Im absehbaren Bonner Stau-Desaster – Wundersame Bahn CCXLVI

Das Geheule um die kaputte Nordbrücke ist gross. Der menschenführungsuntalentierte Oberbürgermeister soll eine “Taskforce” eingerichtet haben. Leute, die seine Videoclips angucken, beschreiben es als lustiger als die heute-show. Der Bundesverkehrsminister, dessen Namen niemand kennt, reist an, um mitzuteilen, dass die Sache ganz, ganz wichtig sei. Derweil kochen die echten Menschen, die auf die falsche Rheinseite oder von ihr weg wollen, über. Die abgewählte grüne Oberbürgermeisterin Katja Dörner kann drei Kreuze machen dafür, dass sie ihr Amt nicht weiterführen musste. Denn das Desaster war seit Jahren absehbar. Jetzt ist es eben eingetroffen.

Wäre ich jetzt Oberbürgermeister, würde ich die gute Idee der Stadtmauer wiederbeleben. Keine Durch- und Einfahrt mehr für auswärtige motorisierte Fahrzeuge. Denn die einzige Lösung für das aktuell brennende Problem sind die Stadtbahnen und Fahrräder. Beide kommen auf der Kennedybrücke zügig an jedem Stau vorbei. Die Busse leider nicht.

Sie bleiben im Stau stecken. Und zwar auch in den Wohngebieten Combahnviertel/Rheindorfer Str./von-Sandt-Strasse. Diese Strassen, ohnehin schon komplett zugeparkt, angeblich durch “Anwohner”, werden vom neunmalklugen Schleichverkehr verstopft und vergiftet. Hier verenden dann auch die Buslinien.

Als mein Busfahrer sich heute im Stau der Rheindorfer Strasse vorschriftsgemäss weigerte, Fahrgäste ca. 50m vor der Haltestelle Konrad-Adenauer-Platz aussteigen zu lassen, rettete nur ein einsetzender Platzregen die Stimmung im Bus. Es hätte ein Pogrom werden können.

Und das war ja nur der “Brückentag”. Der eigentliche Berufsverkehr kommt ja noch. Ich wünsche allen einen ruhigen und friedlichen Montag.

Über Martin Böttger:

Avatar-FotoMartin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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