizerhof in die Welt der reichsten 1%, wie sie in US-Serien präsentiert werden. Nichts Systemsprengendes, aber ein gutes Beispiel, dass dort Gegenwartsstoffe nicht gefürchtet werden.
Auf telepolis ein wichtiger Text über die Trump-Freunde, die nach dem Willen seines “Sicherheits”beraters Bolton den Iran umstürzen sollen. Nichts gelernt aus Afghanistan – oder wollen sie es genau so? Auch hierzulande fallen immer wieder uninformierte Leichtgläubige auf diese klandestine Terrortruppe rein. Die Autorin des telepolis-Textes Inge Kilicaslan ist mir nicht bekannt, aber offensichtlich exzellent informiert. Ähnlich wie vor Jahren Isabel Schayani, als sie in der taz deren Treiben in Köln offenlegte.
Heute erst erspähte ich eine wunderschöne klitzekleine Fortsetzungsgeschichte von Wiglaf Droste, eine aktualisierte, politisierte und miniaturisierte deutsche Version von der weltberühmten “Animal Farm”, bisher 1. Teil, 2. Teil, 3. Teil. Schnell lesen, verschwindet alles im Paywall-Archiv! Fortsetzung täglich im Junge-Welt-Feuilleton und hoffentlich weiter online zugänglich. Soweit ich informiert bin, ist Wiglaf weder Veganer noch Vegetarierer. Es sei denn er ist es opportunistisch geworden, um sich die Liebe einer schönen Frau zu erschleichen ….;-)