Demokratie: Verzweiflung bis nach Island

Von , am Sonntag, 7. Juli 2019, in Lesebefehle, Politik.

Die Sorgen um die bürgerliche Demokratie, in der meine Altersgruppe aufgeachsen ist und sozialisiert wurde, werden grösser. Monika Ermert hat für heise.de eine isländische Pionierin der dortigen Pirat*inn*en aufgesucht, die nach einem Jahr Parlament die Nase voll hatte. Ermert beschränkt sich nicht auf eine Betroffenheitsreportage, sondern hat sich auch bei einigen Politikwissenschaftler*inne*n umgehört. Ob nun ausgerechnet der “Zufall” die Lösung sein soll – da würde ich Widerstand anmelden. Dennoch enthält ihre Missing-Link-Kolumne wichtige Hinweise.
uebermedien.de konnte mich überraschen. Bei diesem Text gegen die “Hinterzimmer”-Polemiken konnte ich gedanklich zustimmen, um am Ende festzustellen, dass der Autor Andreas Püttmann aus dem “Stall” der Adenauer-Stiftuung kommt. Die ist in meinem Kopf mit Vorurteilen beladen, seit ich Stephan Eisel, meinen Lieblingswahlverlierer, persönlich kenne.
Wer die Krise europäischer Demokratien verstehen will, muss die Krise der Sozialdemokratie verstehen lernen. Tom Strohschneider/oxiblog leitete meine Aufmerksamkeit auf eine von der Ebert-Stiftung beauftragte Studie, die wiederum der Linkspartei-Analytiker Horst Kahrs kritisch rezensierte. Die strategische Schlüsselfrage ist: Anpassung an das, was für die “Mitte” gehalten wird, oder aktive Mitwirkung an der Willensbildung des Volkes (GG Art. 21)? Und schafft die SPD das noch? Lesen Sie selbst – da wird jede*r eine eigene Meinung haben (müssen).

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