Osnabrück – wo der ÖPNV noch Spaß macht

Von , am Montag, 25. November 2019, in Beuel & Umland, Politik.

Wundersame Bahn XXXIX

Es gibt noch Erfreuliches vom Bahn- und Busfahren. Ich bin vergangenen Freitag, also am 22.11.19 für knapp 22 Euro mit einem IC von Wuppertal nach Osnabrück gefahren. Durchgehender IC 2024 in Richtung Hamburg, meine Strecke führte von Wuppertal bis Osnabrück. Genügend Platz im Waggon, ein Traum – funktionierende Heizung und Toiletten, auch während der Fahrt keine Verspätung. Wirklich pünktliche Ankunft. Schön, dass ich das noch erleben durfte. Solchermaßen verwöhnt trat ich am folgenden Samstag die Rückreise an – Ab Osnabrück 17.14 h, umsteigen in Rheine, Anschluß nach knapp 30 Minuten, dann aber durchgehend bis Bonn. Klang gut. Klang aber auch nur. Ich war rund 30 Minuten zu früh am Bahnhof Osnabrück, Zeit genug, um im Warteraum ein Buch zu lesen. Warteraum, so etwas kannte ich bisher nur aus Köln, dort gibt es einen solchen Raum an Gleis 1. Er hat den Charme einer Garage und ist meistens etwas zu schmutzig. Dagegen der Warteraum in Osnabrück – gut geheizt, bequeme Stühle und kostenlose Bücher – einer der Osnabrücker öffentlichen Bücherschränke wurde dort eingerichtet.

In Osnabrück gibt es ganz offensichtlich Menschen, die ein Herz haben für Bahn-Reisende. Für Wartende ein Bücherschrank. Diese Idee ist so gut, dass ich gerne selbst darauf gekommen wäre. Überhaupt öffentlicher Nahverkehr in Osnabrück. Ein Einzelticket kostet dort 2,80, für die Kurzstrecke zahlt man 1,50 Euro und für ein Tagesticket 5,60 in der Region sogar nur 4,70. Für 6,60 gibt es ein Familienticket, mit dem die Familie ab 9.00h fahren kann, am Wochenende und an Feiertagen sogar ganztägig.

Die Busse in der Stadt fuhren pünktlich – ich habe an den zwei Tagen an denen ich dort war, nicht einmal gesehen, dass ein Bus ausfiel.
Mitten in Deutschland – funktionierender Nahverkehr. Ja, so etwas gibt es. So viel zu Osnabrück, einer auch sonst recht freundlichen Stadt.
Die Eurobahn, mit der ich von Osnabrück nach Rheine fuhr, stellt auch für die 2. Klasse großzügige Sitze zur Verfügung, die auch Platz für Gepäck lassen. Bequeme Sitze, freundliche Zugbegleiter. Alles so, wie man sich das wünscht.
Doch ab Rheine wollte ich ja mit dem IC bis Bonn fahren. Den IC stellte die Deutsche Bahn. Und weil das so ist, hatte er auch 40 Minuten Verspätung. “Bisher” – sind es 40 Minuten,” betonte das gestreßte, aber sehr freundliche und wirklich an dem Fortkommen der Fahrgäste interessierte Mitarbeiter der Auskunft am Bahnhof Rheine. Die freundlichen Menschen empfahlen dringend, mit Regionalbahnen erst mal Richtung Münster, Dortmund zu fahren, um weiter zu kommen. Die Regional-Bahn war bereits überfüllt, die Gründe dafür gaben die zahlreiche Fahrgäste zum Besten, die versucht hatten mit DB-Zügen von Hamburg nach Köln oder gar nach Mainz zu fahren. Man stand nun eng gedrängt im Nahverkehrszug – und konnte gemeinsam “das Leben in vollen Zügen genießen.” Nach gut fünf Stunden war ich zu Hause – in Bonn Oberkassel.

Ein Kommentar zu “Osnabrück – wo der ÖPNV noch Spaß macht

  1. Martin Böttger

    Was in Osnabrück auch Spass macht, ist der Wochenmarkt
    https://www.wochenmarkt-osnabrueck.de/
    jedenfalls der am Samstag. Über den führte mich vor einiger Zeit die ehemalige Kulturamtsleiterin und heutige Slowfood-Aktivistin Dagnar von Kathen. Ich war auf der Durchreise, und wollte gar nicht mehr abreisen. Eine ähnliche Attraktion wie der in Münster.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.