Es ist eine (Schaden-)Freude zu sehen, wie sich meine Vorhersage, dass rechte Männer in der CDU unfaire Verlierer sind, schneller bewahrheitet als wir gucken können. Aber vergleichsweise wird sich das als unwesentliches Scharmützel erweisen.
Jaron Lanier scheint auf seine frühere Tätigkeit als Nerd der ersten Jahre einen ähnlichen Blick zu haben, wie ich auf meine letzte berufliche Tätigkeit. “Rätselhafterweise” ist er kein Milliardär geworden und glücklich und zufrieden, mit dem was er hat. Was aus seiner alten Arbeit geworden ist und weiter wird, betrachtet wie ich er mit einer Mischung aus Ironie, Sarkasmus und ernsthafter Sorge. Bei ihm spielt sich alles ein paar Ligen höher ab, als bei mir.
Laniers Diagnose wird gestützt von einer Studie des WEF, das sind die Veranstalter von „Davos“ und so eine Art Realos des Grosskapitals.
Schon etwas näher bei uns ist die Knallchargen-Inszenierung des Monsieur Macron. 230 Jahre nach Beginn der französischen Revolution wählt er die absolutistische Variante und lässt das Wochenende über Erwartungen schüren an eine TV-Ansprache des Herrschers. Wieviel Understatement hatten wir dem in Deutschland einst voraus, als eine subversive Natur in unseren TV-Anstalten mal die Bänder (!) einer Ansprache des Herrn Kohl verwechselte. Macron soll, wie alle Herrschenden in Frankreich und ihre Angestellten, Eliteschüler sein. Aber selbst dort lernen sie offensichtlich nicht, dass problematische politische Prozesse nicht durch Einzelereignisse/Ansprachen, sondern mit alternativen politischen Prozessen, ihrer Ingangsetzung und ja, auch: Inszenierung beantwortet werden müssen. Das verlangt Diskurs- und Kompromissfähigkeit, empathische Intelligenz, fachliche Sattelfestigkeit, Realitätssinn und strategische Klarheit. Über was davon verfügt Monsieur Macron und seine Élysée-Bürokratie? Ist es möglich, dass selbst ein gewählter Staatspräsident das heute nicht mehr begreift?
Die Antwort ist: Ja. Sehen Sie nur, was Majid Sattar/FAZ vom mächtigsten Mann der Welt berichtet.