Es hatte kurz den Anschein, die SPD wolle wieder für sozialdemokratische Politik kämpfen. Egal ob er trog oder nicht, manche begannen daran zu glauben. Einige Umfrager*innen sahen die SPD wieder vor den Grünen. Vorbei, Emnid, das für die sog. “Zeitungen” des Springer-Konzerns umfragt, ist heute als Letzter wieder beigedreht. Von Beuel aus gesehen ist mein Eindruck: ein kurzes Strohfeuer. In der SPD-Präsidiumssitzung montags hatten sie mal eine gute Idee und trafen ein paar Verabredungen für die nächsten Tage. Überraschend genug: es funktionierte. Und dann? War alles wieder vorbei. Strategie? Nachhaltige gar? Nicht zu erkennen.
Alles nur, damit Andrea Nahles ein paar Tage Ruhe vor den intriganten Hähnen im eigenen Stall bekommt? Wer so kurz denkt, wäre selber schuld. Meine Idee wäre ungefähr so: Umweltministerin Svenja Schulze geht, Schritt für Schritt, öffentlich ein immer engeres Bündnis mit der – weltweit vernetzten! – #fridaysforfuture-Bewegung ein. Mit der strategischen Absicht, die aus Svenjas Perspektive riesig gewachsenen, Männer (egal welcher sexuellen Orientierung, vor allem diese Westfalen) in der CDU so auf die Bäume zu treiben, also noch höher, dass sie AM und AKK krakeelend zwingen, Svenja noch vor der Bundestagswahl, die schon in gut zwei Jahren wieder ansteht, zu feuern. Den Wahlkampf soll die CDU/CSU dann als Minderheitsregierung alleine führen.
Der schwierigere Teil an diesem Szenario wäre, dass die Parteien “links von der CDU/CSU” (Zitat Willy Brandt!) Diskursarbeit verrichten müssten – für was sollten sie sonst gut sein? – dass die Wähler*innen auch eine Idee von einer Alternative zu einer CDU-geführten Bundesregierung bekommen – von wem auch immer, die dann geführt wird …
Man wird ja noch träumen dürfen. Nur so’ne Idee.