Hochsaison für Geheimdienst-PR

Von , am Freitag, 21. Dezember 2018, in Medien, Politik.

Hauptstadtberlin macht Urlaub, die begleitenden Redaktionen auch. “Edelfedern” und Recherche-Asse stehen alle schon im Stau, auf dem Weg zu den zahlreichen Lebensabschnittspartner*inne*n. Überall nur noch Notbesatzungen, Stallwachen durch Leute, die ihre Familie mehr fürchten als ihre Arbeit – oder was ausgefressen haben und jetzt eine Strafe absitzen.
Das ist genau die Konstellation, die sich für die Verhinderung von Terroranschlägen anbietet. Die Stallwachen sind froh, wenn sie Geschichten angeboten bekommen, die sie aus der Langeweile reissen, und ihre eigene Bedeutung unterstreichen. In den PR-Stellen von Geheimdiensten und sonstigen Sicherheitsbehörden sind solche Tage Hochsaison. Der Kalender ist dieses Jahr so praktisch angelegt, dass sich die Botschaften an diesem Wochenende absetzen lassen, ohne die familiären Feiertagsrituale anknabbern zu müssen. Die viele Arbeit ist zudem eine Super-Ausrede, sich nicht um die Einkäufe, der schlimmste Stress des ganzen Festes, kümmern zu müssen.
Die Paranoia, die insbesondere die Spielpaarung UK-Russland beidseitig seit langem bestimmt, und bei der “wir” als Nato-Partner begrenzt mitwirken sollen, brachte immerhin eine wertvolle Geschenkanregung für Beueler*innen: schenken Sie Ihren Kindern Drohnen! Wenn die Kinder noch nicht 14 sind – gerade dann! Dann sind sie noch nicht strafmündig. Gewiss können die aber Ihre Gardinenpredigt, was sie mit der Drohne alles nicht dürfen, als Beweisdokument mit dem Smartphone aufnehmen. In London-Gatwick haben sie damit 24 Stunden Ruhe von Fluglärm erreicht. Das muss doch mit Hangelar und Köln/Bonn auch zu schaffen sein. Sie wissen schon: an Feiertagen haben wir doch alle gerne unsere Ruhe.
Was unsere was-mit-Sicherheit-Dienste betrifft hat sich Sascha Lobo die Mühe gemacht, ihre Missetaten zu sammeln und aufzulisten, gewiss ohne den Anpruch auf Vollständigkeit. Unsereiner meint das ja immer schon alles zu wissen. Dennoch ist es gut für sehr viel “heiligen” Zorn. Zu den Vorsätzen fürs Neue Jahr überlegen Sie, wie Sie dagegen was tun wollen.

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