Kampf um unsere Sinne

Von , am Sonntag, 31. März 2019, in Fußball, Medien, Politik.

… um Istanbul / … um den DFB / Adorno spricht zu mir
Der DLF dokumentierte heute in “Essay&Diskurs” eine Rede und ein Gespräch mit Richard Sennett, einer der lebensklügsten Soziolog*inn*en dieser Welt. Der freundliche alte Mann arbeitet an einer Erklärung, warum und wie die auf Bildsprache fixierte Digitalisierung das Dialogische der menschlichen Kommunikation killen könnte. Eine Frage, die mich gedanklich schon lange beunruhigt. Sein Buch “Der flexible Mensch” habe ich gelesen, ein schlechtes Beispiel des Übersetzungshandwerks der Marketingstrtaeg*inn*en deutscher Verlage: der treffendere englische Titel ist “The Corrosion of Character”. Sennett arbeitet übrigens am gleichen wissenschaftlichen Ort, an den der respektierte Jungstar Julia Reda promovieren gehen will.
Rainer Herrmann/FAS berichtet über den Kampf um Istanbul. Heute ist dort Kommunalwahl, in der gesamten Türkei.
Die FAS berichtet ausserdem, dass es mit dem Grindel an der Spitze des DFB zuende geht. Die Art und Weise sowie die Vorwände, wie seine Gegner*innen das durchzusetzen versuchen, macht wenig Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Im Kern repräsentiert Grindel eine falsche Politik, die durchaus repräsentativ nicht nur für den DFB, sondern auch für den Zustand unserer Republik ist. Daran wollen seine Gegner*innen anscheinend gerade nichts ändern; sie fürchten die Destabilisierung dieses unhaltbaren Zustandes durch seine zweifellos schlechte “Aussendarstellung”.
Im Anschluss an diesen Post will ich mir die Partie Hannover-Schalke ansehen. Seit Dieter Bott mir seinen Lehrer Adorno mit den Worten “wer sich und seinen körper quält und schikaniert –quält auch andere” zitierte, macht mich meine Absicht sehr, sehr nachdenklich. Es ist die Faszination des Morbiden. Oder was kann es sonst sein?

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