Strategieverwahrlosung

Von , am Freitag, 5. Oktober 2018, in Fußball, Lesebefehle, Medien.

Lutz Hachmeister hat, fast unbemerkt, inhaltlich wieder zugeschlagen. Bei der Bundeszentrale für politische Bildung hat er zusammen mit seiner Kollegin Justine Kenzler eine treffende Bestandsaufnahme deutscher und europäischer Medienpolitik abgeliefert. Sie kennzeichnet die ganze Provinzialität deutscher Politik, die Weltabgeschiedenheit in Berliner und Landeshauptstadts-Blasen, die banale Unkenntnis, hervorgerufen durch gerade-keine-Zeit-haben und was Wichtigeres tun müssen und im Kopf haben.
Das führt dazu, das sogar ein Sputniknews-Autor wie Andreas Peter besser Bescheid weiss, als die meisten deutschen Politiker*innen, die in ihrem Trieb dazugehören zu wollen, eher Teil seiner Geschichte über Babylon Berlin und die ökonomischen Zusammenhänge wären, als dass sie anfangen würden darüber nachzudenken, welche Gefahren für unsere demokratische Öffentlichkeit und Kultur von diesen Filzstrukturen ausgehen.

Ehe und Familie – unter besonderem Schutz

Am zweiten ARD-Sendetag von Babylon Berlin zappte ich zwischen ARD und Arte hin und her, und verbrachte die längere Zeit beim skandinavischen Gegenwartsstoff “Die Erbschaft”. Zu ihm gibt es gegensätzliche Kritiken: schlecht bei der FR, gut bei der FAZ. Ich stimme eher dem FAZ-Autor zu, auch wenn bei der FR viel Wahres dran ist.
“Die Erbschaft” erscheint mir als durchaus realistische Bestandsaufnahme der auch in Deutschland noch vorherrschenden bürgerlichen Familie, wie sie vom Grundgesetz in Art. 6 ausdrücklich unter Schutz gestellt ist. Da feiert der Fussballkonzern im süddeutschen Raum jetzt sogar offiziell eine Eheschliessung zweier Spieler. Ääh, es sind Spielerinnen, Lesben. Schwule Fussballer gibts nämlich gar nicht, nicht öffentlich. Der deutsche Männerfussball ist gesellschaftlich noch später dran, als deutsche Gesetzgebung (lesen Sie noch mal oben den Hachmeister/Kenzler-Text).

Lionel ist der Fusball

Kaum übertrieben: “der Fussball” ist nicht deutsch, er “ist” Lionel Messi. Jetzt mit 31, scheint er endgültig mit dem Ball eins zu werden. Wenn er wenigstens seine Steuern zahlt, und keine Frau verprügelt, soll es so sein.
Wir freuen uns jetzt auf Samstagabend, Duell der BVB-Jäger: 7 Heimniederlagen erlitt der süddeutsche Konzern in sieben Jahren, zwei davon gegen uns Borussen.

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