Heiner Geißler der SPD? – Hans-Jochen Vogel!

Von , am Dienstag, 2. April 2019, in Beuel & Umland, Politik.

Der Mann ist 93 und soll an Parkinson erkrankt sein. Muhammad Ali konnte mit dieser Krankheit noch die Olympische Flamme entzünden (1996 in Atlanta). Nun drücke ich Vogel den Daumen, dass er damit noch durchkommt: sie nannten es in den 70ern “Gesetz zum Planungswertausgleich”. Wir Jungdemokraten nannten es “Bodenwertzuwachssteuer”. Nichts davon kam durch, dank der FDP.
Mein Mitautor Roland Appel bereitet eine fette Buchveröffentlichung zu 100 Jahre Jungdemokraten vor. Rund 40 Autor*inn*en haben dazu beigetragen. Es wird 1.000 Seiten dick, und nicht billig. Diese Geschichte wird dort auch vorkommen, Vogels Niederlage als der letzte Bundesbauminister (1972-74), der sein Amt als Diener seiner Wähler*innen ernstnahm.
Die Jungdemokraten unterlagen seinerzeit beim FDP-Bundesparteitag. Es gab eine Broschüre, in der zahlreiche Gesetzesmodelle durchdiskutiert wurden. Im Kern ging es immer darum, Spekulation zu stoppen und leistungslose Megaprofite entweder zu verhindern – oder zu vergesellschaften (oder beides). Für die FDP-Mehrheit war und ist das bis heute sozialistisches Teufelswerk. Es wurde auf dem Parteitag verhindert, und anschliessend in der sozialliberalen Koalition 1969-82.
Eine Mieter*innen*bewegung gibt es in Berlin bereits. Hier im Westen wird sie bisher nur herbeigewünscht. In der Friedensbewegung der 80er ging es einst mit dem “Krefelder Appell” los; wenn Vogel sowas starten will, würden viele mitmachen. Ausser einem Mieterverein im Ruhrgebiet sind diese Organisationen – leider bislang – überaltert und in organisationspolitisch veraltetem Denken verhaftet. Dabei wachsen die Probleme immer Menschen über den Kopf. Ein Ballon bläst sich auf, ökonomisch und sozial. Was passiert, wenn er platzt?

Im übrigen sollte der gegenwärtige Bundesbauminister zügig zurücktreten.

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