Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Wuppertal

Deutsche Bahn legt NRW still

Wundersame Bahn CXLIV

Shit happens. Ein umgekippter Güterwaggon in Wuppertal genügt. Wuppertal ist seit Jahren von der Bahn extrem gequält. Dass die dortige IC-Verbindung befahren wird, ist gefühlt seltener als der planmässige Stundentakt. Nun sollte dort der Fernverkehr umgeleitet werden, der wg. der Bauarbeitensperrung zwischen Duisburg und Essen durchs Ruhrgebiet nicht mehr durchkommt. Hätte die Bahn ihre Fahrgäste gefragt, ob das eine gute Idee ist, wäre sie schlauer gewesen. Weiterlesen

NRW wird stillgelegt

Wundersame Bahn CXLI

Kürzlich schrieb ich in einer Diskussion mit einem Leser: “Von Berlin aus gesehen ist eigentlich alles weit weg.” Das gilt selbstverständlich besonders für das bevölkerungsreichste Bundesland, in dem in der Regel Bundestagswahlen entschieden werden, mehr als irgendwo anders. Es ist also durchaus spannend, wie sich der FDP-Verkehrsminister und seine Koalition mit SPD und Grünen zu den von Thiemo Heeg/FAZ berichteten Plänen der Deutschen Bahn AG verhalten werden. Weiterlesen

Neukunden

Wir werden Sie sicher wieder los, Ihre Bahn – Wundersame Bahn CI

Die Bahn will keine weiteren Fahrgäste gewinnen, sie fährt weiterhin alles an Störungen und Versäumnissen auf, was es so gibt. Inklusive Höherer Gewalt wie Personenunfälle und Brände. Ganz so, als wolle sie zeigen, was alles schief laufen kann, wenn man so unvernünftig ist, und weiter Bahn fährt. Oder als Neukunde einfach mal sehen will, wie das so funktioniert – mit dem ÖPNV … Weiterlesen

So ein Tag …

Wundersame Bahn XCIX

So ein Tag wie gestern darf meines Erachtens nicht ohne Würdigung in der Rubrik “Wundersame Bahn” vergehen. Ich war mit Nahverkehrszügen unterwegs und habe gemerkt, dass ich alt werde. Ich bin bis nach Wuppertal gefahren, um zu realisieren, dass ich nicht gestern dort einen Aktzeichentermin hatte, sondern erst heute. So stand es auch in meinem Terminkalender. Das Ärgerliche dabei ist ja, dass ich für diesen groben Unfug niemand anderen beschimpfen kann. Ich bin ganz alleine der Doofe. Weiterlesen

Ausgeträumt

Kunst oder Event? / Katastrophenbilder und die Sicherheit der Schlafmützen
Helge hat Ärger. Und davon viel. Ob sein Management den durch Ungeschicklichkeit bei Vertragsverhandlungen mitverursacht hat, muss an dieser Stelle offenbleiben, keine Ahnung. In der Sache aber ist er ein Held. Kunst ist nicht die Petersilie auf der Suppe. Wann wird mann jeh verstehn? Ich erinnere mich an einen vergleichbaren Fall mit Volker Pispers, einen hochpolitischen Erster-Klasse-Kabarettisten. Weiterlesen

Zug der Zeit

Kreißsaal, Hörsaal, Plenarsaal? Als Willfried Penner in die SPD eintrat, hatte er das Studium der Rechtswissenschaften mit Promotion und beiden Staatsexamina abgeschlossen. 1966 war das, als die SPD erstmals in Nordrhein-Westfalen den Ministerpräsidenten stellte und in Bonn eine große Koalition einging.

Penner war da schon 30 Jahre alt. Statt sich in theoriebeladenen Seminaren der Jungsozialisten zu tummeln und darüber vor allem eine politische Karriere zu planen, befasste er sich als Staatsanwalt mit der Aufklärung der Verbrechen des Nationalsozialismus. Weiterlesen

Langer Lauf

Von Günter Bannas
Am Anfang war Mülheim an der Ruhr, 1994. In Bonn regierte Helmut Kohl mit der FDP. Joschka Fischer trimmte seine Partei auf SPD-Koalitionskurs. So wie Kohl mit den Grünen, wollte auch Fischer mit der CDU nichts zu tun haben. „Rot-grünes Chaos“ stand gegen „Der Alte muss weg“. Tertium non datur? Am Rande des Ruhrgebiets aber geschah Ungeheuerliches. Im Stadtrat wurde ein schwarz-grünes Bündnis geschmiedet, das erste in einer deutschen Großstadt. Weiterlesen

