Wer will mit Barca in einer Liga spielen?

Von , am Mittwoch, 1. Mai 2019, in Fußball.

Die Supderduper-Geldscheisserei-Liga der Zukunft wird ein Frage zu klären haben: wer wird hinter Barca Vizemeister? Diese Langeweile wird schlimmer als die Bundesliga. Fragen Sie mal beim FC Liverpool. Oder gar bei Real Madrid, der spanischen Mittelklassemannschaft. Es gibt eine Hoffnung für diese Irren-Liga: dass sie erst startet, wenn Lionel Messi, der im nächsten Monat 32 wird, in Fussballerrente gegangen ist.
Dann wird Barca sich nämlich neu erfinden müssen. Heute ist alles um Lio herum organisiert. Luis Suarez hat kapiert, dass Lio ein grosses Glück, quasi die Krönung auch seiner Karriere ist. Ousmane Dembele, beim BVB schon als Jahrhundertalent gefeiert, wartet versauernd auf der Ersatzbank, dass die beiden die Lust verlieren.
Lios Freistosstreffer habe ich heute unter Zeugen vorhergesagt, wie es mir einstmals bei Rainer Bonhof im Düsseldorfer Rheinstadion gelang: “Oben links” sagte ich damals. So war es auch heute; “seine Freistösse sind mit höherer Wahrscheinlichkeit drin, als seine Elfer – angesichts von Messi lieber erst im Strafraum foulen, niemals davor! Beim Elfer ist er zu lässig, beim Freistoss sind Konzentration und Ballgefühl auf dem höchsten Stand. In der Kneipe meinten einige, der Torwart habe “nicht so gut ausgesehen”, aber nur bis zur Zeitlupe. Wer das meint, möge sich selber mal da hinstellen. Messis Mitspieler malochen was ihr Körper hergibt, weil sie wissen, dass sie nur mit ihm so hochkommen können, wie sie jetzt fliegen. Schwimmübungen der Abwehr sind zu verschmerzen, ausser für die stressgeplagten Fans. Hinter der Abwehr steht, fliegt und fängt der von Uwe Kamps ausgebildete Marc André ter Stegen. Und nach 30-45-minütigen Schaffenspausen können sie jederzeit wieder aufdrehen, wenn die Lust am Spielen sie überwältigt.
Für den FC Liverpool wäre in diesem Halbfinale des Europacups der Meister und Uefa-Grossmächte mehr drin gewesen. Erstaunliche Bewegungsfreiheit im Barca-Strafraum, aber oft passte der letzte Pass nicht, und nur der bewegliche und selbstbewusste Mohamed Salah traute sich Schussversuche aufs Tor zu. Bei dieser Chancenverwertung von 0 wäre bei mehr Ehrgeiz von Barca in der Schlussphase auch eine Demütigung möglich gewesen. 3:0, kein Auswärtstor.
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Besonders angenehm übrigens: ohne “deutsche Beteiligung” treffen sich in den Fussballkneipen die ernsthaft Fussballinteressierten. Dort war zu erfahren, dass der SV Beuel 06 in der Kreisliga A durch ein 3:0 gegen Roleber im Aufstiegsrennen bleibt: Zweiter mit einem Spiel und 3 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Niederbachem (heute nur 0:0) – und beim Torverhältnis 15 Tore Rückstand. Auswärts in Flerzheim sollen die Beueler jüngst aber so schlecht gewesen sein, dass es vielleicht besser ist, wenn sie nicht in die Bezirksklasse aufsteigen, und dort wieder die Fahrstuhlmannschaft geben. Ohne deutsche Teams in der Glotze sind richtige Fachgespräche in ganzen Sätzen möglich, und gemeinsam erfreuen sich die Anwesenden an der Schönheit des Gesehenen. Und eine gerechte Strafe für Sky, die Strassendealer der Branche, ist es auch.

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