Peter Samol/Jungle World schreibt “Das Kapital wohnt nicht”. Ihm gelingt eine treffende Beschreibung, wie die Finanzkrise zur heutigen Not auf dem Wohnungsmarkt geführt hat. Das Problem sind nicht gierige Vermieter*innen, sondern ein Finanz- und Wirtschaftssystem, das ohne Gier nicht funktioniert.
Johannes Simon/Blätter ärgert sich zu Recht über den “Geschenkten Sieg”, den das Missmanagement der US-Demokraten Donald Trump nach dem Mueller-Report beschert hat.
Durch Empfehlung von Extradienst-Autor Dieter Bott bin ich auf ein ausführliches Interview des Neuen Deutschland mit Thomas Ebermann gestossen. Nur alte Grüne können sich noch an ihn erinnern. Ich noch länger. 1978 verantwortete er, dass nicht nur die Bundesregierung, sondern auch der “Kommunistische Bund” (“KB-Nord”) die Vorbereitungen eines politischen Bündnisses rund um die westdeutsche Anti-Apartheid-Bewegung zu einem “Kongress gegen die militärisch-atomare Zusammenarbeit BRD-Südafrika”, der von der UNO und der OAU (Organisationan für afrikanische Einheit) unterstützt wurde, als “von Moskau gesteuert” diffamierte. Bei vielen von uns beseitigte das letzte Zweifel daran, dass die kleine linksradikale Sekte aus Norddeutschland vom öffentlichen Dienst infiltriert sei. Ein Jahrzehnt später gehörte Ebermann wie sein Freund Rainer Trampert und Extradienst-Autor Roland Appel zur Grünen Bundestagsfraktion. Ich nahm die beiden Hamburger Jungs als rhetorische Bereicherung damaliger Talkshows (damals hiessen sie noch anders) wahr, weil sie CDU-Politiker*innen in Livesendungen zuverlässig auf die Palme brachten. Intelligent Schwätzen und Schreiben gehört zu ihren Stärken. Wie schwach Ebermann als Politiker war und ist, kennzeichnet sein Satz “Für Verbesserungsvorschläge bin ich nicht zuständig.” Ausdrucksvoll beschreiben, was alles Scheisse ist. Aber wenns ums wegmachen geht, plötzlich Beamtendenken. Das ist der linke Radikalismus, den schon Lenin kannte. Wenns Thomas und seinem Publikum Spass macht, bin ich der Letzte, der was dagegen hat. Er will halt bei nichts mitmachen. Der KB war ihm wahrscheinlich schon zu gross. Solidarität mit irgendwas, organisierte gar, ist in diesem Fall zu viel verlangt.