Fadenalge

weiter unten: Achse Bonn-Wuppertal? / Riesen-Blinder-Fleck bei Lucke
Mein Namensvetter, der SonnebornMartin, ich wusste es schon immer, kann nicht nur lustig. Er ist auch ein grosser politischer Kopf. Durch eine Verlinkung der nachdenkseiten wurde ich darauf aufmerksam. Es geht um den kriegerisch wiederaufgeflammten Konflikt Armenien-Aserbaidschan. Denkende Köpfe sehen klar, dass es sich um eine Stellvertreter-Auseinandersetzung zwischen Russland und der Türkei handelt. Doch die Sache ist grösser. Weiterlesen

Ina als Showrunner weggeputscht

Wladimir Kaminer ist unschlagbar
Meine guten Freund*inn*en wissen, dass ich Ina-Müller-Fan bin. Allerdings fand ich sie in besserer Form, nicht nur weil sie damals noch viel jünger war, als sie noch nicht in der ARD aufspielte, sondern nur beim NDR, und zwar immer erst um Mitternacht, freitagnachts. Doch ich muss mal gestehen: viel schlechter als damals ist sie nicht geworden. Produzent übrigens die Firma von Reinhold Beckmann.
Gestern genoss ich im Sender One, der zur ARD gehört, eine olle Wiederholung mit den Herren Kubicki und Kaminer. Weiterlesen

Osnabrück – wo der ÖPNV noch Spaß macht

Wundersame Bahn XXXIX

Es gibt noch Erfreuliches vom Bahn- und Busfahren. Ich bin vergangenen Freitag, also am 22.11.19 für knapp 22 Euro mit einem IC von Wuppertal nach Osnabrück gefahren. Durchgehender IC 2024 in Richtung Hamburg, meine Strecke führte von Wuppertal bis Osnabrück. Genügend Platz im Waggon, ein Traum – funktionierende Heizung und Toiletten, auch während der Fahrt keine Verspätung. Wirklich pünktliche Ankunft. Schön, dass ich das noch erleben durfte. Solchermaßen verwöhnt Weiterlesen

Von Überholungen und Geisterzügen

Wundersame Bahn XXX
Weil Journalisten ja oft vorgeworfen wird, sie würden nur Negatives berichten, hier zu Beginn mal was Positives. Ich habe es wirklich erlebt. Ich steige aus der Straßenbahn 62 aus Bonn-Oberkassel kommend – die dort übrigens pünktlich ankam und auch pünktlich wieder losfuhr, – und dann das: Ich komme zum Bonner Hauptbahnhof und am Gleis 1 fährt ein Zug ein. Auch noch einer, der mich an mein Ziel brachte. Da habe ich mich aber gefreut. Als der auch noch pünktlich in Köln Hbf ankommt und ich den ebenfalls pünktlichen (!) Anschluss nach Düsseldorf erreichte. Ja, Bahnfahren kann so schön sein. Das war kein Traum, Weiterlesen

Es fährt ein Zug von irgendwo

Wundersame Bahn XXII
Wer viel Bahn fährt, erlebt auch eine Menge. Aber das war selbst für mich, der ich mich in der vergangenen Wochen allein fünf Mal von Bonn aus ins Ruhrgebiet gequält habe, ein Novum.
Um am Samstag, pünktlich um 10 Uhr in Essen Kupferdreh zu sein, bin ich als preisbewußter Mensch, der sich im Nahverkehrsbereich bewegt, morgens schon kurz nach fünf aufgestanden, fuhr um 6.35 mit der Straßenbahn Linie 62 zum Bonner Hauptbahnhof. Soweit so gut und alles planmäßig. Den Reiseplan hatte ich mir bereits abends ausgedruckt, aber offenbar nicht mehr so ganz aufmerksam angeschaut. Weiterlesen

Bonn? – Woanders ist auch schlimm: München

Ich gebe zu, ich neige auch oft dazu: weil ich mich hier auskenne, viele Leute, viele Ämter, mit vielen täglich zu tun hatte oder noch habe, es hier für besonders schlimm zu halten. Ist aber Quatsch. Bonn ist klein, unwichtig, und in fast keiner Weise besonders, im Vergleich zu anderen deutschen Klein- oder Mittelstädten. Hier sind mehr Hügel um die Stadt herum, ein breiter Fluss in der Mitte, überdurchschnittlich viele renitente Bildungsbürger*innen (und damit Grün-Wähler*innen) – und Köln in unmittelbarer Nähe.
“Skandale”, wie die WCCB-Affäre oder die Kostenentwicklung öffentlicher Bauten (Beethovenhalle), Weiterlesen

TV kills Football

Auf einen Besuch meiner Fußballkneipe werde ich heute Abend verzichten. In der Champions League treten heute nur die deutschen Plastikvereine an. Als Alternative empfehle ich diesen vom WDR koproduzierten ARTE-Film zum “Predictive Policing” – das meint zu deutsch: die Polizei weiss vor Dir selbst, dass Du kriminell werden willst. Feuchte Träume von Xi Jinping, Recep T. Erdogan u.a. werden wahr, hier bei uns.
Die Zerstörung des Fußballs durch das Milliardengeschäft mit der Glotze schreitet derweil von oben nach immer weiter unten fort. Weiterlesen

Wundersame Bahn (II) – was ist Netzwirkung?

