Nicht spielentscheidend, aber doch bemerkenswert: Sonia Mikich, in den Ruhestand gewechselte ehemalige WDR-Chefredakteurin, hat in der #metoo-Debatte ein Eigentor geschossen. Ausgerechnet in der FAZ zog sie eine persönliche Bilanz der Debatte. Ich kann sie leider nicht lesen und verlinken, weil die FAZ den Text hinter ihrer Paywall vermauert hat.
Mikich weiss selbst aus ihrer langen Berufserfahrung, dass FAZ-Medienredakteur Michael Hanfeld, der es trotz intensivster Kampfbereitschaft für Verlegerinteressen immer noch nicht zum FAZ-Herausgeber oder wenigstens Feuilletonchef gebracht hat, zeitlebens auf einem Kreuzzug gegen öffentlich-rechtliche Medien, also das, wo Mikich ihre komplette Berufskarriere verbracht hat, unterwegs war. Dass sie dennoch dort ihre Bilanz platziert, die dann für die breite Online-Öffentlichkeit unzugänglich bleibt: was will sie wohl damit sagen?
So schafft sie Raum für den ehemaligen Pressesprecher der ARD, Steffen Grimberg, der in dieser Rolle der zeitweiligen ARD-Vorsitzenden und MDR-Intendantin Karola Wille zugearbeitet hat, die wiederum häufig nicht amüsiert über das strategische Irrlichtern von WDR-Intendant Tom Buhrow gewesen sein dürfte. Wir dürfen also von gegenseitiger Abneigung ausgehen, wenn wir nun von Grimberg in seiner taz-Kolumne erfahren, was Mikich in der FAZ geschrieben haben soll.