Sigmar Gabriel kennt so wenig Hemmungen wie die Herren Rummenigge und Hoeness. Mitverantwortlich für die lebensgefährliche Krise ihres Vereins, und gerade darum in alle Richtungen austeilend. Die heutige SPD-Führung würde wie das kleine von Römern umstellte gallische Dorf ihn gerne fesseln und knebeln – “Du singst nicht!” – aber hat auch dafür keine Kraft mehr. Sigmar dagegen verwechselt sich mit Obelix, stürmt mit einem “mir nach!” los, und merkt nicht, dass ihm niemand folgt, dass er nicht Teil der Lösung ist, sondern Teil des Problems war, und ist.
Heute weckte er mich im DLF mit diesem Interview, das mehr über die SPD verrät, als ihr lieb sein kann. Scharfes Kritisieren von Trump und dem Saudi-Regime, aber Rechtfertigung, warum es richtig sei, demselben Regime Waffen zu liefern. Aber nur Waffen, “die nicht in solchen Kriegen eingesetzt werden können” – wer soll das verstehen? Waffen “zum Schutz der Königsfamilie”, die er Sekunden später (zutreffend) als “Financiers von Terrororganisationen” bezeichnet. Je länger der Mann redet, umso mehr reitet er sich selbst in die Grütze, und versucht – ich nehme zu seinen Gunsten an: unbewusst – seine Partei am Arm packend mit runterzuziehen. Ein erfolgversprechendes Unterfangen. Die SPD ist jetzt so weit, dass wir Mitleid bekommen – also ganz, ganz unten.
Er fordert “mehr Zuhören” und redet, redet, redet. Morgen Abend macht er weiter, in der ARD. Er denkt wohl, er sei jung und brauche das Geld. Beides falsch. Hat er Krach zuhause?