Ich will versuchen es ohne Häme hinzukriegen, “constructive journalism” ist der aktuelle Hype.
Dass die Bahn während der Osterferien die Strecke Duisburg-Essen wg. Brückenbauarbeiten sperrt, die vielleicht meistbefahrene Personenverkehrsstrecke der Republik – wir hier im Rheintal übertreffen sie nur durch unseren so liebgewonnenen, auch viel besser hörbaren Güterverkehr – jut. Man ist ja froh, dass überhaupt noch in Bahnstrecken investiert wird.

Die Sperrung war auch anständig angekündigt. Wer sich überhaupt für die Bahn interessiert, konnte entsprechende Nachrichten kaum übersehen. Ich wusste also, als ich gestern nach Gelsenkirchen-Horst wollte, dass ich nicht Essen Hbf. sondern Essen-Altenessen anpeilen musste, mit einem Umstieg in Duisburg. so weit so klar, gar nicht schwer. Weiterlesen

Saudis drehen die Welt weiter – mit sehr grossen Rädern

Es erscheint mir als grandioses Kunststück. wie es im aktuellen Arbeitskampf bei Siemens Sozialdemokraten und Gewerkschaften gelingt, über die problematische Grosskundschaft des Konzerns (dieser Link wird in einigen Tagen in einem Paywall-Archiv verschwinden) ignorierend hinwegzugehen. Wer will schon so solvente und gleichzeitig cholerische Kundschaft unnötig verärgern. Aussenminister Gabriel hat es – für die öffentliche Bühne, die ihm viel bedeutet – gewagt und dafür ordentlich Kritik von Gross-Industrie und -Medien eingesammelt.

Falls es Ihnen also entgangen sein sollte während der deutschen Koalitionsverhandlungen und ihren geschwätzigen Nachwehen, zu denen auch der Extradienst und meine Person beigetragen haben:
– Saudi-Arabien macht ggfls auch mit seinen Superreichen kurzen Prozess, wie Thomas Pany auf Telepolis berichtete;
– der “grösste Börsengang der Welt” wird auch von dpa und der deutschen Wirtschaftspresse mit Spannung erwartet, und ist für die weitere Herrschaft des Clans der Sauds tatsächlich äusserst relevant – und fraglich
– gegen den Iran ist Saudi-Arabien aktuell bemüht eine Achse mit der Atommacht Israel zu bauen, die israelfreundliche Jungle World (Oliver M. Piecha) analysiert das differenziert und realistisch. Thomas Pany/telepolis analysierte ähnlich.

Die Abwesenheit deutscher Außenpolitik, ich weiß nicht ob ich darüber froh oder betrübt sein soll, Weiterlesen

Gestörtes Verhältnis zur parlamentarischen Demokratie?

Der Bund der Steuerzahler, seit Jahrzehnten bekannt für seine “Schuldenuhr”, mit der er zu suggerieren versucht, die einzelnen Bürger unseres Landes hätten individuelle Schulden, weil es seit über 50 Jahren staatliche Haushaltsdefizite gibt, hat sich in seinem neuesten Bericht einen eklatanten Asrutscher geleistet. Über die Verschwendungen des Staates, die der BDS regelmäßig anprangert, gehen die Meinungen auseinander. Zwar deckt die Lobbyorganisation, die politisch Unternehmerverbänden und der FDP nahesteht, immer wieder wirkliche Skandale, Baumängel, Steuerverschwendungen auf, wie etwa den Bau einer Fernstaßenunterführung, die vor einer Mauer endet. Ebenso häufig aber diffamiert er auch bar jeder Sachkenntnis Maßnahmen wie etwa die geförderte “alternative Kaffeefahrt” einer Wuppertaler Entwicklungsinitiative, die Bürgern damit für die Arbeitsbedingungen von Lohnsklaven im Kaffeeanbeu sensibilisiert hat und für die Einführung fair gehandelten Kaffees warb – inzwischen sind diesem Beispiel viele öffentliche Arbeitgeber und Handelsketten wie Rewe und Edeka gefolgt.

In seinem neuesten Bericht Weiterlesen

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