Der Caudillismo ist leider ein Problem, das die politische Rechte nicht exklusiv hat. Darum gab es schon zu Venezuelas verstorbenem Präsidenten Hugo Chavez unterschiedliche Meinungen, auch innerhalb der lateinamerikasolidarischen Linken. Chavez profitierte nicht nur von einer guten Rohstoffkonjunktur, sondern auch von seiner hohen strategischen und PR-Intelligenz. An alldem scheint es seinem Nachfolger Maduro zu mangeln. Ich schreibe “scheint”, weil ich kein Lateinamerikakenner bin, schon allein weil ich weder die spanische noch die portugiesische Sprache beherrsche.
Die meisten deutschen Medien irren jedoch, wenn sie meinen, mich mit möglichst kostengünstigem Abschreiben und Transportieren Nato- und EU-regierungsoffizieller Sichtweisen abspeisen zu können. Je übereinstimmender sie das tun, umso mehr wächst das Misstrauen. An dem mangelt es ihnen ja schon lange nicht mehr. Können sie es bei Venezuela riskieren, weil die meisten so wenig Bescheid wissen wie ich? Es gibt auch andere Meinungen, und die sind in der Welt, sogar in der venezolanischen Opposition, weiter verbreitet als in Deutschland. Harald Neuber berichtet bei telepolis.

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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