BVB zu charakterschwach

Von , am Samstag, 27. April 2019, in Fußball.

Der börsennotierte Fussballkonzern aus Westfalen wird jedenfalls nicht deutscher Fussballmeister der Herren. Das hat der deutsche Meister von 1958 heute geklärt. Die Blauen aus Gelsenkirchen haben die zeitweiligen Ballzauberer des BVB erfolgreich auf ihr Niveau heruntergezogen. Ihr wichtigster strategischer Erfolg war in diesem Sinne Marco Reus.
Ich will keinen BVB-Fan von Verschwörungsgedanken gegen DFL und DFB abbringen. In der ersten Halbzeit habe ich ein Handspiel des Schalkers Sane gesehen, das dem geahndeten von Weigl gleichwertig war. In seinem Fall gabs nur Ecke statt Elfer. Spielentscheidend war aber der selbstverschuldete Platzverweis von Marco Reus.
Über ihn werden von den Fussballjournalisten gerne Tragödientexte geschrieben, plus reichlich Schulterklopfereien, wie “reif” er geworden sei. Fakt ist, dass er Vater wurde. Fakt ist, dass er genial Fussballspielen kann. Genauso war aber heute Fakt, dass es ihm an Reife weiterhin fehlt, und zwar besonders, wenn es drauf ankommt.
Die Bundesligalangeweile ist also seit heute wieder hergestllt. Der BVB ist der einzige deutsche Verein, der sich bald entscheiden muss, wo er hingehört. Ich hoffe, dass möglichst schnell irgendeine Supderduper-Liga entsteht, und der Fussballkonzern aus dem süddeutschen Raum dahin verschwindet. Wenn sich Fifa und Uefa im Konkurrenzkampf um die Bildung solcher Superduper-Ligen gegenseitig zerfetzen, wäre das als Kollateralnutzen so gross, dass allein das den Versuch wert ist. Will der BVB dann dazugehören? Tschö, und viel Freude noch. Ist Euch aufgefallen, wieviele tausend gelbe Sitzschalen heute in der Schlussphase im Westfalenstadion schon leer waren? “Echte Liebe” ist was Anderes. Jeder bekommt das Publikum, das er verdient. Und eine entsprechende Mannschaft. Meine Borussia braucht eine ganze vermaledeite Rückrunde, um zu zerstören, was sie in der Hinrunde aufgebaut hat. Bei Euch reichte ein kurzer Nachmittag.

Ein Kommentar zu “BVB zu charakterschwach

  1. Gert Samuel

    Als BVB-Fan seit 1963 habe ich viele Höhen und Tiefen erlebt. Dass das Team um Trainer Favre die Reifeprüfung in dieser Saison nicht bestanden hat, ist nicht dem gestrigen Spiel zuzuschreiben. Das passierte beim 0:5 in München.
    Gestern erfolgte in meinen Augen die Steigerung eines Anschlags auf den Fußball. Das schreibe ich als “Fußball-Romantiker”, der selbst immer noch gerne einmal in der Woche vor die Pille tritt. Schon der Elfer für Düsseldorf gegen Frankfurt war ein sportliche Frechheit. Aber gestern – das geht einfach gar nicht. Das macht das Spiel kaputt. Fast eine Minute nach der “Szene” mit dem “Handspiel” wird das Spiel unterbrochen; keiner wußte, warum. Absichtliches Handspiel gehört sanktioniert, aber das ist lächerlich. Und echt sch… ist, dass über die Szene das grandiose Tor von Witsel, Sancho und Götze in den Hintergrund geriet. Spät abends habe ich dann noch den Hammer von Ronaldo zum 1:1 bei Inter Mailand als fußballerischen Ausgleich dieses bekleckerten Fußballnachmittags bewundern können, eben als “Fußball-Romantiker”!
    Ein Wort zu den “Verschwörungsgedanken”: Ich habe Niko Kovac in Frankfurt als einen guten Trainer gesehen. Ich habe nicht damit gerechnet, dass er es in München eine Saison lang aushalten würde. Ich habe mich getäuscht. Er ist ein guter Trainer und ich gönne ihm den Meistertitel. Und der BVB hat mit der jungen Mannschaft eine richtig gute Saison gespielt – auch wenn in der Rückrunde die Grenzen sichtbar geworden sind.

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