Bonn? – Woanders ist auch schlimm: München

Von , am Freitag, 25. Januar 2019, in Beuel & Umland, Medien.

Ich gebe zu, ich neige auch oft dazu: weil ich mich hier auskenne, viele Leute, viele Ämter, mit vielen täglich zu tun hatte oder noch habe, es hier für besonders schlimm zu halten. Ist aber Quatsch. Bonn ist klein, unwichtig, und in fast keiner Weise besonders, im Vergleich zu anderen deutschen Klein- oder Mittelstädten. Hier sind mehr Hügel um die Stadt herum, ein breiter Fluss in der Mitte, überdurchschnittlich viele renitente Bildungsbürger*innen (und damit Grün-Wähler*innen) – und Köln in unmittelbarer Nähe.
“Skandale”, wie die WCCB-Affäre oder die Kostenentwicklung öffentlicher Bauten (Beethovenhalle), das ist eigentlich überall das Gleiche (s. Köln, s. Wuppertal), nur Grösser. Das mag manchem älteren Bonner schmerzhaft vor Augen führen, wie klein und unbedeutend hier alles geworden ist – aber bedenken Sie, das hat auch Vorteile!
Und wenn Sie mir das nicht glauben, dann lesen Sie mal, nur so als Beispiel, was in einer echten Großstadt wie München los ist. Nein, ich meine jetzt nicht die Mieten, für die die Stadt weltberühmt ist: es sind die höchsten in ganz Deutschland, kaum noch ein Stadtteil, der nicht durchgentrifiziert ist. Lesen Sie als Beispiel mal in der SZ, was mit dem Kulturzentrum Gasteig los ist:
Gasteig ist ein Fall für die Paartherapie – wenns nur ein Paar wäre;
Gasteig ist der grösste und absurdeste Umbauwitz Europas; klassische Münchner Selbstüberschätzung;
Ein Monat Verzögerung am Gasteig kostet Millionen, wo nicht?
Streit über Gasteig-Entwurf: Mutlosigkeit trifft Murks – tja, auch das: wo nicht?

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