Nein, bisher habe ich nicht wahrgenommen, dass die Herren befreundet sind. Was nicht ist, kann ja noch werden. Ich verdächtige sie bisher “nur” eines ähnlichen Weltbildes. Herr Merz kennt sich mit westlichem Kapital super aus – Benko mit östlichem.
Jens Berger/nachdenkseiten warnt zu Recht davor, sich bei der Ausleuchtung von Merz’ auf dessen Blackstone-Aufsichtsratsvorsitz zu verengen. Einer wie Merz kann viel mehr.
Benko kauft jetzt auch Zeitungen. Meine These: nicht, weil er damit (viel) Geld verdienen will. Die Zeiten sind vorbei. Aber er will Kontrolle behalten, d.h. er fürchtet sie verlieren zu können. Er kauft der ehemaligen WAZ, heutigen Funke-Mediengruppe, ihre österreichischen Altlasten ab, die einst Bodo Hombach erworben, und wie das immer schon seine Art war, viel Stress damit verursacht hatte. Das Schwergewicht des Verkaufspakets ist die “Kronenzeitung”, ein bisschen die “Bild” von Österreich, aber vielleicht besser mit Murdochs “The Sun” vergleichbar, auch wegen der altmodisch-despotischen Verlegerfamilie Dichand, von der die WAZ/Funke rechtschaffen entnervt sein dürfte.
Bemerkenswert. Die österreichische Bundesregierung scheint Benko bereits zu gehören. Das hätte mich auch gewundert, wenn der Schmierlappen Kurz nicht an irgendwelchen Fäden hängen würde.
Diese Kurz/Benko/FPÖ-Connection scheint zunächst für Merz keine realistische Option. Er rudert ja bereits auffällig rhetorisch von der AfD weg und zu den Grünen hin, ganz wie der aktuelle demoskopische Wind. Wer eines Tages (deutscher) Bundeskanzler werden will, muss das wohl so machen. Aber wollen wir so einen als Bundeskanzler? Sind Männer überhaupt für den Job geeignet?

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net