Zwei Welten: Parteien und Bewegungen

Von , am Donnerstag, 14. März 2019, in Politik.

Aus der Parteienwelt wird – durchaus realistisch – fast ausschliesslich Intrigengeschehen berichtet. Wann tritt Merkel zurück? Wie lange hält Nahles das aus? Warum gibt Wagenknecht auf? Kein Zufall: alles Mädels. Mit dem Geschehen da draussen sind sie nicht mehr verbunden. Personen mit Talent zu Starappeal werden vom Medienkapitalismus aufgeblasen, bis sie jede Verbindung verloren haben. Dann platzen sie und werden zügig ausgespuckt und vergessen. Versuchen Sie mal, von Berlin aus Verbindung zu Basis und Familie/Freund*inn*e*n zu behalten!
Was als Parteigeschehen aus der Linken rund um Wagenknecht berichtet wird, ist unschön und sieht weitgehend menschlich unanständig aus. Ich kann Ihnen versichern: auch in dieser Hinsicht ist “Die Linke” – leider – nicht besonders. Es ist bei allen andern Parteien ganz genau so. Ich will mich nicht wiederholen.
Welch ein Kontrast das scheinbar idyllische Geschehen bei den Bewegungen draussen. Klar wissen wir Älteren vieles besser. Das geht vorüber. Die Lebensumstände von Jugendlichen ändern sich mit hoher Geschwindigkeit. Politische und soziale (Cliquen-)Beziehungen lassen sich dabei kaum aufrechterhalten. Die meisten Jungen haben das noch nicht gelernt, und ahnen kaum, wieviel Beziehungsarbeit das ist. Trotzdem ist dieses politische Bewegungsgeschehen ein weltweites Misstrauensvotum aus der sozialen Wirklichkeit, gegen das Parteiengeschehen. Letzteres könnte davon profitieren. Wenn es sich damit verbinden würde. Nicht, wie es meistens geschieht und so erlernt wurde, um eine organisatorisch beherrschende (und beruhigende) Hand darüber zu legen, sondern um zu lernen: was ist die Botschaft? Welche Konsequenzen muss Partei-, Parlaments- und Regierungspolitik daraus ziehen? Versteht das nur die Umweltministerin? Darf die das?

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