Frauke Steffens/FAZ brachte in diesen Tagen ein Porträt der US-Präsidentschafts-Bewerberin Elizabeth Warren. Hier ergänzend deren eigene Homepage. Ich trug meinerseits zuletzt ein mir geschenktes T-Shirt “Bernie Against The Machine”. Bei einem deutschen Linksliberalen-Oldietreffen wollten die Leute begeistert wissen, wo es zu bekommen ist. In einem russischen Restaurant im gentrifizierten Prenzlauer Berg wollten es die Gäste an den Nachbartischen unbedingt fotografieren. Die Umfragezahlen, die Steffens wiedergibt, zeigen, was nicht schwer auszurechnen ist: würden sich die linken Bewerber*innen bei den US-Demokraten politisch zusammenschliessen, könnten sie den Kandidaten des Parteiestablishments Joe Biden schlagen. Und Trump anschliessend sowieso. Obsiegt hingegen Biden, wegen der Spaltungs- und Sich-selbst-ein-Bein-stell-Begeisterng der Linken (keine US-Besonderheit, sondern bei uns bestens bekannt), dann fänden wir uns wie in einer Zeitschleife wieder, und die ganze globale Furcht-und-Angst-Politik würde 4 weitere Jahre weitergehen. Lesen Sie ergänzend, was Steffens’ FAZ-Kollege Majid Sattar zur Vorwahlkampagne ausführt.
Ist es verschüttete Milch? Ebenfalls in der FAZ – warum da? – führen mehrere linke SPD-MdBs, nach meinem Eindruck Überreste des Nahles-Flügels, aus, was sie sich unter fortschrittlicher Wirtschafts- und Sozialpolitik vorstellen. Ja, dachte ich beim Lesen, wenn wir es 1998-2005 mit Rot-Grün so ähnlich gemacht hätten, wäre vieles besser gekommen. Widerstände dagegen hätte es nicht nur von Schröder/Hombach/Clement (heute: FDP), sondern auch von den rechten Realos der Grünen gegeben – das hätte für die SPD durchaus identitätsstiftend sein können – viele Konjunktive, lassen wir das. Jetzt mutet es wie eine Entgegnung auf die Altrechten der “wahren SPD” aus dem Ruhrgebiet an, ein defensives Verteidigungsgefecht, wer von den Trümmern der SPD-Überreste noch was abkriegt. Der Diskurszug hat diesen Bahnhof, auf dessen Bahnsteig diese wohlmeinenden Autor*inn*en noch rumzustehen scheinen, schon wieder verlassen …
Im Medienressort der SZ, in guter alter Zeit mal meinungsführend in dieser Branche, erschien ein aktualisiertes Porträt der Ehrenfelder bild-und-ton-fabrik (btf), Fortschreibung des Garagenfirma-Mythos. Heute gehören die Chefjungs, ob sie wollen oder nicht, schon zu den Innovations-Elefanten eines lahmer werdenden und dahinsiechenden Mediums.