Kai Strittmatter gehört gewiss zur Elite deutscher Auslandskorrespondent*inn*en. Lange in China (1997-2005), dann lange in der Türkei (2005-2012), dann wieder in China. Alles von ihm, was zugänglich ist (d.h. online, oder wenn die SZ im Momo-Bistro zufällig mal ein paar Minuten frei ist), lese ich mit Gewinn. Besonders gut in Erinnerung habe ich diese Arte-Sendereihe über Istanbul behalten, an der er mitgearbeitet hat. Das waren noch politisch hoffnungsvollere Zeiten in der Türkei. Heute schreibt Strittmatter in der SZ über das Fahrradfahren in Peking. Das hat sich von seinem ersten China-Aufenthalt bis heute radikal gewandelt. So ein Tempo (des Wandels) kennen wir hier in unserem Entwicklungsland ja nicht.
Was wir dagegen bestens kennen ist die Kriminalität im Fussballgeschäft. In Belgien sieht es jetzt so aus, als wenn Ermittlungs- und Justizbehörden ernstmachen. Vielleicht hat auch einer gesungen. Machen Sie hinter die Geldbeträge noch ein bis zwei Nullen und tauschen Sie die Namen aus. Dann kommen Sie zu den Geschichten hierzulande. Uli Hoeness war nur die Spitze des Eisberges, hat aber dichtgehalten und ist für etliche Andere in den Knast gegangen. Er wird sie das nicht vergessen lassen. In Spanien, auch kein Zentrum sozialen und politischen Fortschritts, haben sie immerhin sowohl Lionel Messi als auch CR7 dafür zahlen lassen, das sie nicht in den Knast mussten. Unsere Steuerfahnder*innen dagegen lassen sogar den DFB davonkommen ….