Stiftung statt Steuern

Von , am Montag, 25. November 2019, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Nicht nur in den turbokapitalistischen USA, auch im turbokapitalistischen Deutschland, ist die Investition in steuervermeidende Stiftungen turbobeliebt. Da kann der Reiche selbst regeln, wofür sein Geld ausgegeben wird. Bei Steuern entscheiden das, in wenigen aber wichtigen Staaten, politische Systeme mit – was jedes scheue Kapital-Reh verscheucht – demokratischen Elementen. Der superreiche Michael Bloomberg setzt nun so eine Art Stiftung ingang, deren Zweck es ist, ihn zum “mächtigsten Mann der Welt” zu machen. In Deutschland würde das gewiss, im Gegensatz zu Verbänden von Antifaschist*inn*en, Naziopfern (VVN) oder Engagement für Steuergerechtigkeit (Attac), als steuersparend “gemeinnützig” anerkannt.
Ich glaube ja, dass die Zukunft des Journalismus in derartigen Stiftungen liegen wird. Die Verlegerfamilien, überwiegend Milliardär*innen*en, haben keine Lust mehr, der Profit ist unter 10% also zu gering geworden. Familie Brost macht es schon so ähnlich. Da werden noch einige folgen. Besser wäre, aber darauf können wir noch Jahrzehnte warten, die Medienpolitik würde einen die (innere) Pressefreiheit sichernden gesetzlichen Rahmen für derlei Entwicklungen setzen, der publizistische Vielfalt sichert und gleichzeitig die Steuergerechtigkeit verteidigt. Leider sind die deutschen Parteien strategisch und intellektuell schon so verwahrlost, dass sie dazu die Kraft nicht mehr aufbringen werden. Facebook, Google und Amazon wird das, ebenso wie ihre chinesischen Gegenstücke, freuen. Und sie werden, ähnlich wie Bloomberg, einiges dafür investieren, dass es so bleibt.
Bloomberg fördert, so meint Frauke Steffens/FAZ, unbeabsichtigt die Kampagnen von Elizabeth Warren und Bernie Sanders. Das wäre schön, wenn das stimmt.
Wohin es führt, wenn das Grosskapital die ganze Regierung besitzt, ist besonders unschön in Australien zu sehen. Symbolischer gehts kaum.
Letzter Hinweis: bitte gar nicht erst ignorieren, dass ein gewisser Nuhr Frau Thunberg mit Herrn Hitler verglichen haben soll (“meistgelesen” Platz 2 hinter den Bezahlmauern der WAZ). Denn Aufregung provozieren ist genau, was er will, das ist sein Beruf. Er hat und kann ja sonst nichts. Wie lang läuft sein Vertrag mit der ARD (RBB&WDR) auf unsere Kosten noch? Die sollten sich schämen gehen …
Noch einer müsste schon lange abtreten, weil sein Beruf ihn überfordert: Horst Seehofer. Gerhard Matzig/SZ hat einen weiteren Versuch unternommen, es ihm schmackhaft zu machen: er könnte sich mit Rod Stewart vergleichen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.