Billiges verbirgt Relevantes
Hoffentlich bringt das Sommerloch noch Abwechslung. Das, was uns die deutsche Parteipolitik als “Europa” inszeniert, schĂŒrt extremen Widerwillen und Langeweile, Sehnsucht nach Eskapismus (Frauen-WM endet Sonntag). Was bin ich froh, gestern gar nicht erst zu “Illner” gezappt zu haben. Hans HĂŒtt/FAZ hat sich die Arbeit gemacht zu ĂŒbermitteln, dass ich nichts versĂ€umt habe.
Wieviel bedeutender, aber auch in der hiesigen Öffentlichkeit unbekannter, ist, was François Denord, Rachel Knaebel und Pierre Rimbert in LeMonde diplomatique (dt. Fassung) zutage gefördert haben: die Geschichte der deutschen Machtergreifung in der EU. It’s the economy, stupid! Kennzeichnend daran ist die GleichgĂŒltigkeit, welche Parteien grade die Regierungsmacht ausĂŒbten, in Deutschland wie in Frankreich. WĂ€hrend unter Brandt allenfalls marginale Korrekturen stattfanden, die Ă€hnlich wie die Entspannungspolitik von RealitĂ€t statt Ideologie diktiert waren, kippte es bei Rot-GrĂŒn unter Schröder ökonomisch und (a)sozial geradezu in ideologischen Fanatismus um. SchĂ€uble radikalisierte das wiederum aussenpolitisch gegenĂŒber den EU-Partner*innen, vulgo Untergebenen.
Wenn die EU eines Tages ex- oder implodieren sollte, dann finden Sie in dieser Analyse der drei französischen Autor*inn*en die von den deutschen Regierungen gelegte Bombe, die das ursĂ€chlich herbeigefĂŒhrt hat.